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Penske und dann lange nichts? So sieht es vor dem IndyCar-Auftakt aus
Penske und dann lange nichts? So sieht es vor dem IndyCar-Auftakt aus © LAT
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Die IndyCar-Saison 2018 steht vor der Haustür und alles ist neu - Was von den Teams vor der neuen Saison zu erwarten ist, schätzen unsere Experten ein

Mit der Saison 2018 startet die IndyCar-Serie in ein neues Zeitalter, doch die Favoriten bleiben größtenteils dieselben. Das Penske-Team dominiert seit Jahren und hätte alle vier Titel der vergangenen vier Jahre geholt, hätte es nicht die unglaubliche Kollision zwischen Juan Pablo Montoya und Will Power in Sonoma 2015 gegeben. Wird mit dem neuen Aerokit nun alles anders? Wir schauen uns die Teams im Einzelnen an.

Team Penske (Chevrolet)

#1 Josef Newgarden - 1 Meisterschaft, 7 Siege, 2 Poles#12 Will Power - 1 Meisterschaft, 32 Siege, 50 Poles#22 Simon Pagenaud - 1 Meisterschaft, 11 Siege, 8 Poles

Ohne Helio Castroneves, der die Rennen in Indianapolis bestreiten wird, ist das Team des Captains auf drei Fahrzeuge reduziert. Das mag mathematisch die Chancen auf einen Sieg verringern, aber hat es wirklich das Team geschwächt? Wie es aussieht nein. Penske markierte Bestzeiten bei den Testfahrten in Sebring, Sonoma und im Barber Motorsports Park und war auch in Phoenix bei der Musik.

Chevrolet, ein Muster an Zuverlässigkeit, lag 2017 bei der Spitzenleistung ein bisschen zurück - vor allem in Indianapolis. Aber selbst die besten Honda-Rivalen sind sich sicher, dass die Ilmor-Motoren zu HPD wieder aufgeschlossen haben - sofern die Testfahrten ein realistisches Bild gezeichnet haben sollten. Und vergessen wir nicht: Obschon Chevrolet ein kleines Defizit bis Pocono aufwies, hat Penske zehn Rennen gewonnen und vier Fahrzeuge unter die besten fünf der Meisterschaft gebracht.

Als Team ist Penske stark wie eh und je und hat die größten finanziellen und personellen Ressourcen. Damit ist es am wahrscheinlichsten, dass sie die Eigenarten des neuen Autos am schnellsten verstehen werden. Fahrer und Renningenieure bestehen ausschließlich aus Meistern, sie machen so gut wie keine Fehler und an den meisten Wochenenden sind es mindestens zwei Penske-Autos, die um den Sieg mitfahren. Es wäre keine Überraschung, wenn alle drei Fahrer mit Meisterschaftschancen nach Sonoma kommen.

Chip Ganassi Racing (Honda)

#9 Scott Dixon - 4 Meisterschaften, 41 Siege, 26 Poles#10 Ed Jones - bestes Ergebnis: 3., bester Startplatz: 7.

Wie Penske hat sich auch Chip Ganassis Team verkleinert, aber hier gleich auf die Hälfte. Schaut man über die dürftige Statistik für Scott Dixon in der Saison 2017 hinaus (nur ein Sieg und eine Pole-Position), zeigt sich, dass die Kombination aus Ganassi, Dixon, Renningenieur Chris Simmons und Chefstratege sowie Teamchef Mike Hull einen hervorragenden Job gemacht hat, um in der Endabrechnung in die Penske-Phalanx einzudringen.

Und das alles, obwohl das Honda-Aerokit als weniger effizient als das von Chevrolet galt, mögliche Siege durch ungünstige Gelbphasen (St. Pete), falsche Strategien (Long Beach) und den Fehler eines Konkurrenten (Texas) verloren gingen und ausgerechnet beim Indy 500, wo es doppelte Punkte gab, der einzige Ausfall der Saison zustande kam. Mögen manche Teams bezüglich der Dixon-Gefahr paranoid erscheinen: Die Saison 2017 hat gezeigt, wie gut das Team #9 ist und warum es höchstwahrscheinlich wieder die größte Gefahr für Penske darstellen wird.

