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Mit dem Yaris WRC gewann Toyota 2018 den WRC-Herstellertitel
Mit dem Yaris WRC gewann Toyota 2018 den WRC-Herstellertitel © LAT
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Ein starkes Auto wird noch besser: Chefingenieur Tom Fowler spricht über die Verbesserungen am Toyota Yaris WRC für die Rallye-Weltmeisterschaft 2019

Schon in der zweiten Saison nach der Rückkehr gewann Toyota 2018 den Herstellertitel in der Rallye-WM. Und in dieser Saison wollen die Japaner auf breiter Ebene angreifen. Mit Ott Tänak, Kris Meeke und Jari-Matti Latvala verfügt Toyota über drei Fahrer, die bei jedem WRC-Lauf gewinnen können.

Und mit dem Yaris WRC verfügt das in Finnland beheimatete Werksteam über ein Auto, welches in der vergangenen Saison sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter siegte und welches über den Winter verbessert wurde. "Toyota wird stark sein", ist sich Sebastien Ogier sicher. "Ott war im letzten Teil der Saison der Stärkste. Für mich ist er die Nummer eins", sagt der zu Citroen gewechselte Franzose.

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Mit welchen technischen Verbesserungen am Auto Toyota die Siegesserie von Ogier in der Fahrer-WM beenden will, erklärt Chefingenieur Tom Fowler.

Der Motor: Eine Stärke weiter verbessert

Als der Yaris vor fast zwei Jahren zum ersten Mal in der WRC auftauchte, bemerkten die Konkurrenten sofort, wie Stark der Motor war - vor allem bei der Spitzenleistung. Die Motorenentwicklung findet bei Toyota Motorsport in Köln statt.

Die Früchte dieser Arbeit erntetet das Team im vergangenen Jahr in Finnland, als TMG rechtzeitig ein Upgrade lieferte, mit dem Ott Tänak gewinnen konnte. Mit der Kombination von Motor und Getriebe wird Toyota auch in diesem Jahr gut abschneiden - zumal die Fahrbarkeit verbessert und das Drehmoment erhöht wurde.

Antriebsstrang: Schwieriger und langwieriger Prozess

Von überarbeiteten Vorderachs-, Mittel- und Hinterachsdifferentialen verspricht sich Toyota mehr Traktion und Fahrbarkeit. "Die Änderung der Spezifikation des Antriebs ist ein schwieriger und langwieriger Prozess", sagt Fowler. Ein Prozess, bei dem Änderungen wohl durchdacht werden müssen. Denn nur dreimal pro Saison darf ein Hersteller einen sogenannten Homologations-Joker einsetzen und Komponenten des Autos überarbeiten.

"Sobald Sie die Original-Diffs homologiert haben, müssen Sie einen Joker-Prozess durchlaufen, um jedes einzelnen zu ändern", erklärt Fowler. "Und wenn Sie da etwas falsch machen, müssen Sie einen weiteren Joker durchlaufen, um es zu korrigieren oder zur alten Konfiguration zurückzukehren.

"Wir haben seit 2017 an den Rampen in den Diffs gearbeitet, aber jetzt sind wir mehr an den internen Bauteilen an der Front und Mitte. Dies zielt darauf ab, die Fahrbarkeit des Fahrzeugs zu verbessern und das Drehmoment besser auf die Straße zu bringen. Das ist vor allem für die Schotterveranstaltungen wichtig, aber es ist möglich, dass wir daraus mehr für Asphalt lernen können", so Fowler.

Fahrwerk: Mehr Konstanz unter allen Bedingungen

In der Saison 2018 war die zerbrechliche Front des Toyota eines der großen Themen. Durch Kühler- oder Motorschäden gingen zahlreiche WM-Punkte verloren. Auch das meint Teamchef Tommi Mäkinen, wenn er mehr Konstanz fordert. Dennoch gewann Tänak mit der Rallye Türkei die für die Technik wohl härteste Rallye des Jahres. Doch dieser Triumph konnte die Probleme von Toyota auf diesem Terrain nicht übertünchen.

"Wenn Sie mich fragen, von welcher Rallye ich im vergangenen Jahr mit Blick auf die Leistung am meisten enttäuscht war, müsste ich die Türkei sagen", sagt Fowler. "Okay, wir haben gewonnen, aber wir waren beim Tempo nicht mit dabei."

"Allen anderen außer uns sind die Aufhängungen gebrochen, vielleicht hatten wir einfach Glück, dass wir keinen großen Felsen getroffen haben. Nach dem ersten Tag, als die anderen Autos noch keine Probleme hatten, waren wir Sechste und hätten auch dort bleiben können."

"Wir haben das vergangenes Jahr als Trend gesehen, dass es in den raueren Abschnitten der Etappen schwierig für uns wird. In der Türkei sind wir auf Nummer sicher gegangen und wussten daher, dass wir beim Tempo Einbußen hinnehmen müssen."

Große Unterstützung durch den Mutterkonzern

"Wir haben hart daran gearbeitet, die Traktion in den langsameren, lockereren Abschnitten zu erhöhen, und das war einer der großen Fortschritte des Autos im letzten Jahr - aber das ging zu Lasten des Schutzes in der Federung, sodass wir die Geschwindigkeit an den rauen Stellen nicht halten konnten. Wir müssen daran arbeiten, wir müssen einige Zeit auf grobem Schotter testen. Das Problem ist, es gibt nicht viele Rallyes, wo man das braucht."

"Es bedeutet, sich Zeit für ein Set-up und ein Auto zu nehmen, das ziemlich spezifisch für eine Rallye ist. Im Allgemeinen werden die Rallyes immer einfacher für die Autos, was bedeutet, dass man sich mehr auf die Leistung konzentriert", so der Chefingenieur.

Die einzige sichtbare Veränderung an der Außenseite des Autos für 2019 wird voraussichtlich um die Vorderseite des Hinterradbogens herum erfolgen, der einen etwas veränderte Aerodynamik aufweisen wird, um den natürlichen Luftstrom zur Kühlung zu unterstützen. Es kann sein, dass das Auto noch etwas Gewicht verlieren könnte, aber ansonsten nähert es sich dem optimalen aktuellen World-Rally-Car.

Eine große Stärke von Toyota ist zweifellos die Unterstützung durch den Mutterkonzern in Japan. Akio Toyoda, der Vorstandsvorsitzende von Toyota, ist seit langem ein Fan das Rallyesports und von Tommi Mäkinen. Diese Unterstützung spiegelt sich im Budget wider, Toyota ist die am besten ausgestattete Mannschaft im Servicepark.

© Motorsport-Total.com

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