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Sebastien Ogier will die Rallye Deutschland zum vierten Mal gewinnen
Sebastien Ogier will die Rallye Deutschland zum vierten Mal gewinnen © xpbimages.com
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Ford hofft mit Sebastien Ogier bei der Rallye Deutschland endlich den weißen Fleck in der Erfolgsbilanz der Rallye-WM auszumerzen

Die Rallye-Welt blickt an diesem Wochenende (17. bis 20. August) auf Deutschlands Südwesten: Lauf zehn der diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) sorgt von Donnerstag bis Sonntag zwischen Saarbrücken und Trier für ein Motorsportspektakel. Ford fiebert dem Asphalt-Höhepunkt der Saison mit großen Erwartungen entgegen - und will einen Makel in der Erfolgsbilanz ausmerzen.

"Die Rallye Deutschland war in der Vergangenheit nicht sehr nett zu uns - als einzigen konnten wir diesen WM-Lauf noch nie gewinnen. Aber in diesem Jahr haben wir eine große Chance, die Dinge endlich geradezurücken", lacht M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson. "Tatsächlich können unsere drei Fahrer bei dieser Rallye auf erfolgreiche Zeiten zurückblicken. Für Sebastien Ogier gilt dies natürlich ganz besonders, immerhin hat er diesen WM-Lauf bereits dreimal gewonnen."

Der viermalige Weltmeister reist punktgleich mit WM-Spitzenreiter Thierry Neuville (Hyundai) nach Deutschland, wo er den Trend der vergangenen Monate umkehren und wieder die Führung in der WM-Tabelle übernehmen will. "Ich freue mich jedes Jahr auf die Rallye Deutschland - in dieser Saison wird es aber nochmals spannender, da es im Kampf um die WM-Krone so eng zugeht", so Ogier. "Natürlich geben wir unser Bestes, denn wir wollen die alleinige Führung in der Fahrerwertung zurück."

Oiger: Deutschland eine der "schwierigsten Aufgaben"

Ogier weiß aber, dass das trotz seiner Erfolge in den vergangenen beiden Jahren (damals für Volkswagen) kein Kinderspiel wird. "Die Rallye Deutschland gehört zu den schwierigsten Aufgaben im WM-Kalender. Es kommt sehr darauf an, die richtige Einstellung und die optimale Fahrwerksabstimmung für die verschiedenen Streckencharakteristiken zu finden sowie eng und vertrauensvoll mit unseren 'Schotterspionen' zusammenzuarbeiten", weiß er. "Wenn es regnet, wird es gleich noch komplizierter - denn Fehler verzeihen diese Prüfungen nicht."

Aus Sicht von Ford ist die Rallye Deutschland in gewisser Weise ein Heimspiel: Kein anderer WM-Lauf findet näher am Geburtsort des Ford Fiesta statt. Zwischen dem neuen Start- und Zielort am Bostalsee und der Halle Y im Werk Köln-Niehl liegen kaum 200 Kilometer. Daher ist auch Ott Tänak gewillt, ein gutes Ergebnis für seinen Hersteller einzufahren - auch wenn sich der Este auf Schotter wohler fühlt als auf Asphalt.

"Die Rallye Deutschland zählt definitiv zu meinen Lieblingsveranstaltungen auf befestigten Straßen. Jede Prüfung ist anders. Es kommt wirklich darauf an, wie schnell du dich auf die wechselnden Bedingungen um- und einstellen kannst", sagt Tänak. "Auch das Wetter sorgt in dieser Region gerne für die eine oder andere Überraschung, entsprechend wichtig ist der enge Kontakt zu unseren Wetterexperten. Zudem hat die Geschichte gezeigt, dass bei der Rallye Deutschland alles passieren kann."

Heimspiel für Armin Kremer und Julius Tannert

Deutlich wohler fühlt sich auf dem glatten Belag Elfyn Evans, der den Dmack-bereiften dritten Werks-Ford fahren wird. "Die Rallye Deutschland gehört zu meinen Favoriten im WM-Kalender - in den vergangenen Jahren sind mir hier immer wieder tolle Erfolge gelungen", betont der 28-Jährige. "Sie ist eine echte Herausforderung, vielleicht gefällt sie mir deshalb so gut. Die Rallye Deutschland keine Gnade: ein kleiner Fehler, ein Moment der Unkonzentriertheit, und du bekommst keine zweite Chance."

Vermutlich wäre es vermessen, ihn noch als Nachwuchsfahrer zu bezeichnen - dafür übernimmt Armin Kremer (48) gerne die Rolle des Talenteschrecks. Der dreifache Deutsche Rallye-Meister und ehemalige Rallye-Europameister sorgt bei seinen Starts immer wieder für Erstaunen unter den jungen Rallye-Hoffnungen und hat an Grundschnelligkeit nichts eingebüßt. Für den deutschen WM-Lauf mietet der Mecklenburger einen Fiesta WRC bei M-Sport an, den er gewohnt zügig bewegen will.

Ähnliches gilt für Finnlands neues Megatalent Teemu Suninen. Der 23-Jährige sorgte vor wenigen Tagen noch bei der Rallye Finnland für eine Riesenüberraschung, als er bei seinem ersten zweiten Start mit einem World-Rally-Car gleich um Platz zwei kämpfte - und erst nach einem Hochgeschwindigkeitsdreher am letzten Rallye-Tag auf Rang vier zurückfiel. In Deutschland sitzt Suninen wieder am Steuer eines Ford Fiesta R5 und peilt den Klassensieg in der hart umkämpften WRC2-Wertung an.

Nach eindrucksvollen Ergebnissen in der laufenden Junior-WM-Saison blickt auch Julius Tannert der Rallye Deutschland mit großen Erwartungen entgegen: Vor eigenem Publikum will der 27 Jahre alte Sachse erneut den Sprung aufs Siegertreppchen schaffen - so, wie es dem Zwickauer bereits auf Sardinien gelungen ist. "Diese Rallye ist für mich das Highlight des Jahres", so Tannert. "Der WM-Lauf im eigenen Land ist immer besonders. In diesem Jahr wartet die bisher wohl schwerste Aufgabe auf mich. Die Konkurrenz wird auch hier sehr hart sein."

© Motorsport-Total.com

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