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Rebellion Racing dominiert den ganzen Samstag beim Lone Star Le Mans 2020 - LMP2 greifen Toyota an - Aston Martin schlägt Porsche und Ferrari

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Drei Bestzeiten aus drei Sitzungen: Rebellion Racing hat sich selbst zum Favoriten auf den Sieg beim Lone Star Le Mans 2020 auf dem Circuit of the Americas erklärt. Der Rebellion R13 hatte keinen perfekten Tag und sogar einen Motorschaden nach Halbzeit im zweiten Freien Training.

Trotzdem holten Gustavo Menezes und Norman Nato im Rebellion #1 (Senna/Menezes/Nato) mit frischem Motor die Bestzeit mit einem Rundendurchschnitt von 1:47.530 Minuten.

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Das reichte zu einem Vorsprung von 1,631 Sekunden auf den schnelleren Toyota. Und der Durchschnitt hätte gut und gerne noch deutlich schneller werden können, denn die Rebellion-Fahrer konnten zwei noch schnellere Runden nicht beenden. Gustavo Menezes wurde nach seinem ersten Flyer an die Box gerufen.

Norman Nato wurde von einer Roten Flagge für einen gestrandeten LMP2 kalt erwischt, als er gerade dabei war, seine fliegende Runde zu beenden. Der Franzose musste ein zweites Mal ran, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Es ist die zweite Pole für Rebellion nach Schanghai. Der High-Class-Oreca #33, der die Rote Flagge ausgelöst hatte, kam aus eigener Kraft zurück an die Box.

Menezes war bereits drauf und dran, in die 1:46er-Regionen vorzustoßen. Was möglich gewesen wäre, will er aber nicht verraten. "Das Wichtigste ist, dass wir von der Pole starten. Die Jungs haben toll gearbeitet. Sie haben nicht nur einen neuen Motor eingebaut, sondern alles hat auch perfekt funktioniert", sagt er.

Keine Chance für Toyota

Das Qualifying war nicht nur ein Kampf der Fahrer gegeneinander, sondern auch der Fahrer gegen die Track Limits bei einsetzender Dunkelheit. Eine Vielzahl von Runden wurde von der Rennleitung in allen Klassen aberkannt.

Dazu gehörte auch ein Toyota. Die japanisch-kölsche Mannschaft tut sich mit dem Erfolgsballast schwer. Der Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) war erwartungsgemäß schneller als das Fahrzeug der Tabellenführer #7 (Conway/Kobayashi/Lopez).

Allerdings vermasselte Brendon Hartley seine schnelle Runde am Ende und schoss in der vorletzten Kurve über die Track Limits hinaus - Runde aberkannt, Platz drei. Dass die #8 überhaupt vor den LMP2 blieb, war mit der Tatsache geschuldet, dass bei den kleinen Prototypen der Amateurfahrer einen Stint fahren muss.

Die Fahrer der #7 hatten das Lone Star Le Mans im Vorfeld für sich bereits zum "Nicht-Rennen" erklärt, finden sich nun allerdings überraschend in der ersten Startreihe wieder. Es ist aber damit zu rechnen, dass sie angesichts einen Ballast-Deltas von einer halben Sekunde gegen die eigenen Teamkollegen nicht viel werden ausrichten können.

De Vries mit Megarunde, aber ohne Pole

In der LMP2 avancierte Nyck de Vries im Racing-Team-Nederland-Oreca #29 (Van Eerd/van der Garde/de Vries) zum Superstar. Der Niederländer ließ auf seiner fliegenden Runde in 1:48.695 Minuten sogar den Toyota #7 hinter sich, der sich danach aber nochmal knapp vor den gelben Oreca schob.

Den zweite Teil der Qualifikation bestritt Frits van Eerd für das Racing Team Nederland. Er bekam keine einzige vernünftige Runde zustande und der Oreca #29 stürzte auf P8 ab.

In die Bresche sprang der Cool-Oreca #42 (Lapierre/Borga/Coigny) mit einer Zeit von 1:49.910 Minuten, zwei Zehntesekunden schneller als der United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Albuquerque/Di Resta). Dann folgte eine Lücke von fast einer Sekunde zum Signatech-Alpine #36 (Laurent/Negrao/Ragues).

Neue Corvette fährt hinterher

Perfekte Ausgangslage für die Titelverteidiger: Der "Dane Train" mit Marco Sörensen und Nicki Thiim holte die Pole-Position mit einer Durchschnittszeit von 2:00.733 Minuten. Sörensen legte vor, Thiim vollendete den Job.

"Die Konstanz und Ausgeglichenheit zwischen uns macht schon die gesamte Saison den Unterschied aus", sagt Thiim, der richtig Spaß gehabt hat. "Diese Strecke mit wenig Sprit und frischen Reifen macht riesig Spaß. Es ist lange her, dass ich eine Qualirunde so genossen habe. Das ist hier echt nicht einfach und eine tolle Herausforderung."

Das Qualifying war eine richtig enge Angelegenheit - alle sechs regulären GTE-Pro-Starter landeten innerhalb einer halben Sekunde. Als zweite Kraft entpuppten sich die Porsche 911 RSR. Der Porsche #92 (Christensen/Estre) kam mit 0,219 Sekunden Rückstand auf die zweite Position.

Die Reihenfolge wiederholt sich in der zweiten Reihe: Aston Martin vor Porsche. Die beiden Ferrari 488 GTE Evo von AF Corse landeten in Reihe drei mit einem Rückstand von viereinhalb Zehntelsekunden.

Völlig außen vor blieb in allen Sessions die Corvette #63 (Magnussen/Rockenfeller). Die Balance of Performance scheint hier noch gar nicht zu passen, denn das gelbe Muscle Car hing in allen Sessions mehrere Sekunden zurück und hatte Mühe mit den GTE-Am-Fahrzeugen. Letztlich mussten sich Mike Rockenfeller und Jan Magnussen im Qualifying zwei GTE Am beugen. Rückstand auf die Pole: 2,234 Sekunden.

Die GTE-Am-Pole sicherte sich trotz hohem Erfolgsballast der Project-1-Porsche #56 (Perfetti/Hörr/Cairoli) vor dem Aston Martin #98 (Dalla Lana/Turner/Gunn) mit lediglich 0,046 Sekunden Rückstand.

Start zum Lone Star Le Mans ist am Sonntag um 19 Uhr MEZ. Das Rennen geht über sechs Stunden.

© Motorsport-Total.com

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