Nach nur einem Sieg in vier Jahren wurde Tony Kanaan bei Ganassi in der #10 durch Ed Jones ersetzt, der vergangenes Jahr für Dale Coyne Racing einen dritten Platz in Indianapolis geholt hat. Seit Dario Franchittis unvermitteltem Rücktritt war Ganassi - verständlicherweise - auf Dixon fokussiert. Aber Jones kann als Indy-Lights-Meister von 2016 durchaus sein Revier abstecken. Er hat einen sehr sauberen und effizienten Fahrstil, was in der neuen Ära mit höherem Reifenverschleiß einen Vorteil darstellen sollte. Die Frage bleibt, ob die Fahrstile der beiden nicht zu unterschiedlich sind, um beim Set-up in eine Richtung zu bauen.

Andretti Autosport (Honda)

#26 Zach Veach - Rookie, bestes Ergebnis: 19., bester Startplatz: 19.#27 Alexander Rossi - 2 Siege, 1 Pole#28 Ryan Hunter-Reay - 1 Meisterschaft, 16 Siege, 6 Poles#98 Marco Andretti - 2 Siege, 4 Poles

Andretti Autosport hat erst im Januar 2018 das neue Auto testen können. Allerdings glaubt Bryan Herta - Teamchef von Marco Andrettis Fahrzeug #98 - nicht, dass das einen Nachteil für das Teams darstellen sollte. Und die Testfahrten scheinen seinem Optimismus Recht zu geben.

Marco Andretti ist wiederauferstanden, seit er das Limit des Auto wieder spüren kann. Mit den ultradirekten Abtriebsschleudern aus der Ära der Hersteller-Aerokits hatte er seine Schwierigkeiten. Von falschen Hoffnungsschimmern hat er langsam zwar genug, doch selbst er gibt zu, dass die Bestzeit am letzten Testtag in Sebring ihn motiviert hätten.

Ryan Hunter-Reay hat seit über zweieinhalb Jahren kein Rennen mehr gewonnen, obwohl er und Ray Gosselin eine der am höchsten angesehenen Kombinationen aus Fahrer und Renningenieur stellen. Sollte Andretti Autosport wirklich wieder auf das Niveau von Penske kommen, ist RHR ein möglicher Sieger auf allen möglichen Strecken.

Er sollte sich auf teaminterne Konkurrenz durch den immer stärkeren Alexander Rossi einstellen, der sich in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison enorm gesteigert hat. Die bärenstarke Pole-Position und der Sieg in Watkins Glen waren die Krönung. Rossi scheint alle nötigen Qualitäten zu haben, die es für einen Titel braucht. Dieses Jahr schon? Das hängt ganz vom Andretti-Team ab.

Zach Veach, der Indy-500-Sieger Takuma Sato ersetzt, hat erst zwei IndyCar-Rennen im Laufe seiner Karriere bestritten. Das Team wird ihn langsam die Lernkurve entlangführen, aber sobald er erst einmal ein bisschen Vertrauen gefunden hat, dürfen wir von ihm einiges an Mut und Speed sehen, womit er bereits bei den Indy Lights überzeugt hat.

Rahal Letterman Lanigan Racing (Honda)

#15 Graham Rahal - 6 Siege, 3 Poles#30 Takuma Sato - 2 Siege, 7 Poles

Wer einen echten Geheimfavoriten auf den IndyCar-Titel sucht: Graham Rahal und das RLL-Team scheinen alle Zutaten beisammen zu haben, um den Penske-Ganassi-Einheitsbrei in Sachen Titel ein bisschen aufzumischen.

Das RLL-Team ist äußerst stark aufgestellt: Ricardo Nault als Teammanager, Mike Talbott und Martin Pare als Chefingenieure, Tom German als Technikchef und Renningenieur für Graham Rahal sowie Eddie Jones als Renningenieur für Takuma Sato. Ein solches Line-up hat Meisterqualität. Erstmals seit 2013 setzt RLL wieder zwei Autos ein, sodass die Arbeit geteilt, mehr Set-up-Experimente vorgenommen und mehr Daten gesammelt werden können.

Und das hat sich bereits ausgezahlt. RLL hat Bestzeiten in Sebring markiert und in Phoenix dominiert. Satos Aggressivität kann bei einem Rennen entweder zu einem Top-5-Resultat oder einem Mauerkuss führen. Rahal sollte der konstantere Fahrer über die Saison sein. Es wäre aber keine Überraschung, wenn sie in der Victory Lane landen oder um Pole-Positions kämpfen sollten.

