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Ganassi-Pilot Kyle Larson jubelt mit Sohn Owen über seinen ersten All-Star-Sieg
Ganassi-Pilot Kyle Larson jubelt mit Sohn Owen über seinen ersten All-Star-Sieg © LAT
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Kyle Larson streift beim All-Star-Race sein Pech der regulären Saison ab und gewinnt, nachdem er sich erst nachträglich ins Feld gefahren hat, eine Million US-Dollar.

Die 35. Auflage des All-Star-Race der NASCAR wurde am Samstagabend unter dem Flutlichtlicht des Charlotte Motor Speedway nach packendem Rennverlauf von Kyle Larson (Ganassi-Chevrolet) gewonnen.

Für Larson, der sich erst unmittelbar vor dem Rennstart über das vorgeschaltete Open-Race ins 19-köpfige All-Star-Starterfeld gefahren hatte, ist es seiner erster Sieg bei diesem nicht zur Gesamtwertung zählenden Preisgeld-Rennen.

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Der Lohn für Larson: keine Punkte, aber das Sieger-Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar. "Ich weiß gar nicht, was ich damit machen soll. Das ist unglaublich", so Larson, für den bei den regulären Punkterennen seit geraumer Zeit nicht mehr viel zusammen lief. In der Victory Lane stand er zuletzt im September 2017 in Richmond. Nun hat er seinen ersten All-Star-Sieg in der Tasche.

Bevor es losging, fuhren sich zunächst William Byron (Hendrick-Chevrolet), Darrell Wallace (Petty-Chevrolet) und eben Kyle Larson ins All-Star-Race. Sie gewannen die drei Segmente des vorangegangenen Open-Race. Als vierter Fahrer rückte Alex Bowman (Hendrick-Chevrolet) ins Starterfeld auf. Er war unter Berücksichtigung des Open-Race-Ergebnisses derjenige der noch nicht qualifizierten Fahrer, der beim Fan-Voting die meisten Stimmen für sich verbuchte.

Stage-Siege für Kyle Busch, Harvick und Logano

Gesplittet wurde das auf 85 unter Grün zu absolvierende Runden angesetzte All-Star-Race 2019 in vier Segmente (Stages). In Stage 1 (30 Runden) setzte sich Kyle Busch (Gibbs-Toyota) durch, nachdem er zunächst Kevin Harvick (Stewart/Haas-Ford) überholte und dann bei einem späten Restart hinter sich hielt. Der von der Pole-Position gestartete Clint Bowyer (Stewart/Haas-Ford) fiel direkt beim Start zurück und beendete das Segment auf P3.

Stage 2 ging über 20 Runden. In diesem Segment behielt Harvick die Oberhand, nachdem er Spitzenreiter Kyle Busch beim Restart stehenließ. Hinter Harvick lief die Penske-Teamkollegen Joey Logano und Ryan Blaney auf P2 und P3 ein, während ihr Teamkollege Brad Keselowski, der sich in Stage 1 strategiebedingt vier Führungsrunden geholt hatte, als Siebter über die Linie kam.

Im ebenfalls 20 Runden dauernden Stage 3 setzte sich Logano durch. Die Positionen zwei und drei gingen an Chase Elliott (Hendrick-Chevrolet) und dessen Teamkollegen William Byron. Harvick hatte nach zuvor langer Führung das Pech, dass ihn eine Vibration ereilte. Gleichzeitig hatte er das Glück, dass ihn eine Gelbphase vor der Überrundung rettete.

Larson gewinnt nach Open-Race auch das All-Star-Race

Derweil ließ es Kyle Busch im vorletzten der vier Rennsegmente bewusst ruhig angehen. Mit großem Rückstand auf das Feld schonte der Gibbs-Pilot nach einem frühen Boxenstopp seine Reifen für das letzte und entscheidende Segment.

Im letzten Segment, das 15 Runden dauerte, duellierten sich anfangs Logano und Elliott um die Führung. Dann übernahm Kyle Busch mit seinen zuvor geschonten Goodyear-Gummis das Kommando. Doch nur wenige Sekunden, nachdem sich Busch wieder in Führung gesetzt hatte, wurde Gibbs-Teamkollege Denny Hamlin von Penske-Pilot Ryan Blaney in einen Dreher geschickt - Gelb.

Beim folgenden Restart katapultierte sich der mit Sieg im Open-Race erst nachträglich ins All-Star-Race aufgerückte Kyle Larson in Führung. Zu verdanken hatte er dies einem kräftigen Push des nach seiner Vibration wieder in Richtung Spitze vorgedrungenen Kevin Harvick. Aber ein Crash von Erik Jones (Gibbs-Toyota) nach Reifenschaden zwang das Feld ein weiteres Mal, Tempo herauszunehmen. Es sollte die letzte Gelbphase bleiben.

Larson führte beim letzten Restart. Dahinter duellierten sich Kyle Busch und Harvick um P2. Sechs Runden vor Schluss erwischte Busch auf der Verfolgung von Larson die Mauer und fiel zurück. Harvick aber war noch nicht geschlagen. Der Stewart/Haas-Pilot blieb dem Ganassi-Piloten bis zur letzten Runde auf den Fersen, konnte aber keinen Angriff mehr setzen. Larson feierte nach bislang enttäuschend verlaufener Saison seinen ersten All-Star-Sieg.

Harvick wurde Zweiter vor Kyle Busch, der sich nach seinem späten Mauerkontakt mit P3 begnügen musste. Die Top 5 wurden abgerundet von Joey Logano und Darrell "Bubba" Wallace, der wie Sieger Larson über das Open-Race ins All-Star-Race eingezogen war.

Neue Technik im Test: Sieben Spitzenreiter

Abseits vom sportlichen Geschehen stand das Rennen im Zeichen des Debüts zweier Technik-Features, die ab der Saison 2021 beim dann debütierenden Gen7-Auto bei allen NASCAR-Rennen zum Standard werden könnten. Dabei handelt es sich einerseits um einen Frontsplitter aus Kohlefaser zusammen mit einem ebenfalls aus Kohlefaser gefertigten Aero-Element unter der Fahrzeugfront ("Radiator Pan"). Zum zweiten handelt es sich um eine neue Führung der Luft vom Kühler durch die Motorhaube direkt nach außen anstatt erst durch das Umfeld des Motors.

Ob es an den technischen Neuerungen lag oder nicht: Das All-Star-Race 2019 sah im Verlauf der letztlich 88 Runden (85 davon unter Grün) immerhin sieben Spitzenreiter, wobei Harvick mit 33 Runden am längsten auf P1 notiert wurde. Abgesehen davon war das Racing im Feld auch hinter der Spitze unterhaltsam. Neben den drei Stage-Cautions gab es fünf weitere Gelbphasen. Angesichts der knappen Manöver im dichten Pulk, die teilweise sogar Four-Wide vorgetragen wurden, hätte es sogar noch deutlich öfter Gelb geben können...

Das All-Star-Race war nach dem im Februar von Jimmie Johnson gewonnenen Advance Auto Parts Clash in Daytona das zweite und letzte punktelose Rennen im NASCAR-Jahr 2019. Am kommenden Wochenende wird die reguläre Saison fortgesetzt - und zwar mit dem Coca-Cola 600, das als längstes Rennen der gesamten Saison ebenfalls auf dem Charlotte Motor Speedway über die Bühne geht.

© Motorsport-Total.com

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