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Mads Östberg fuhr in Schweden erstmals den neuen Ford Fiesta WRC 2017
Mads Östberg fuhr in Schweden erstmals den neuen Ford Fiesta WRC 2017 © xpbimages.com
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Bei der Rallye Schweden verlor Mads Östberg den Heckflügel: Die Aerodynamik wirkt bei den neuen WRC-Boliden extrem, wie der Norweger aus Fahrersicht schildert

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Die neuen World-Rally-Cars sind leichter, stärker, schneller und optisch deutlich spektakulärer als ihre Vorgänger. Das höhere Tempo wirft auf der anderen Seite auch Probleme auf. Bei der Rallye Schweden musste eine Prüfung abgesagt werden, weil die vorgegebene maximale Durchschnitts-Geschwindigkeit überschritten wurde.

Aber nicht alle wollen den Grund auf die neuen Autos schieben. "Meiner Meinung nach haben sie die Prüfung in Schweden nicht wegen der neuen Autos abgesagt", findet Mads Östberg im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com.' "Auch mit den alten Autos wäre diese Prüfung zu schnell gewesen. Ich denke, der Grund lag einfach an der Strecke."

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Vor allem Schweden zeigte, dass die neuen Boliden deutlich schneller sind. Es stellt sich die Frage, ob die schnellen Strecken in Finnland und Polen aus Sicherheitsgründen verändert werden müssen. "Bei Rallyes, die schon in der Vergangenheit am Limit waren, werden wir die erlaubten Durchschnitts-Geschwindigkeiten überschreiten", glaubt Östberg, wenn er an den Rallye-Kalender denkt. "Ich denke, sie müssen sich über einige Prüfungen den Kopf zerbrechen. Prüfungen wie Ouninpohja werden jetzt noch kniffliger werden, weil sie schon bisher beim Durchschnitts-Tempo am Limit waren."

Optisch sticht bei den neuen Autos vor allem die Aerodynamik ins Auge. Breitere Radhäuser, Splitter, ein wuchtiger Heckflügel und ein ausgeprägter Diffusor erinnern mehr an einen Tourenwagen. Auch beim Fahren selbst ist der Aero-Effekt deutlich zu spüren. "Es ist sicher ein großer Unterschied zu den alten Autos. Schon bei 80 bis 100 km/h kann man den gestiegenen Anpressdruck spüren", beschreibt Östberg die Auswirkungen. "Auf Schnee und Schotter spürt man, dass die Aerodynamik das Auto auf den Boden drückt. Man hat dadurch weniger Bodenfreiheit und man spürt, dass das Auto bei hoher Geschwindigkeit tiefer liegt."

Vor allem bei den Asphalt-Rallyes, wo die Aerodynamik noch besser funktioniert als auf losem Untergrund, wird das Tempo höher werden. Dass der wuchtige Heckflügel nicht nur aus optischen Gründen so markant ausgeprägt ist, musste Östberg in Schweden feststellen. Am Freitag verlor er in einer Prüfung den Heckflügel. "Ich wusste im ersten Moment nicht, was passiert ist", erinnert er sich zurück. "Das Auto fühlte sich komplett anders an. Ich dachte, es ist mehr kaputt als nur der Heckflügel. Am Ende der Prüfung habe ich dann gesehen, dass nur der Heckflügel fehlte."

Anschließend startete sein Privatteam auch über die sozialen Medienkanäle einen Aufruf, ob Fans den Heckflügel in den Service-Park bringen könnten. "Es ging nur darum herauszufinden, warum er abgefallen ist", nennt Teammanager Quirin Müller den Grund für diese Suchaktion. "Ob es ein Material- oder Montagefehler war. Der Flügel wird jetzt bei M-Sport untersucht." Außerdem erhält der ehrliche Finder eine tolle Belohnung: "Der Fan wird eine Mitfahrt mit Mads bei einem Test bekommen."

© Motorsport-Total.com

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