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Petter Solberg kehrt in die WRC zurück
Petter Solberg kehrt in die WRC zurück © Volkswagen Motorsport
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Petter Solberg und Eric Camilli sind bereit: Werkseinsatz mit dem Volkswagen Polo R5 bei der Rallye Spanien - Solberg nach sechs Jahren zurück in der Rallye-WM

Es ist so weit: Das mit Spannung erwartete Debüt des Volkswagen Polo R5 in der WRC2-Kategorie steht an. Petter Solberg und Eric Camilli wollen die Haltbarkeit des neuen Kundensport-Fahrzeugs in Katalonien unter Beweis stellen. Für Solberg ist es eine ganz besondere Rückkehr, denn auf den Straßen rund um Salou hatte er 2012 seine letzte Rallye als aktiver WRC-Pilot bestritten. Solberg hat bereits zu Beginn des Jahres einen Test mit dem R5-Boliden absolviert, allerdings ist damals ein Comeback noch gar nicht das Ziel gewesen.

"Es ist ein fantastisches Gefühl, jetzt zurückzukehren", schwärmt der 43-Jährige, "besonders mit diesem Auto und in diesem Team. Der Mix aus Schotter und Asphalt wird für mich eine große Herausforderung, schließlich bin ich seit sechs Jahren keine WM-Rallye mehr gefahren. Aber, so oder so, es wird ein großartiges Wochenende - mit alten Freunden aus der Rallye-Szene und leidenschaftlichen Fans an der Strecke."

Jetzt zählt's: Nur ein Schuss für Volkswagen Motorsport

Volkswagen Motorsport überlässt bei diesem Einsatz nichts dem Zufall: Bereits vergangene Woche haben Solberg und Camilli in Spanien Testfahrten absolviert. Die Rallye an der katalanischen Mittelmeerküste hat Volkswagen nicht zufällig ausgewählt, schließlich findet sie sowohl auf Schotter als auch auf Asphalt statt. Es ist der einzige Werkseinsatz des R5-Polos, es gibt also weder Netz noch doppelten Boden.

"Zwei Jahre nach den letzten WM-Titeln durch Volkswagen freuen wir uns alle auf die Rallye Spanien, auch wenn es für unser Team nur ein einmaliges Comeback ist und der Polo GTI R5 zukünftig von Kundenteams eingesetzt wird", betont Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. "Die WRC2 ist mit 21 Teilnehmern zahlenmäßig und auch qualitativ sehr stark besetzt - umso größer ist der Ansporn für uns, ein gutes Ergebnis zu erzielen."

Eric Camilli war bislang als Testfahrer für Volkswagen Motorsport aktiv und absolvierte einige WRC2-Einsätze auf einem Ford Fiesta R5. "In Spanien dabei zu sein, ist für mich eine große Ehre. Ich habe viele Testkilometer absolviert und freue mich riesig darauf, den Polo GTI R5 endlich bei einer Rallye fahren zu dürfen", sagt der 31-Jährige. "Der erste Einsatz eines völlig neuen Autos ist immer etwas ganz Spezielles, bei dem man mit allem rechnen muss. Aber ich weiß, dass wir uns optimal vorbereitet haben, und ich denke, wir müssen uns vor den etablierten Mitbewerbern nicht verstecken."

Volkswagen wartete in der Vorbereitungsphase mit einer ganzen Armada namhafter Testfahrer auf: Neben Camilli und Solberg saßen mit Raimund Baumschlager, Emil Lindholm, Dieter Depping, Pontus Tidemand und Ex-Weltmeister Marcus Grönholm mehrere große Namen der Rallyeszene am Steuer des Boliden. Auch hier galt: Nichts wird dem Zufall überlassen.

Komplettumbau nach dem ersten Tag

Der zwölfte Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2018 startet am Donnerstag mit einer Wertungsprüfung mitten in Barcelona am Montjuic. Die erste Etappe am Freitag führt über teilweise sehr harte und staubige Schotterpisten, während die Prüfungen am Samstag und Sonntag auf den kurvenreichen und glatten Asphaltstraßen in den Bergen südlich von Salou ausgetragen werden.

Eine besondere Herausforderung für die Mechaniker: Nach dem Schotter-Tag wird das komplette Auto in einem 75-minütigen Abend-Service auf Asphalt-Set-up umgebaut. "Wir wechseln unter anderem Fahrwerk, Bremsen und Getriebe", erläutert Gerard-Jan de Jongh, Technischer Projektleiter für den Polo GTI R5 und früher Renningenieur von Rallye-Weltmeister Sebastien Ogier, die komplexe Aufgabenstellung für die Mechaniker.

Volkswagen möchte mit dem Einsatz in erster Linie die Standfestigkeit des neuen Kundensportfahrzeugs unter Beweis stellen. Der kommerzielle Erfolg des R5-Polos hat den Konzern ein wenig überrollt: Die 15 Fahrzeuge für die Saison 2019 sind bereits restlos ausverkauft, während des kommenden Jahres sollen 30 bis 40 weitere Exemplare gebaut werden. "Es gibt wesentlich mehr Nachfrage als wir bedienen können. Wir sind überwältigt von dem großen Interesse", staunt Smeets. Absatz fanden die Fahrzeuge auf der ganzen Welt, unter anderem gibt es einen Kunden aus Neuseeland.

Seinen ersten Einsatz in Kundenhand absolviert der Volkswagen Polo R5 im November in Belgien.

© Motorsport-Total.com

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