Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Beim Qualifying schalten die Mercedes-Boliden in der Formel 1 den "Party-Modus" ein. Damit ist nun Schluss, die FIA bremst die Silberpfeile ein. Mit Erfolg?

Immer samstags war bislang Party angesagt in der Formel 1. Allerdings bloß zwischen 15.48 Uhr und 16.00 Uhr. Und auch nur für Autos mit Mercedes-Antrieb im Heck: Die Extrapower im Qualifying, der "Party-Modus", machte das Weltmeisterteam im Kampf um die Pole Position quasi unschlagbar - doch damit soll nun Schluss sein.

Der Weltverband FIA will diese Motoreinstellung verbieten, schon ab dem Rennen im belgischen Spa Ende August.

Und so wird schon das Qualifying von Spanien am Samstag zur Abschlussfeier, besonders aus Sicht der Silberpfeile (Qualifying zum Großen Preis von Spanien, Sa., ab 15 Uhr im LIVETICKER). Weltmeister Lewis Hamilton wittert da einen perfiden Plan. "Das ist ehrlich gesagt keine große Überraschung", sagt der Engländer, "die haben ja immer versucht, uns einzubremsen. Aber ich denke nicht, dass sie ihr gewünschtes Ergebnis bekommen."

Anzeige

Mercedes bleibt schnellstes Team

Schließlich ist der Mercedes-Motor auch ohne Tricks der stärkste im Feld. Die liebgewonnene Sondereinstellung wird Hamilton in Barcelona aber wohl letztmals nutzen. Er selbst hatte ihr den Spitznamen gegeben: Ab dem Q3, der heißen Phase der Zeitenjagd, wird der "Party-Modus" aktiviert - und dann spätestens hat die Konkurrenz nichts mehr zu lachen.

In fünf Rennen des Jahres holte Mercedes fünfmal die Pole Position, viermal lag der Vorsprung auf die Konkurrenz bei etwa einer Sekunde.

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin jeden Sonntagabend im TV und STREAM auf SPORT1

Nun hat Mercedes diese Zusatzpower keineswegs erfunden. Auch Renault und Honda nutzen einen besonderen Modus, wenn es um die Startplätze geht - nur Ferrari hat so etwas momentan nicht zu bieten: Im vergangenen Jahr gab es Schummel-Vorwürfe, die Scuderia musste kurzfristig ihren Motor umbauen.

Kein Unterschied für Vettel

"Für uns macht das Ganze keinen großen Unterschied", sagt Sebastian Vettel daher, für andere dagegen seien das in der Tat "keine guten Nachrichten".

Die anderen sind Mercedes, denn der stärkste Motor im Feld verfügt eben auch über den stärksten Extraschub. Vor allem das Werksteam und die beiden Kunden Racing Point und Williams werden die neue Direktive daher zu spüren bekommen. Ein Machtwechsel ist allerdings nicht zu erwarten. Die Silberpfeile dürften das Team bleiben, das es zu schlagen gilt, das Feld dürfte aber näher zusammenrücken.

Die FIA sieht ihre geplante Maßnahme übrigens nicht als Schlag gegen Mercedes. Die Regelhüter erhoffen sich eine bessere Kontrolle: Künftig soll für Rennen und Qualifying nur noch ein Modus gestattet sein, dadurch könne die Einhaltung des Reglements einfacher überwacht werden.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Zu viele Einstellungen verwirren

Denn in den vergangenen Jahren hatte sich da ein Wust entwickelt. So kann nicht nur in der Qualifikation kurzzeitig mehr Leistung abgerufen werden, auch in der Startrunde, beim Überholen oder beim Verteidigen der Position. Und wer im Rennen seinen Motor schonen kann, findet dafür ebenfalls einen Modus.

Meistgelesene Artikel

Das alles fällt nun ab dem Großen Preis in Spa (30. August) wohl ebenfalls weg. "Und das war das erste, was mir durch den Kopf schoss", sagt Valtteri Bottas, Hamiltons Teamkollege: "Mit nur einem Modus für alle würde es weniger Überholmanöver geben, weil wir Piloten nicht mehr das Maximum aus den Situationen herausholen können."

Also vielleicht auch ein bisschen weniger Party am Sonntag.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image