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Unverhoffter Sieg: Mit dem Silverstone-Triumph hat AF Corse nicht gerechnet
Unverhoffter Sieg: Mit dem Silverstone-Triumph hat AF Corse nicht gerechnet © LAT
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AF Corse mag die 6 Stunden von Silverstone in der GTE Pro gewonnen haben, James Calado ist aber nicht zufrieden: Strategische Glanzleistung statt fairer Chance

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James Calado und sein Teamkollege Alessandro Pier Guidi mögen die 6 Stunden von Silverstone auf ihrem Ferrari 488 GTE von AF Corse gewonnen haben, doch zufrieden ist man nicht. Grund dafür die ist Balance of Performance (BoP). Calado und Pier Guidi hatten im Rennen nicht die Pace der Rivalen von Ford und Porsche, doch die amtierenden GT-Weltmeister machten das mit perfekter Strategie wett. Sie nutzten zwei FCY- und eine Safety-Car-Phase zu ihren Gunsten aus.

Es mag der erste Sieg für das Evo-Modell des Ferrari 488 GTE gewesen sein, doch Calado fordert weitere Anpassungen, um im GTE-Pro-Feld konkurrenzfähig zu sein: "Uns fehlt einfach der Speed auf der Geraden. Wir hatten Probleme, an den Amateurfahrzeugen vorbei zu kommen. Damit wird es noch schwerer. Wir brauchen Topspeed. Im Qualifying beträgt unser Defizit sieben bis acht km/h auf den Schnellsten." Und in Silverstone gibt es keine allzu langen Geraden...

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Calado und Pier Guidi kamen im Qualifying nur auf Rang neun und hatten 1,3 Sekunden Rückstand auf den Ford GT von Stefan Mücke und Olivier Pla. "Wir haben einen Fehler beim Set-up gemacht", gesteht Calado. "Unser Briefing am Samstag hat mehrere Stunden gedauert. Wir haben alles behoben und das Auto fühlte sich fantastisch an. Trotzdem waren wir von der Pace her nicht konkurrenzfähig. Unser Plan war daher, so viel Sprit wie möglich zu sparen und strategisch etwas anderes zu machen als die Konkurrenten. Das hat sich ausgezahlt. Ford war extrem schnell, sie hatten nur Pech mit der Strategie."

Eigentlich war die erste Runde der automatisierten BoP-Anpassungen für das nächste Rennen auf dem Fuji Speedway vorgesehen, doch nach dem manuellen Eingriff in das Balancing ist es wahrscheinlicher, dass das neue System erst nach dem japanischen Lauf Anfang Oktober greifen wird. "Wir dürfen für Fuji nicht dasselbe erwarten (wie in Silverstone; Anm. d. Red.), aber hoffentlich gelingt uns dort ein gutes Resultat", hofft der 29-Jährige.

Bis dahin will er jedenfalls versuchen, vom leidigen BoP-Thema wegzukommen, zumal das FIA Langstrecken-Komitee vor Silverstone seinen einmaligen "Black Ball" aufgebraucht hat und nicht mehr manuell eingreifen kann: "Wir machen uns in Zeiten, in denen wir zufrieden sein sollten, zu viel Stress und sammeln nur Frustration, wenn wir ständig über die BoP nachdenken. Wir sollten einfach unseren Sieg genießen. Manchmal gewinnt man, manchmal nicht. Man muss einfach nur versuchen, das Beste für uns rauszuholen."

© Motorsport-Total.com

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