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Der Wunsch des ACO: 2024 sollen Rennautos CO2-neutral fahren
Der Wunsch des ACO: 2024 sollen Rennautos CO2-neutral fahren © LAT
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Le-Mans-Veranstalter ACO hat ein großes Ziel: 2024 sollen Rennautos CO2-neutral fahren - Brennstoffzelle bereits in sechs Jahren ausgereift? BMW hält es für möglich

Während die Verantwortlichen von FIA und ACO in Gesprächen mit interessierten Herstellern und Teams an den Details des kommenden Reglements 2020 (GTP-Fahrzeuge in Topkategorie) feilen, macht man sich bereits Gedanken um die fernere Zukunft. ACO-Präsident Pierre Fillon will am Konzept der Brennstoffzelle in Le Mans festhalten. Der Franzose hatte eine solche Technologie bereits frühzeitig in Aussicht gestellt, nun sollen die entsprechenden Regeln für die Saison 2024 umgesetzt werden.

"Für 2024 haben wir andere Antriebe angepeilt. Ich persönlich bin wahrscheinlich nicht der Einzige, der nicht an die batterieelektrischen Systeme als ultimative und flächendeckende Lösung glaubt", so Fillon im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Der ACO-Boss nimmt das Wort Brennstoffzelle nicht explizit in den Mund, ergänzt aber vielsagend: "Wir haben ein klares Ziel: Ab 2024 soll es möglich sein, in Le Mans komplett CO2-neutral zu fahren. Und das geht nur mit gewissen Technologien."

Die Bühne Le Mans sei für die Entwicklung solcher Technologien wie geschaffen, meint auch FIA-Präsident Jean Todt. Der Franzose sieht Hybridtechnik in der Formel 1, batterieelektrische Antriebe in der Formel E und die Brennstoffzelle beim Langstreckenklassiker an der Sarthe. Wann ist die Technologie ausreichend entwickelt für einen ersten echten Angriff im Motorsport? BMW hatte in den vergangenen Jahren in diesem Bereich intensiv geforscht. Nun startet man in Le Mans - allerdings mit einem Turbo-Verbrenner im M8 GTE.

BMW hat Erfahrung auf diesem Gebiet

"Wir haben eine Studie gemacht, ob man das im Motorsport anwenden könnte. Das Ergebnis war, dass man es mit gewissen Einschränkungen und ein paar Dingen, die man noch entwickeln müsste, durchaus kann", sagt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Die Themen Kühlung und Wasserstofftank sind zu klären. Da gibt es unterschiedliche Ansätze. Grundsätzlich ist es eine Technologie für die Langstrecke. Man muss sich anschauen, in welchem Zeitkorridor so etwas klappen könnte."

BMW hat im Bereich der Erforschung der Brennstoffzellen-Technik eine enge Kooperation mit Toyota. Auch andere Hersteller arbeiten unter Hochdruck an entsprechenden Lösungen. Die Fortschritte, die angesichts der momentan anhaltenden Elektro-Hype-Welle kaum im Fokus der Öffentlichkeit stehen, sind enorm. Es hat gute Gründe, warum ein Konsortium um die Konzerne Linde, Shell, Total sowie zahlreichen Automobil-Herstellern das Wasserstoff-Tankstellennetz allein in Deutschland auf 400 Zapfstellen ausbauen wollen.

"Ich halte es absolut für möglich, dass eine solche Technologie im Jahr 2024 bis zur Rennreife gebracht werden kann. Es kommt natürlich darauf an, welches Performancelevel man anpeilt. Das würde definitiv gehen, ohne dass ein Tanklaster oder Anhänger mit Kühlaggregaten hinten dran hängt", sagt Marquardt. "Wenn man sich die Entwicklungskurve anschaut, dann denke ich, dass man durchaus schon 2024 so etwas umsetzen könnte."

"Wir sprechen mit der FIA und mit dem ACO jederzeit über die Themen, die für uns als Hersteller relevant sind. Die wissen genau, wo wir unterwegs sind und was wir machen. Es hat Sinn, wenn man gemeinsam neue Wege entwickelt. Mit beiden haben wir uns über das Thema Brennstoffzelle unterhalten", gibt Marquardt das Interesse an der Brennstoffzelle im Motorsport zu. "Das wird fortgeführt, wir sind das nicht verschlossen. Wir sprechen aber auch über andere Themen wie zum Beispiel neue Hybridkonzepte."

© Motorsport-Total.com

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