Schmidt/Peterson Motorsports (Honda)

#5 James Hinchcliffe - 5 Siege, 1 Pole#6 Robert Wickens - Rookie#60 Jack Harvey - Rookie; bestes Ergebnis: 14., bester Startplatz: 18.

Schmidt/Peterson Motorsports hat sich die Dienste von DTM-Flüchtling Robert Wickens gesichert und setzt damit auf ein komplett kanadisches Fahrerduo. Wickens musste sich während der Testfahrten an Monoposto-Fahrzeuge zurückgewöhnen. Er sagt, dass der schwerste Teil gewesen sei, das Beste aus den Qualifying-Reifen herauszuholen. Aber er ist intelligent und seine Erfolge in den unteren Formelkategorien untermauern sein Talent. Es dürfte Tage geben, an denen er James Hinchcliffe schlagen kann. Wickens schien sich auch bei seinem Oval-Debüt wohl zu fühlen.

Hinch ist allerdings ein Fahrer, der auf allen Streckentypen richtig schnell sein kann. Man erinnere sich nur an seine starken Qualifying-Leistungen in der ersten Jahreshälfte 2017. In Zweikämpfen agiert er äußerst mutig. Er wird mit Leena Gade zusammenarbeiten, die nicht nur im Team, sondern in der ganzen Sportart neu ist. Beide sollten aber intelligent genug sein, um das neue Fahrzeug schnell kennenzulernen.

Beide könnten sich hin und wieder hinter ihrem Teilzeit-Teamkollegen Jack Harvey wiederfinden, der für den Michael-Shank-Arm des Teams fährt. Shank weiß, wie man ein effizientes Rennteam führt und Harvey - seines Zeichens britischer Formel-3-Meister und zweimaliger Vizemeister bei den Indy Lights - hat vergangenes Jahr in Indy, Watkins Glen und Sonoma einiges an Erfahrung sammeln können. Was Harvey nun fehlt, ist Zeit im neuen Auto, denn Shanks Chassis wurde sehr spät ausgeliefert, sodass nur zwei Testtage möglich waren.

Ed Carpenter Racing (Chevrolet)

#20 Ed Carpenter - 3 Siege, 3 Poles#20 Jordan King - Rookie#21 Spencer Pigot - bestes Ergebnis: 7., bester Startplatz: 13.

Wer wäre ein Fahrer, der sich nach einer wenig erbaulichen Debütsaison im zweiten Jahr deutlich gesteigert hat? Eine gute Antwort wäre Spencer Pigot. Der Indy-Lights-Meister von 2015 hat sich in jeder Hinsicht gesteigert, vor allem im Qualifying. Er hat J.R. Hildebrand als Carpenters Vollzeit-Piloten bei Carpenter abgelöst.

Pigot sagt, dass er viel Spaß am neuen Fahrzeug hatte und dass es ihn an seinen früheren Lights-Boliden erinnere. Während er sich auf Teambesitzer Ed Carpenter verlassen kann, wenn es um die Abstimmung des Fahrzeugs auf Ovalen geht, muss Pigot nun gemeinsam mit Renningenieur Matt Barnes die technische Richtung auf Rund- und Straßenkursen vorgeben.

Im anderen Fahrzeug wird Ed Carpenter wie gehabt die sechs Ovalrennen bestreiten, während GP2-Laufsieger Jordan King das Steuer bei den elf anderen Rennen übernimmt. Der Brite schien bei den Testfahrten das Tempo von Pigot mitgehen zu können, doch wie jeder Rookie wird auch er vor der schwierigen Aufgabe stehen, das Beste aus den weichen Reifen im Qualifying herauszuholen. Und auf diesen gab es keine Testfahrten.

A.J. Foyt Racing (Chevrolet)

#4 Matheus Leist - Rookie#14 Tony Kanaan - 1 Meisterschaft, 17 Siege, 15 Poles

Ende 2016 warf A.J. Foyt Enterprises Honda, Takuma Sato und Jack Hawksworth über Bord, um mit Chevrolet, Conor Daly und Carlos Munoz einen Neustart zu wagen. Nach einer harzigen Saison, in der das Team das Chevy-Aerokit verstehen musste, wurden erneut beide Fahrer ersetzt.

