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SMP gegen Rebellion: Das Duell geht 2019 im zweiten Teil der WEC 2018/19 weiter
SMP gegen Rebellion: Das Duell geht 2019 im zweiten Teil der WEC 2018/19 weiter © LAT
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Bei den 6 Stunden von Schanghai war SMP im Rennen erster Toyota-Verfolger, nachdem diese Rolle bislang meist von Rebellion eingenommen worden war

Toyota triumphierte am Sonntag nach Spa, Le Mans und Fuji auch in Schanghai und damit beim letzten 2018er Rennen der WEC-Saison 2018/19. Zudem lagen die mit Hybrid-LMP1 startenden Japaner auch in Silverstone mit beiden Autos vor der Konkurrenz, wurden dort aber disqualifiziert.

Bestplatzierter Toyota-Verfolger war in Schanghai erstmals nicht Rebellion, sondern SMP. Im Duell der beiden stärksten LMP1-Privatteams gaben nicht zuletzt die äußeren Umstände den Ausschlag dafür, dass SMP bei regnerischen Bedingungen am Sonntag mit den Piloten Jenson Button, Witali Petrow und Michail Aljoschin erstmals auf das Podest fuhr.

"Wir kämpften mit den Rebellions und ein paar Mal waren wir auch vor den Toyotas, sodass sie uns überholen mussten. Aber sie haben Allradantrieb und ziehen uns am Kurvenausgang davon", berichtet Button, für den der erste Podestplatz in der WEC nur eine Woche nach dem Gewinn des Super-GT-Titels direkt das nächste Erfolgserlebnis war.

"Wir haben unser Bestes gegeben und lagen am Ende nur eine Runde zurück", bilanziert der Formel-1-Weltmeister von 2009 nach den 6 Stunden von Schanghai zufrieden. Nicht ganz so glücklich äußert sich Rebellion-Pilot Neel Jani, nachdem er mit seinen Kollegen Andre Lotterer und Bruno Senna im Kampf um den letzten Podestplatz gegen Button/Petrow/Aljoschin unterlag. Im Qualifying am Samstag, das auf trockener Strecke stattfand, war Rebellion noch klar erster Toyota-Verfolger gewesen. Im Rennen aber sah es anders aus.

"Sobald der Regen stärker wurde, waren wir leichte Beute für SMP", sagt Jani im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' und erklärt: "Unser Problem sind generell die Reifen. Sie passen nicht zu unserem Auto, weil es Reifen für hybridgetriebene Autos sind." Da jedoch auch der BR1 von SMP genau wie eben der R13 von Rebellion kein Fahrzeug mit Hybridtechnik ist, gibt Jani nicht Michelin die Schuld: "SMP hat einfach besser gearbeitet als wir. Schon in Fuji funktionierten die Reifen an unserem Auto nicht so gut wie bei SMP."

Button bestätigt Janis Eindruck. "Im Nassen sind wir richtig schnell, aber wenn es trockener wird, scheinen sie [Rebellion] stärker zu sein. Wir bekommen schneller Temperatur in die Reifen, aber überhitzen sie auch schneller. Wir sind also am Beginn des Stints schneller, sie am Ende." Und noch etwas ist dem SMP-Piloten aufgefallen: "Aerodynamisch ist unser Auto wirklich richtig stark. Man merkt aber, dass man jeglichen Grip verliert, sobald das Auto langsamer wird und die Aerodynamik an Bedeutung verliert. Wir müssen uns also beim mechanischen Grip verbessern."

Nachdem der 2018er Teil der WEC 2018/19 nun beendet ist und 2019 nur noch die Rennen in Sebring (März), Spa (Mai) und Le Mans (Juni) auf dem Programm stehen, haben die Rebellion-Piloten Jani/Lotterer 26 Punkte Vorsprung auf die SMP-Piloten Petrow/Aljoschin. Mit diesem Zwischenstand, der sich damit erklärt, dass sowohl Senna als auch Button je ein Rennen verpasst haben, blickt Jani auf den 2019er Teil der Saison voraus.

"Die Stärke von Rebellion ist die Zuverlässigkeit. Das ist es, was uns die Punkte ermöglicht hat", so Jani und weiter: "Jetzt müssen wir uns um das Tempo kümmern. SMP war schon immer schnell, aber nicht zuverlässig. Sobald auch ihr Auto zuverlässig läuft, liegt es an uns, mit Tempo zu antworten. Wir müssen unser Tempo schneller finden als sie ihre Zuverlässigkeit finden, denn unsere Zuverlässigkeit allein wird dann nicht mehr reichen."

© Motorsport-Total.com

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