Erlösung für Sandro Wagner
"Ich kann dazu sagen, dass es scheiße ist"
Die Niedersachsen drehen das Spiel gegen Dynamo Dresden - und Sandro Wagner darf erstmals feiern.
Krisenklub Hannover 96 hat dank des Premierensieges von Trainer Sandro Wagner den ersten Schritt aus der Krise geschafft. Einen Tag nach der Trennung von Kurzzeit-Sportchef Jonas Boldt gewannen die Niedersachsen trotz Rückstand am 10. Spieltag der 2. Bundesliga 2:1 (0:1) gegen Dynamo Dresden.
Wagner feierte im fünften Pflichtspiel unter seiner Regie den ersten Dreier gegen dezimierte Gäste. Wirklich begeistert war der Coach nach der Partie aber nicht. „Ich war inhaltlich mit vielen Punkten nicht so zufrieden“, sagte er bei Sky: „Jetzt sagt jeder: cool. Aber es war halt nicht cool.“
Husseyn Chakroun (54.) und Marcel Hartel (61.) per Foulelfmeter trafen für Hannover. Nicolai Rapp (11.) hatte Dynamo in Führung gebracht, der Dresdner Friedrich Müller sah die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels (65.). Die Sachsen sind vier Tage nach dem Pokalerfolg gegen Schalke 04 durch die Niederlage auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt.
Wagner gibt sich kämpferisch – und holt ersten Sieg
Am Samstag hatte Hannover die Trennung von Boldt bekannt gegeben. Der Sport-Geschäftsführer war nur fünf Monate im Amt. Der 44-Jährige hatte Jörg Schmadtke beerbt und für drei Jahre unterschrieben. Nach einem Fehlstart in die Saison hatte Hannover Trainer Christian Titz entlassen und Wagner als Nachfolger engagiert.
„Es ist immer scheiße, wenn jemand aus der Gruppe gehen muss“, kommentierte Wagner kurz vor dem Anpfiff bei Sky das Boldt-Aus: „Ich bin ein Kämpfer und habe Bock, mit den Jungs zu arbeiten. Es geht in dieser Saison nur darum, in ruhige Fahrwasser zu kommen.“ Klub-Patron Martin Kind habe ihm das Vertrauen ausgesprochen, erklärte der Coach.
Gegen Dresden wurde Wagners Team früh geschockt. Die Gäste gingen als Folge einer guten Anfangsphase in Führung. Nach einer halben Stunde hatten die 96-Fans immer noch keine Chance ihrer verunsichert wirkenden Mannschaft gesehen. Erst am Ende der ersten Hälfte wurde Hannover etwas besser.
Im zweiten Durchgang agierten die Gastgeber mutiger, der Ausgleichstreffer war verdient. „Die erste Halbzeit war nichts“, meinte Wagner: „Ich habe in der Halbzeit ein paar Themen angesprochen, von der Haltung her. Die Reaktion war dann herausragend gut.“
Nach dem 1:1 fiel Dresden auseinander. Hartel traf vom Punkt, er setzte den Ball in den Winkel. Sein Trainer Wagner lobte: Er sei sich nicht sicher, ob er einen ähnlich mutigen Schuss gewählt hätte. Müller, der den Strafstoß verursacht hatte, musste kurz darauf nach einem erneutem Foul vom Platz.