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Die WEC wird nicht mehr zum Winterkalender zurückkehren - WEC-Chef Gerard Neveu bleibt von den Vorteilen überzeugt, denkt aber an die Teilnehmer

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Nun ist es raus: Die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) wird 2021 endgültig zu einem normalen Jahreskalender zurückkehren, wie es zuletzt 2017 der Fall gewesen ist. Das Experiment "Winterkalender" wird wieder begraben.

"Wir müssen [im Zuge der Coronakrise] zu vielen Veränderungen bereit sein. Dazu gehört, das Leben für die Menschen und Partner einfacher zu machen. Die Saison startet im März und endet im November. Le Mans wird natürlich wieder im Juni stattfinden, weil es immer im Juni ist", sagt WEC-Chef Gerard Neveu im offiziellen WEC-Podcast.

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"Diesen Plan wollen wir für die darauffolgenden Jahre zu duplizieren. Ich denke, die Idee des antizyklischen Kalenders ist eine gute Idee gewesen, weil das jetzt sehr gut funktioniert. Aber es ist nicht unsere Wahl; die derzeitige Situation hat uns dazu gezwungen, die Pläne zu ändern und für die Teams, Partner und Sponsoren eine möglichst einfache Lösung zu finden."

"Man kann nicht einfach hingehen und sagen: 'Okay Jungs, das gefällt uns nicht, wir ändern das und hören früher auf." Das heißt, eine Mini-Saison 2021, die mit Le Mans aufhört, um dann in einen Winterkalender überzugehen, wird es nicht geben.

Ebenso wenig wird es eine dritte "Supersaison" in Folge geben. Das wäre die andere Möglichkeit gewesen wäre, wieder auf einen Winterkalender umzuschwenken.

Neveu warnt: 2021 kritische Saison

2021 wird damit die erste Saison mit Jahreskalender nach 2017. Die Idee des Winterkalenders gab es schon zu den großen LMP1-Zeiten Mitte des vergangenen Jahrzehnts. Der Porsche-Ausstieg 2017 war dann die Initialzündung für die Änderung.

Über die "Supersaison" 2018/19 ging es in die erste reguläre Wintersaison 2019/20. Wegen Corona musste diese unfreiwillig bis Ende 2020 verlängert werden. Ein Kalender 2020/21 stand schon fest, ist nun aber erst einmal wieder Makulatur.

Neveu weiß, dass der Neustart schwierig werden wird, da sich viele der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erst im kommenden Jahr voll durchschlagen werden: "Wir sehen großen ökonomischen Auswirkungen ins Auge. Wir müssen vorsichtig sein. Es wird eine schwierige Angelegenheit."

"Deshalb mussten wir uns Zeit verschaffen. Man muss genau wissen, woran man ist und wie man etwas aufziehen kann. Dasselbe gilt für die Privatteams. Sie müssen Deals mit ihren Gentlemen-Fahrern und Sponsoren abschließen. Wenn man ihnen jetzt damit kommt, ob sie ihre Nenngebühr für die kommende Saison hinterlegen können, wird niemand wirklich eine Antwort haben."

So will sich der WEC-Ausrichter ACO in erster Linie Zeit erkaufen, indem der Saisonstart um sieben Monate nach hinten verschoben wird - in der Hoffnung, dass die Welt sich bis dahin normalisiert haben wird. "Auch gibt es uns mehr Zeit, weil wir auch den Kalender für die kommende Saison präsentieren müssen."

Er hat bereits in Aussicht gestellt, weniger als acht Rennen in der Saison 2021 zu absolvieren. Nach eigenen Regeln muss die WEC aus mindestens sechs Läufen inklusive der 24 Stunden von Le Mans bestehen. Die FIA-Statuten schreiben darüber hinaus Rennen auf mindestens drei Kontinenten vor, was mit den Fixpunkten Sebring, Le Mans und Bahrain allerdings schon erfüllt wäre.

© Motorsport-Total.com

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