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Josef Newgarden gewinnt den Alabama-Grand-Prix der IndyCar-Serie
Josef Newgarden gewinnt den Alabama-Grand-Prix der IndyCar-Serie © LAT
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Josef Newgarden nimmt im Barber Motorsports Park das Feld auseinander und feiert seinen zweiten Saisonsieg. Doch der Regen hätte beinahe alles zunichte gemacht.

Eine derartige Dominanz hat die IndyCar-Serie schon lange nicht mehr gesehen: Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) hat im Barber Motorsports Park einen überlegenen Sieg im nachgeholten Rennen am Montagvormittag geholt. In einem knapp 70-minütigen Sprint setzte er sich eindrucksvoll durch. Das Rennen war den überwiegenden über Teil trocken, doch in den letzten 20 Minuten kehrte der Regen zurück. Newgarden ging als Erster auf Regenreifen. Nach einigen bangen Minuten stellte sich die Wahl als richtig heraus.

"Das war nochmal spannender als ich es gerne gehabt hätte", grinst er in der Victory Lane. "Wir haben die ganze Zeit gehofft, dass es keine Gelbphasen gibt, aber dann kam der Regen... Ich weiß nicht, warum alle anderen so lange draußen blieben, das war echt gefährlich."

Doch viel später hätte der Regen nicht kommen dürfen: Newgarden hat streng genommen zwei Runden zu früh gewechselt und hatte die Vorderreifen schon fast geschreddert. In der Folge segelte er im Regen beinahe von der Strecke und büßte bis ins Ziel die Hälfte seines Vorsprungs ein. Aber er konnte von diesem zehren, da es wider Erwarten keine Gelbphase mehr gab.

Solange es trocken war, fuhr der amtierende Meister alle anderen in Grund und Boden, sein Vorsprung betrug zwischenzeitlich fast eine halbe Minute. Auf den Plätzen zwei und drei lagen lange Zeit Sebastien Bourdais (Coyne-Chevrolet) und Scott Dixon (Ganassi-Chevrolet). Beide gingen von einem komplett trockenen Rennen aus und versuchten eine Einstopp-Strategie, die viel Spritsparen erforderte, während Newgarden von Anfang an auf zwei Stopps gepolt war.

Spritsparen zahlt sich nicht aus

"Es sah sehr gut aus, ich musste im zweiten Stint kaum mehr Sprit sparen", sagt der viermalige ChampCar-Meister. "Ich denke, wir hätten ihn geschlagen, wenn es trocken geblieben wäre. Ich wollte den Sieg und habe mein Bestes gegeben. Ich weiß nur nicht, warum wir am Ende auf den Regenreifen so viel verloren haben."

Bourdais blieb aufgrund seiner Strategie fünf Runden länger draußen als Newgarden, bevor er es ebenfalls einsah und auf Regenreifen wechselte. Seine Strategie ging dadurch genau wie die von Dixon in die Hose, da beide trotz Spritsparens zum zweiten Mal reinkommen mussten. Sie duellierten sich in der letzten Runde um Platz fünf und fuhren Seite an Seite über die Linie - mit dem besseren Ende für Bourdais.

Die Podiumsplätze belegten damit Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda) und James Hinchcliffe (Schmidt-Peterson-Honda), die im Trockenen solide auf den Plätzen vier und fünf lagen und dann vom Zurückfallen von Bourdais und Dixon profitierten. Den vierten Platz fuhr Robert Wickens ein, der im Trockenen einige spektakuläre Manöver zeigte. Er verpasste das Podium nur um zwei Sekunden.

Rossi verliert Tabellenführung

Hinter Bourdais und Dixon komplettierten Graham Rahal, Takuma Sato (beide RLL-Honda), Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet) und Marco Andretti (Andretti-Herta-Honda) die Top 10. Alexander Rossi (Andretti-Honda) segelte bei Regen von der Strecke. Er wurde nur Elfter und musste damit die Tabellenführung an Newgarden abgeben. Rene Binder (Juncos-Chevrolet) machte keine Fehler im Rennen und fuhr so den 16. Platz ein.

Für die kontroverseste Szene sorgten Spencer Pigot (Carpenter-Chevrolet) und Zachary Claman de Melo (Coyne-Honda). Der Rookie hatte zwei Runden Rückstand, kämpfte in den ersten Runden aber trotzdem, als ginge es um echte Positionen. Das sorgte für eine spektakuläre Einlage, bei der Pigot de Melo für rund 100 Meter quer vor sich herschob. Strafen gab es keine; Pigot wurde 15., de Melo mit seinen zwei Runden Rückstand 19.

© Motorsport-Total.com

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