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Ott Tänak fuhr in Argentinien zeitweise wie entfesselt
Ott Tänak fuhr in Argentinien zeitweise wie entfesselt © McKlein / LAT Images
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Nach der zweiten Wertungsprüfung der Rallye Argentinien glaubte Ott Tänak schon, alles sei verloren: Doch dann legt der Toyota-Pilot eine Galavorstellung hin

Das nackte Ergebnis einer Rallye sagt manchmal nur wenig über ihren Verlauf aus. Zwar feierte Toyota-Pilot Ott Tänak bei der Rallye Argentinien nach der vielleicht besten Leistung seiner bisherigen WRC-Karriere einen souveränen Sieg, doch der Weg dahin verlief für den Esten und Beifahrer Martin Järveoja nicht immer gradlinig.

Denn nach der zweiten von 18 Wertungsprüfungen schien für das estnische Duo fast schon alles verloren zu sein. Nach einem kleinen Fahrfehler lag Tänak mit 23,8 Sekunden Rückstand nur auf Rang neun und war in ernster Sorge um den Zustand seines Toyota Yaris WRC. "In dem Moment habe ich zu Martin gesagt: 'Wir haben irgendwas kaputt gemacht.' Ich hatte auf jeden Fall etwas getroffen", blickt Tänak auf den verhängnisvollen Moment während der zweiten Wertungsprüfung zurück.

"Das war aber etwas verwirrend, denn ich hatte nichts gesehen und auch nichts in meinem Aufschrieb vermerkt. Wir hatten dann ein paar Probleme mit der Lenkung, die wir aber glücklicherweise beheben konnten", so Tänak weiter.

Nachdem das der Fall war, drehte der Este dann richtig auf. "Bei den nächsten beiden Prüfungen haben wir uns die Zeit zurückgeholt, und ab dann lief mehr oder weniger alles nach Plan", meint er.

Das kann man so unterstreichen. Tänak gewann am Freitag und Samstag zehn von 14 Wertungsprüfungen und ging so mit einem satten Vorsprung von 46,5 Sekunden auf Verfolger Thierry Neuville (Hyundai) in den Schlusstag. "Es ist ein völlig anderes Gefühl. Bei unseren Siegen auf Sardinien und in Deutschland ging es enger zu, da musste ich mehr kämpfen und konnte mir bis zur letzten Prüfung nie sicher sein", sagt Tänak.

Grundlage für seinen bisher überzeugendsten Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft war auch eine perfekte Abstimmung seines Toyota Yaris WRC. "Das war im Grunde die erste Rallye in meiner Karriere, bei der ich nichts verändert habe. Wir haben nach dem ersten Durchgang des Shakedown etwas verändert, aber anschließend nicht mehr", sagt Tänak. "Manchmal war es ein komisches Gefühl, wenn ich zurück in den Service kam und mich über nichts zu beschweren hatte", meint der Este augenzwinkernd.

© Motorsport-Total.com

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