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James Hinchcliffe nimmt die Indy-500-Pleite zum Anlass, neu durchzustarten
James Hinchcliffe nimmt die Indy-500-Pleite zum Anlass, neu durchzustarten © LAT
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James Hinchcliffe ist rückblickend froh, dass ihm Teamchef Sam Schmidt kein Renn-Cockpit für das Indy 500 erkauft hat. Das Team stellt sich nach Wickens-Unfall neu auf.

Die IndyCar-Saison 2018 stand für Sam Schmidt und sein Team Schmidt Peterson Motorsports (SPM) im Zeichen von Höhen und Tiefen.

Der mit Abstand größte Tiefschlag war der schwere Unfall von Robert Wickens im August auf dem Pocono Raceway, nachdem der Kanadier bis dahin eine absolut überzeugende Rookie-Saison mit Pole-Position direkt beim Debüt und fünf Podestplätzen hingelegt hatte.

Auch für Wickens' Teamkollege James Hinchcliffe hielt die Saison 2018 Höhen und Tiefen parat. Highlight für den routinierten Kanadier war der Sieg im Juli auf dem Iowa Speedway. Den Negativ-Höhepunkt für das gesamte Team aus sportlicher Sicht hatte es jedoch Ende Mai gegeben, als Hinchcliffe an der Qualifikationshürde zum Indy 500 scheiterte und damit den Saisonhöhepunkt auslassen musste.

Zwar hätte es gemäß Indy-500-Reglement die Möglichkeit gegeben, Hinchcliffe für das Rennen in ein anderes Auto zu setzen, das von einem anderen Fahrer erfolgreich qualifiziert wurde. Doch der Kanadier ist froh, dass genau dieser Weg des "Cockpitkaufs" nicht eingeschlagen wurde.

"Ich glaube, der [vom Team gewählte] Weg war in vielerlei Hinsicht der richtige", sagt Hinchcliffe, um zu begründen: "Natürlich wäre ich mit Blick auf die Situation in der Gesamtwertung gerne im Rennen mitgefahren, aber es hat in der Geschichte dieses Rennens schon große Fahrer und Teams gegeben, die es verpasst haben und dann im darauffolgenden Jahr mit noch mehr Einsatzwillen zurückgekehrt sind. Das ist der Weg, den wir bewusst eingeschlagen haben."

Damit verweist Hinchcliffe etwa auf die Indy-500-Nichtqualifikationen von Bobby Rahal 1993 oder Al Unser Jr. und Emerson Fittipaldi 1995. Sowohl Rahal als auch Unser Jr. waren jeweils die amtierenden IndyCar-Champions, als sie an der Quali-Hürde für das "Greatest Spectacle in Racing" scheiterten. 1994 dann sorgte Rahal in der IndyCar-Debütsaison von Honda für deren ersten Podestplatz, indem er in Toronto Zweiter wurde. Zwar belegte Rahal wenige Wochen zuvor beim Indy 500 den dritten Platz, war dabei aber einmalig in jener Saison nicht mit Honda-Power unterwegs.

Was Hinchcliffe betrifft, so hat er, nachdem er das Indy 500 und damit eines von zwei doppelt bepunkteten Rennen der IndyCar-Saison 2018 verpasste, die Gesamtwertung auf P10 abgeschlossen. Wickens war trotz der Tatsache, dass er aufgrund seines Pocono-Crashs die letzten drei Rennen nicht bestreiten konnte, unterm Strich punktgleich mit seinem Teamkollegen und stellte den Rookie-Titel sicher.

In der IndyCar-Saison 2019 setzt Schmidt Peterson Motorsports neben Hinchcliffe erneut auf einen Rookie: Der in der Formel 1 bei Sauber für ein neues Stammcockpit außen vor gebliebene Marcus Ericsson hat den Zuschlag erhalten. Im Gegensatz zu Wickens in diesem Jahr wird Ericsson aber nicht mit der Startnummer 6, sondern mit der 7 antreten. Das Auto mit der 6 ist als nun drittes Auto des Teams für Wickens reserviert, doch der schwer verletzte Kanadier hat via Twitter bereits angekündigt, dass seine Reha-Phase voraussichtlich zwei Jahre umfassen wird.

© Motorsport-Total.com

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