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Angeblich soll Toyota am Heck im technischen Graubereich agieren
Angeblich soll Toyota am Heck im technischen Graubereich agieren © Speedpictures.de
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Porsche bittet FIA um eine Klarstellung bezüglich einiger Aerodynamikelemente am Toyota TS050: Duell der Hersteller mit politischen Dimensionen

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Die Teams der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) kämpfen dieser Tage in Spa-Francorchamps um wichtige Punkte für die Meisterschaft. Mehr noch: Der Lauf in Belgien ist die Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans 2017. Auf dem Weg in Richtung Klassiker in Frankreich nimmt der sportliche Druck zu - und der politische ebenso. Wie in Spa-Francorchamps bekannt wurde, zweifelt Porsche die Legalität einiger Lösungen am Toyota TS050 an.

Bereits beim Prolog in Monza schauten sich Porsche-Vertreter das Konkurrenzprodukt aus Köln und Japan mit großem Interesse an. Beim Saisonauftakt in Silverstone nahmen die Diskussionen um das Ausreizen etwaiger Grauzonen an Fahrt auf. Im Rahmen des aktuellen WEC-Events in Spa-Francorchamps gelangte das Ringen der Hersteller und von ACO/FIA an die Öffentlichkeit. Von Porsche-LMP1-Chef Fritz Enzinger heißt es auf Nachfrage nur: "Kein Kommentar."

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Toyota steht in der aktuellen Auseinandersetzung bislang am Rande. "Es ist eine Sache, die sich zwischen FIA und Porsche abspielt. Wir haben derzeit überhaupt nichts damit zu tun und auch keinen Einfluss", erklärt ein Sprecher der Japaner auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Die FIA wurde bezüglich einiger Lösungen am Toyota um Klarstellung der Regelauslegung gebeten. Das bedeutet: Am Toyota ist nichts offensichtlich illegal - immerhin wurde der TS050 homologiert und überstand auch das Scrutineering in Spa.

In der aktuellen Auseinandersetzung geht es somit eher um Lösungen am Toyota, die womöglich nicht dem "Geist des Reglements" entsprechen. Über Details schweigen sich alle Beteiligten noch aus. Es erscheint naheliegend, dass die Japaner am Diffusor einen Weg eingeschlagen haben, der ursprünglich von den Regelhütern ausgeschlossen werden sollte. Angeblasene Diffusoren sollten beispielsweise verbannt sein, womöglich gibt es aber weiterhin Grauzonen, in denen agiert werden kann.

Diskussionen um technische Entwicklungen an den LMP1-Werksautos sind alles andere als neu. Nahezu in jedem Jahr gab es im Vorlauf der 24 Stunden von Le Mans noch Klärungs- oder sogar Änderungsbedarf. "Der Unterschied in diesem Jahr, nachdem Audi sich zurückgezogen hat: Wolfgang Ullrich fehlt, der bei solchen Themen in den zurückliegenden Jahren oft als Schlichter gewirkt und somit die Diskussionen aus der Öffentlichkeit herausgehalten hat", erklärt ein Insider gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

© Motorsport-Total.com

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