Das erneut erneuerte Foyt-Team hat sich mit einer rein brasilianischen Paarung versehen. Tony Kanaan bringt als ehemaliger Meister und Indy-500-Sieger ein großes Maß an Erfahrung mit, während Matheus Leist mit dem jugendlichen Charme eines Indy-Lights-Absolventen Erfolge anstrebt. Leist hat sich ohne Probleme auf die "dicken Autos" eingestellt, jedoch bewiesen ein Dreher und drei Mauerkontakte beim Phoenix-Test, dass sein Mut derzeit noch etwas größer ist als seine Fahrzeugbeherrschung. Er wird unter der Führung von A.J. und Larry Foyt schnell seine Grenzen kennenlernen.

Kanaan hat seinen Renningenieur Eric Crowden von Ganassi mitgebracht. Die Kombination weiß, wie sich ein gutes IndyCar anfühlen und reagieren sollte. Die Testfahrten zeigen, dass das Team kurz vor einer Wiederauferstehung steht - speziell auf Ovalen (das zeigten schon die letzten Ovalrennen der Saison 2017). Das Foyt-Team wird als Orientierungspunkt für die neuen Teams dienen, die allesamt ebenfalls auf Chevrolet-Material setzen.

Dale Coyne Racing (Honda)

#18 Sebastien Bourdais - 4 Meisterschaften, 36 Siege, 33 Poles#19 Zachary Claman DeMelo - Rookie; bestes Ergebnis: 17., bester Startplatz: 21.#19 Pietro Fittipaldi - Rookie

Das Fahrzeug #19 bei Dale Coyne ist ein weiteres Auto, das in dieser Saison aufgeteilt wird (wenn auch nicht nach der klassischen Einteilung Oval/Nicht-Oval). Und das zwischen zwei Rookies. Zachary Claman DeMelo ist ein wilder Hund aus der Indy-Lights-Szene und wird erst kommenden Monat 20 Jahre alt. Er wird zehn Rennen fahren, nachdem er vergangenes Jahr bei RLL beim Saisonfinale eine gute Figur gemacht hat.

Die anderen sieben Rennen (das Indy 500 inklusive) wird Formel-V8-3.5-Meister Pietro Fittipaldi bestreiten. Der Enkelsohn des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi wird das Jahr als kompletterer Fahrer beginnen. DeMelo hätte durchaus ein weiteres Jahr bei den Indy Lights vertragen können, wie sein früherer Arbeitgeber Carlin findet. Aber er bringt gute Sponsoren mit und hat Kompetenz durchschimmern lassen. Wenn es eine Kombination gibt, die mit viel Fürsorge seine Aggressivität kanalisieren kann, dann ist es die aus Dale Coyne und Renningenieur Michael Cannon.

Sebastien Bourdais hat den monströsen Unfall beim Qualifying zum Indianapolis 500 erfolgreich verdaut. Sein Fahrzeug wird in Partnerschaft mit Jimmy Vasser und James Sullivan eingesetzt, die 2016 das KVSH-Projekt stemmten. Der Charakter des neuen Fahrzeugs steht in Kontrast zu Bourdais' bevorzugtem Fahrstil. Aber Champions können sich immer anpassen und Renningenieur Craig Hampson hat viel Erfahrung darin, ein Rennauto auf Sebs Geschmack einzustellen. Bourdais sollte schnell genug sein, um jeden daran zu erinnern, warum er viermaliger ChampCar-Meister wurde.

Carlin Racing (Chevrolet)

#23 Charlie Kimball - 1 Sieg, 1 Pole#59 Max Chilton - bestes Ergebnis: 4., bester Startplatz: 4.

Für die Debütsaison ist es nicht die schlechteste Wahl, auf zwei Fahrer zurückzugreifen, die mit Trevor Carlins Philosophie und Methoden vertraut sind. Zusätzlich bringen sie insgesamt neun Jahre Erfahrung in der IndyCar-Serie mit. Dass Max Chilton zurück "nach Hause" kommt, lag auf der Hand, schließlich ist sein Vater Grahame Teilhaber am Carlin-Rennstall. Charlie Kimball kam zu Carlin, nachdem die Sponsoren das Budget gekürzt haben und es für eine weitere Ganassi-Saison nicht mehr ausreichte. Bei Carlin holte er fünf Siege und die Vizemeisterschaft in der britischen Formel-3-Meisterschaft 2005.

