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Einer von vielen Zwischenfällen in Kurve 1: Scott Dixon räumt Takum Sato ab
Einer von vielen Zwischenfällen in Kurve 1: Scott Dixon räumt Takum Sato ab © LAT
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Während die Rookies beim IndyCar-Saisonauftakt 2018 in St. Petersburg auf Anhieb überzeugten, taten sich einige der erfahrenen Stars sichtlich schwer.

Der IndyCar-Saisonauftakt am vergangenen Wochenende in St. Petersburg sah das Renndebüt der von vielen herbei ersehnten Einheits-Aerodynamik. Das neue Aerokit für den seit 2012 im Einsatz befindlichen Dallara hielt, was es versprach.

Auf der Strecke gab es packende Szenen. Der eine oder andere Kontakt zweier Boliden hatte anders als in der Ära der Hersteller-Aerokits nicht sofort Geflügelsalat in Form von davonfliegenden Carbonteilen zur Folge.

Auffällig war in St. Petersburg aber, dass die Rookies - angeführt von Polesitter und Langzeitspitzenreiter Robert Wickens - brillierten. Neben Wickens wussten auch Jordan King und Matheus Leist bei ihrem IndyCar-Debüt absolut zu überzeugen. Im Gegenzug taten sich einige der arrivierten Stars sichtlich schwer und leisteten sich im Rennen teils haarsträubende Fehler.

Den Anfang machte Will Power, der seinen Penske-Boliden direkt in der ersten Runde rückwärts an die Mauer setzte. Vorausgegangen war ein Dreher im Duell mit Wickens um die Führung. "Ich war überrascht, dass er seine Nase in Kurve 2 reinsteckte", erinnert sich Wickens und weiter: "Ich ließ ihm Raum, wusste aber nicht, was er vorhatte. So oder so hätte er es nicht geschafft, in Kurve 3 außen neben mich zu gehen. Dann sah ich im Rückspiegel, wie er sich drehte." Nach dem frühen Wechsel des Heckflügels und einer Aufholjagd von ganz hinten war für Power nicht mehr als ein zehnter Platz zu holen.

In Runde 7 war es Graham Rahal, der sich einen Fehler leistete. In Kurve 1 verbremste sich der Rahal-Pilot kolossal und nahm dabei den Carpenter-Chevy von Spencer Pigot aufs Korn. "Ich muss mich bei Spencer für den Zwischenfall früh im Rennen entschuldigen", sagte Rahal, der schließlich als Zweiter aufs Podium fuhr, während Pigot nach immensem Zeitverlust infolge der Kollision nur 15. wurde.

Neues Aerokit verzeiht kaum Fehler

Rahal erklärt, wie es zum Verbremser kam: "Diese Autos verzeihen sehr wenig. Wenn man sich nur um eineinhalb Meter vertut, hat man alle Hände voll zu tun. Das ist schwierig. Das ist frustrierend, aber es ist der Ist-Zustand. Diese Autos sind deutlich herausfordernder als alles, was wir bisher gefahren haben. Damit meine ich nicht, dass es schwieriger wäre, auf Tempo zu kommen. Es ist schlicht einfacher, Fehler zu machen. Der Grat ist sehr, sehr, sehr schmal."

In der 35. der 110 Rennrunden bekleckerte sich der viermalige IndyCar-Champion Scott Dixon alles andere als mit Ruhm. Schauplatz war abermals Kurve 1. Der Neuseeländer in Ganassi-Diensten verbremste sich noch kolossaler als Rahal wenige Runden zuvor. Leidtragender im Falle von Dixon war Rahals Teamkollege Takuma Sato, der ebenso abgeräumt wurde wie Pigot zuvor von Rahal.

Dixon bekam für den Zwischenfall eine Strafe für "vermeidbaren Kontakt", wie es im Regelwerk heißt. Er musste das Rennen vom Ende der Führungsrunde fortsetzen. Dort befand er sich aufgrund eines notwendig gewordenen Frontflügelwechsels aber ohnehin. Wenig später kassierte Dixon eine zweite Strafe. In der Boxengasse wurde der sonst so souverän agierende Ganassi-Star "geblitzt". Zwei Rookie-Fehler in nur einem Rennen - so etwas hat man von Dixon lange nicht gesehen.

Apropos Rookie: In der vorletzten Runde schließlich nahm Alexander Rossi in Kurve 1 Spitzenreiter Wickens aus dem Rennen und brachte den IndyCar-Rookie aus Kanada damit um den möglichen Sieg beim Debüt.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass sich allen voran Will Power trotz seines Fahrfehlers vom neuen Aerokit angetan zeigt. "Es ging phasenweise ziemlich wild zur Sache", bemerkt der Penske-Pilot und stellt heraus: "Das Auto lässt gutes Racing zu. Man kann richtig dicht zum Vordermann aufschließen. Sie haben mit diesem Aerokit einen richtig guten Job gemacht. Es braucht so gut wie keinen Windschatten. Das macht das Racing meiner Ansicht nach besser."

Das zweite Rennen der IndyCar-Saison 2018 steigt am 7. April auf dem Ein-Meilen-Oval in Phoenix und damit unter völlig anderen Vorzeichen. Der nächste Stadtkurs steht aber schon am darauffolgenden Wochenende auf dem Plan: Am 15. April wird in Long Beach um die Positionen gekämpft. Ob die Routiniers auf dem kalifornischen Stadtkurs souveräner agieren werden als in St. Petersburg?

© Motorsport-Total.com

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