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Zum sechsten Mal bei der "Monte" ganz oben: Sebastien Ogier und Julien Ingrassia
Zum sechsten Mal bei der "Monte" ganz oben: Sebastien Ogier und Julien Ingrassia © LAT
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Zum fünften Mal in Folge gewinnt Sebastien Ogier die Rallye Monte Carlo, doch ein Spaziergang war es für den Serienweltmeister nicht

Es war scheinbar alles wie immer: Sebastien Ogier (Ford) gewinnt die Rallye Monte Carlo, den Saisonauftakt der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) 2018. Bereits zum fünften Mal in Folge und insgesamt zum sechsten Mal triumphierte der Franzose bei seiner Heimrallye rund um seinen Geburtstort Gap. Im Ziel hatte Ogier mehr als eine halbe Minute Vorsprung auf Ott Tänak (Toyota), doch in diesem Jahr war der fünfmalige Weltmeister nach der Rallye erleichtert wie selten zuvor.

"Es war praktisch unmöglich ein perfektes Wochenende hinzulegen, und auch wir haben Fehler gemacht", sagt Ogier. "Aber es waren kleine Fehler mit geringen Konsequenzen, und deshalb haben wir zum fünften Mal in Folge gewonnen. Das fühlt sich gut an."

Die "Monte" zeigte am vergangenen Wochenende einmal mehr, warum sie eine der schwierigsten Rallyes im WRC-Kalender ist, denn die Bedingungen wechselten ständig. Von strahlendem Sonnenschein über starken Regen und Schnee bis hin zu blankem Eis auf den Straßen waren die Teilnehmer mit allen nur möglichen Wetterbedingungen konfrontiert. Teilweise waren nur einzelne Abschnitte der Prüfungen in den Seealpen glatt, während der überwiegende Teil der Asphaltstraßen trocken war.

Reifenwahl sorgt für große Fragezeichen

"Ich habe mich mit der Wahl der Reifen noch nie so schwer getan, Es war niemals eindeutig, da sich die Bedingungen ständig geändert haben", sagt Ogier. Das kann auch sein Teamchef Malcolm Wilson bestätigen: "Normalerweise überlege ich immer selbst für mich, welche Reifen ich wählen würden, aber einige Male hätte ich keine Entscheidung treffen können", gibt der erfahrene Brite zu. "Seb hat einmal mit seiner Gravel-Crew gesprochen, und als ich ihn dann gefragt habe, für was er sich entschieden habe, meinte er: 'Ich weiß es auch nicht!' Das zeigt schon, wie schwierig es war."

Und so kamen auch Ogier und Beifahrer Julien Ingrassia nicht ohne Fehler durch die 17 Wertungsprüfungen. Gleich bei der ersten WP am Donnerstagabend gerieten die beiden Franzosen am Ausgang einer Haarnadelkurve auf Eis ins Schlingern und rutschten einige Meter quer zur Fahrrichtung, ehe Ogier das Auto wieder unter Kontrolle brachte.

Am Freitag wäre Ogiers Rallye dann bei der siebten Wertungsprüfungen um ein Haar zu Ende gewesen. Bei strömenden Regen rutschte sein Ford Fiesta WRC am Ausgang einer Kurve in den Straßengraben, wo das Auto feststeckte. Zu seinem Glück waren aber einige Zuschauer zur Stelle, die das Fahrzeug des Lokalmatadoren wieder auf die Fahrbahn wuchteten.

Überlebenskampf auf Schnee

Doch die größte Herausforderung war dann die neunte Wertungsprüfung am Samstagmorgen, bei der die Straßen mit Schnee bedeckt waren. "Das war eine der schwierigsten Prüfungen in meinem Leben", meint Ogier. "Es fällt mir schwer zu beschreiben, wie schwierig es war, das Fahren hat keinen Spaß gemacht. Es ging nur ums Überleben."

"Im Ziel war ich erleichtert und sehr glücklich, hatte aber keine Ahnung, ob ich eine Minute schneller oder langsamer war. Daher war es eine schöne Überraschung, dass wir Ott eine Minute abgenommen haben. Ab dann konnte ich meinen Vorsprung verwalten, was aber nicht einfach war", so Ogier. Locker ins Ziel fahren konnte er den Sieg nicht, denn auch am Sonntag sorgten teilweise vereiste Straßen für schwierige Bedingungen. "Ich hatte gedacht, dass es einfacher wäre, aber nach dem Aufwachen haben wir gehört, dass es am Turini überfrierende Nässe gab."

Doch Ogier meisterte auch dieser Herausforderung, und so stand am Ende WRC-Sieg Nummer 41 und ein abermals gelungener Saisonauftakt für ihn zu Buche.

© Motorsport-Total.com

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