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Mercedes bleibt trotz des Party-Modus-Verbots vor Red Bull
Mercedes bleibt trotz des Party-Modus-Verbots vor Red Bull © Imago
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Monza und München - Trotz des Verbots des Party-Modus stehen die Silberpfeile beim Italien-GP ganz vorne. Die Ankündigungen von Red Bull verpuffen und Mercedes nutzt dies um zu sticheln.

Es wurde als großer Hoffnung für mehr Spannung verkauft – das Verbot des Party-Modus in den Qualifyings der Formel 1.

Also jener Motoreneinstellung, die für kurze Zeit mehr Leistung freigeben und damit die Chance auf das Erreichen der Pole Position erhöhen kann. Vor allem bei Red Bull erhoffte man sich viel.

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"Wenn der Party-Modus Geschichte ist, dann müssen wir auch mal schauen, dass wir in die erste Reihe oder sogar auf Pole kommen", gab sich Motorsport-Konsulent Helmut Marko zuversichtlich.

Doch die Hoffnungen wurden enttäuscht.

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Bottas und Wolff sticheln

Beim Qualifying zum Italien-GP in Monza durfte die Einstellung erstmals nicht mehr verwendet werden. Am allgegenwärtigen Bild einer ersten Startreihe bestehend aus zwei Mercedes änderte dies jedoch nichts. (Formel 1: Großer Preis von Italien, Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Vielmehr sorgte es bei Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff für Genugtuung. "Die, die am härtesten dafür gepusht haben, die haben vielleicht nicht die großartigste Performance gezeigt", sagte der Österreicher in Richtung Red Bull und ergänzte bei Sky: "Ich bin froh, dass der Schuss einiger Teams ins Leere gegangen ist."

Der WM-Führende Lewis Hamilton scherzte: "Ich glaube, wir hatten nie einen Party-Modus. Das hat sich irgendjemand ausgedacht", sagte der Pole-Setter bei der Pressekonferenz und fügte süffisant an: "Wer weiß überhaupt, ob wir diesen Modus in Spa noch verwendet haben?"

Und auch Valtteri Bottas stichelte gegen die Konkurrenz. "Ich bin nicht sicher, wie glücklich Red Bull jetzt über die Motorenänderung ist", sagte der Silberpfeil-Pilot. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Verstappen hofft auf andere Strecken

In der Tat war das erste Qualifying ohne Party-Modus für den Zweiten in der Konstrukteurs-WM ein Rückschritt. Max Verstappen, der zuletzt fast immer auf Rang drei landete, wurde lediglich Fünfter, Alex Albon schaffte es nur auf Platz neun.

Bei den Bullen klammerte man sich deswegen an die Hoffnung, dass die spezielle Strecke in Monza nur eine Ausnahme gewesen ist. "Einige haben einen besseren Windschatten bekommen, von daher müssen wir abwarten, bis wir auf eine normale Strecke kommen", so Verstappen.

Sein Boss Marko gab sich im Sky-Interview dagegen deutlich zerknirschter. "Es ist nicht ganz das, was wir erwartet haben", erklärte der 77-Jährige.

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Nach der ambitionierten Ankündigung, von dem Verbot des Party-Modus profitieren zu können, hagelt es nun Hohn und Spott. Vor allem Renault-Pilot Daniel Ricciardo amüsierte sich köstlich. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Ricciardo versteht Red Bull nicht

"Ich schätze, Mercedes ist in einer Position, in der man etwas arrogant mit einigen Aussagen umgehen kann, aber das gönnen wir ihnen mal. Ich mag es, dass sie den Spieß so umgedreht haben. Das ist witzig", so der Australier, der von den Red-Bull-Plänen ohnehin nichts hält.

"Ich weiß nicht, wo die Veränderung herkam und ob ein Team darauf gedrängt hat und gedacht hat, es würde etwas ändern", erklärte der 31-Jährige, der die Angelegenheit als "Himmelfahrtskommando" bezeichnete. "Ich habe nie erwartet, das sich etwas ändern wird."

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Doch trotz der nach hinten losgegangenen Red-Bull-Offensive - ein endgültiges Urteil über die Auswirkung des Party-Modus-Verbots will noch niemand fällen.

Dazu hat der Kurs im Autodromo Nazionale di Monza, bei dem es wie bei keiner anderen Strecke auf den Windschatten ankommt, wirklich zu wenig Aussagekraft.

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