Vielen Profiklubs droht Insolvenz

Vielen Profiklubs droht Insolvenz

Die Coronakrise stellt die Klubs der Bundesliga und 2. Liga vor finanzielle Probleme. Diese sollen nach einem Bericht bei mehr als einem Drittel der Vereine prekär sein.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert nennt im exklusiven SPORT1-Interview die Hintergründe zum Bundesliga-Stopp bis 30. April.
Exklusiv: DFL-Boss Seifert über Bundesligastopp und 50+1-Regel
06:18
Sportinformationsdienst
von Sportinformationsdienst
am 4. Apr

Mehr als einem Drittel der 36 Profivereine aus der Bundesliga und der 2. Liga läuft aufgrund der wirtschaftlichen Schäden in der Coronakrise angeblich die Zeit davon. Nach einem Bericht des kicker droht 13 Klubs noch in dieser Saison die Insolvenz, wenn der Ball nicht bald wieder rollt. Namen der betroffenen Vereine wurden nicht genannt.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wollte den Bericht am Freitagabend auf SID-Anfrage nicht kommentieren.

Im Rahmen der Corona-Krise stellt sich den Bundesliga-Klubs die Liquiditätsfrage. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert erklärt, wie lange die Teams aktuell überleben könnten.
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Seifert: So lange könnten die Vereine überleben

Zwölf Klubs sollen ihre Gelder aus der vierten Fernsehrate bereits an Kreditinstitute und andere Partner abgetreten haben, um die laufenden Rechnungen zu bezahlen. Auch Not-Maßnahmen wie die bei vielen Vereinen ausgerufene Kurzarbeit würden Insolvenzen nicht verhindern, wenn der Spielbetrieb nicht wie erhofft Anfang Mai wieder aufgenommen werden kann.

Bundesliga: Ein Verein akut bedroht

In der Bundesliga sei ein Verein akut bedroht und könne seinen Verpflichtungen nur noch bis Mai nachkommen. Drei weitere Vereine müssten demnach im Juni den Konkursverwalter bestellen, sollte nicht wieder gespielt werden.

In der 2. Liga soll die Lage noch prekärer sein. Sieben Vereinen drohe die Insolvenz schon Ende Mai, zwei weitere Vereine müssten im Juni Insolvenz anmelden, wenn die Zahlungen der Sender ausbleiben sollten.

DFL lockert Lizensierungsverfahren

Das Ergebnis resultiere aus der von den 36 Vereinen bei der DFL hinterlegten Bestandsaufnahme ihrer aktuellen Lage in der Coronakrise. Wegen der Folgen der Pandemie hatte die DFL am Dienstag angekündigt, im Lizenzierungsverfahren für die kommende Spielzeit bei den Vereinen auf die Überprüfung der Liquidität zu verzichten.

Die DFL will in Not geratenen Profiklubs damit die Möglichkeit und die Zeit geben, die Auswirkungen zu bewältigen. Sollte ein Verein in Nöte kommen und gar Insolvenz anmelden müssen, wird zudem vom sonst üblichen Abzug von neun Punkten abgesehen. In der kommenden Saison würde der Abzug nur drei Zähler betragen.