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Corona-Wahnsinn bei Udinese-Spiel

Corona-Wahnsinn bei Udinese-Spiel

Udinese Calcio muss trotz 14 Corona-Fällen gegen Atalanta antreten - und geht unter. Einem Vereins-Boss platzt anschließend der Kragen.
Gerard Deulofeu (l.) beschwert sich beim Schiedsrichter
Gerard Deulofeu (l.) beschwert sich beim Schiedsrichter
© Imago
. SPORT1
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von SPORT1

Pierpaolo Marino war auf 180, als er nach dem Serie-A-Spiel zwischen Udinese Calcio und Atalanta Bergamo vor die Presse trat.

„Es war kein Spiel, sondern ein Martyrium“, schimpfte Udineses Technischer Direktor und reagierte damit auf die Umstände, die zu einer 2:6-Schlappe seiner Mannschaft geführt hatten.

Gleichzeitig attackierte er die Verantwortlichen des Ligaverbandes, der trotz der prekären Corona-Lage seiner Mannschaft die Partie stattfinden ließen.

„Die Spieler und das Personal waren gezwungen, sich am Sonntagmorgen wie bei einem Kneipenturnier zu versammeln, einige nur zwei Wochen nach ihrer Erkrankung“, erklärte Marino. „Auf der Bank saßen junge Spieler aus der Jugend -Mannschaft, die 20 Tage lang ausgefallen waren.“

14 positive Fälle bei Udinese

Einmal in Fahrt, legte Marino nach. „In 44 Berufsjahren habe ich so etwas noch nie gesehen. Es ist eine sehr peinliche Situation, die Entscheidungsträger kümmern sich nicht um die Situation in Udine“, sagte er.

Pierpaolo Marino ist der Technische Direktor von Udinese Calcio
Pierpaolo Marino ist der Technische Direktor von Udinese Calcio

Nicht weniger als 15 Fälle (14 Spieler und ein Staff-Mitglied) hatte das Team aus dem Friaul zuletzt gemeldet - doch dieses Mal musste es antreten. Bei den beiden Spielen zuvor gegen Salernitana und Fiorentina hatte der Verband noch einer Absage zugestimmt.

Die Corona-Maßnahmen in der Serie A waren aufgrund des zuletzt heftigen Infektionsgeschehens erst am Freitag geändert worden. Wenn noch 13 Spieler - davon ein Torwart - aus dem Kader negativ seien, müsse die Partie gespielt werden, teilte der Verband mit.

„Das Ergebnis bleibt als Schande in Erinnerung“

Die Regelung gelte nur für diese Saison. Wer sie missachtet und nicht antritt, obwohl die Mindestanzahl erfüllt wird, verliere am grünen Tisch mit 0:3.

In der Bundesliga muss ein Team mindestens 15 einsatzbereite Spieler im Kader haben - neun davon aus dem Profibereich. Der FC Bayern hatte am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach trotz neun Corona-Fälle antreten müssen - und 1:2 verloren.

Das 2:6 von Udine sei „ein Ergebnis, das in die Annalen eingehen und als Schande in Erinnerung bleiben wird“, sagte Marino. „Trotzdem sind die Spieler und der Trainer Helden und haben getan, was sie konnten“.

Gerard Deulofeu (r., Udinese) im Zweikampf mit Luis Muriel
Gerard Deulofeu (r., Udinese) im Zweikampf mit Luis Muriel

In der Tabelle liegt Udinese auf Platz 14 - doch trotz der Schlappe haben das gebeutelte Team noch sieben Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.