Es wäre oberflächlich zu behaupten, dass Chilton und Kimball Mitläufer sind, die hin und wieder mal gute Tage haben. Ihre guten Tage können sehr gut sein. Und man kann bei ihnen keine generellen Schwächen ausmachen. Beide haben auf allen Streckentypen bereits erstaunliche Leistungen gezeigt. Kimball blüht normalerweise am Renntag beim Indianapolis 500 auf. 2017 war er ein möglicher Sieger, bis sein Motor aufgab. 2015 wurde er Dritter. Und Chilton hat vergangenes Jahr beim "500" mehr Runden geführt als alle anderen. Er wurde letztlich Vierter.

Ansonsten ist Chilton auf Naturrennstrecken wie Road America zu Hause. Trotzdem war sein bester Startplatz auf dem Iowa Speedway 2016, wo er auch bei den Indy Lights siegreich war. Kimball bevorzugt Strecken mit viel Grip, konnte sich in den vergangenen Jahren aber auch auf Straßenkursen steigern.

Harding Racing (Chevrolet)

#88 Gabby Chaves - bestes Ergebnis; 5., bester Startplatz: 8..

Gabby Chaves ist auf Vollzeit-Basis zu Harding gestoßen. Die Kombination hat vergangenes Jahr einen starken Eindruck bei den drei Einsätzen hinterlassen, die alle auf Ovalen über die Bühne gingen. Der frühere IndyCar-Rennchef Brian Barnhart genießt seine Rückkehr auf die Teamseite. Teammanager Larry Curry hat hohe Ansprüche und wird keine Skrupel haben, harte Entscheidungen zu treffen, um das Team nach vorne zu bringen.

Was für das Team spricht, ist die Tatsache, dass Chaves nur sehr wenige Fehler macht. Der Indy-Lights-Meister von 2014 hört sehr gut auf seinen Ziehvater Al Unser jun. und kennt die Strecken auswendig. Curry sagt außerdem, dass sein Fahrer einen starken Teamspirit mitbringt und sich bewusst sei, wie wichtig er ist, um das Team im ersten IndyCar-Jahr nach oben zu bringen. Die Mannschaft beweist viel Mut, mit nur einem Fahrzeug in die IndyCar-Serie einzusteigen. Es fällt schwer, ihnen kein Glück dabei zu wünschen.

Juncos Racing (Chevrolet)

#32 Kyle Kaiser - Rookie#32 Rene Binder - Rookie

Juncos Racing hat in der vergangenen Saison sowohl die Indy Lights (mit Kyle Kaiser) als auch die Pro-Mazda-Meisterschaft (mit Victor Franzoni) gewonnen. Diese Saison wird man mindestens acht Rennen in der IndyCar-Serie bestreiten. Binder wird in St. Petersburg, Birmingham, Toronto und Mid-Ohio im Cockpit sitzen (weitere Einsätze sind denkbar), Kaiser übernimmt das Steuer in Phoenix, Long Beach und den beiden Rennen in Indianapolis.

Was lässt sich also von einem weiteren geteilten Fahrzeug erwarten? Es wird immens schwer werden: Das Team hat bislang genau ein Rennen bestritten (2017 beim Indy 500 mit zwei Autos) und beide Fahrer sind absolute Rookies, von denen einer zudem die Strecken nicht kennt.

Doch das ganze Team versprüht genau den Spirit von Teambesitzer Ricardo Juncos: Erst das Laufen lernen, bevor man versucht zu rennen. In einem Feld von 23 bis 24 Autos wäre ein Start aus einer der ersten acht Startreihen ein immenser Erfolg, genauso wie ein oder zwei Zielankünfte in den Top 12. Das wären realistische Ziele. Alles weitere würde ein Eingreifen von oben erfordern - etwa eine Gelbphase zum richtigen Zeitpunkt. Aber das ist richtig so. Wenn Juncos 2019 auf Vollzeit-Basis einsteigen will, braucht das Team Kilometer - und ein paar mehr Sponsoren.

© Motorsport-Total.com

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