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In Spa war es nicht die Technik, sondern ein Unfall, der ByKolles stoppte
In Spa war es nicht die Technik, sondern ein Unfall, der ByKolles stoppte © Erik Junius
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Hält einmal die Technik, sorgt ein Gegner für Chaos: Tom Dillmann kann das ByKolles-Pech nicht mehr glauben, lobt aber den Kampfgeist des Teams

Eines kann man dem ByKolles-Team wirklich nicht absprechen: Kampfgeist. Diesen bewies es nicht nur in den bisherigen Rennen, bei denen es immer antrat, selbst wenn alle wussten, dass der Motor nicht halten würde. Und auch die 6 Stunden von Spa-Francorchamps 2019 forderten der Mannschaft alles ab.

Als Tom Dillmann beim vorletzten Lauf der "Supersaison" 2018/19 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) von Jordan King komplett über den Haufen gefahren wurde, hätten wohl nicht wenige Teams die Segel gestrichen. Die Mannschaft von Colin Kolles tat, was sie so oft tut: Den Enso CLM P1/01 wieder fahrtauglich machen - koste es, was es wolle.

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Tom Dillmann, Oliver Webb und Neuzugang Paolo Ruberti wurden tatsächlich belohnt: Sie schafften gerade eben die nötige Distanz, um in Wertung zu kommen. Zwar als 34. und Letzte, aber immerhin im Ziel.

"Das ist ein Team von Kämpfern", sagt Dillmann gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Sie geben nie auf, obwohl uns immer irgendwas passiert. Es ist sehr schade, aber können wir machen, außer es weiter zu versuchen?"

Unfall kostet wichtige Kilometer

ByKolles war nach einer Auszeit bei den 1.000 Meilen von Sebring in Spa zurückgekehrt, nachdem der Enso auf den 4,5-Liter-Gibson-Saugmotor umgerüstet wurde. Der Wechsel mitten in der Saison warf natürlich sämtliche Set-ups über den Haufen. "Die Aero ist ziemlich ähnlich, aber mechanisch sind wir komplett aus dem Fenster", so der 30-jährige Franzose.

Das habe das Team aber so erwartet, versichert er. Deshalb stand der Spa-Einsatz unter dem Motto: Test unter Rennbedingungen. "Für uns ist es wichtig, die Aufhängung zu verstehen, der Motor arbeitet gut."

Genau deshalb war der Unfall so ärgerlich für ByKolles. Wichtige Testkilometer gingen durch die Reparatur verloren. "Ich habe einfach nur mein Ding gemacht", zuckt Dillmann mit den Schultern. "King ist beim Bremsen einfach von rechts ganz nach links rübergezogen. Da gab es nichts, was ich hätte tun können. Ich war links und er zog einfach rüber, als wäre keiner da."

Im Regen gehen die Fahrer häufig in der Bremszone von der Ideallinie herunter, um dem Gummiabrieb aus dem Weg zu gehen. Unmittelbar vor der Kurve wird dann nach außen gezogen, um ideal für die Kurve platziert zu sein. Bei diesem Manöver scheint King - auch aufgrund des großen toten Winkels bei Rennautos - den Enso komplett übersehen zu haben.

ByKolles tat sich im Trockenen schwer, die Pace der LMP2 mitzugehen, bei Regen war man am Rest des LMP1-Feldes dran. Dillmann zufolge hing es ganz von der Reifentemperatur ab. Das eiskalte Spa-Wochenende war kein guter Vergleichspunkt, da die LMP1-Privatteams noch immer mit den großen Problemen bei den Vorderreifen kämpfen, die für Hybridautos gebaut sind.

© Motorsport-Total.com

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