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Ibisevic erklärt züchtigen Jubel

Ibisevic erklärt züchtigen Jubel

Hertha BSC setzt seinen Höhenflug unter Neu-Trainer Bruno Labbadia auch gegen Union Berlin fort, dreht nach der Pause furios auf. Diesmal sogar ohne Jubel-Panne.
Hertha gab sich dieses Mal beim Jubeln keine Blöße
Hertha gab sich dieses Mal beim Jubeln keine Blöße
© Getty Images
. SPORT1
Sportinformationsdienst
von Sportinformationsdienst, SPORT1
22.05.2020 | 23:18 Uhr

Bruno Labbadia feierte seinen Traumstart in Berlin mit geballter Faust. Und anders als noch angesichts zu viel Nähe beim Corona-Restart jubelten seine Spieler nach vier Toren im Stadtduell betont distanziert.

Hertha BSC hat in der Bundesliga das anfangs triste Geisterderby gegen Aufsteiger Union deutlich gewonnen und nach einer Leistungssteigerung Revanche für die Schmach in der Hinrunde genommen. Im leeren Olympiastadion setzten sich die Blau-Weißen mit 4:0 (0:0) durch. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Im ersten Duell vor 202 Tagen hatte der Aufsteiger aus Köpenick in der Alten Försterei über die Alte Dame triumphiert (1:0) - nun sicherte sich Hertha BSC mit dem klaren Erfolg die inoffizielle Stadtmeisterschaft. (Spielplan und Ergebnisse)

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LEIPZIG, GERMANY - MARCH 10: Patrik Schick of Leipzig runs with the ball during the UEFA Champions League round of 16 second leg match between RB Leipzig and Tottenham Hotspur at Red Bull Arena on March 10, 2020 in Leipzig, Germany. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
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Torjäger: Lewandowski holt schon wieder die Kanone

Den zweiten Sieg im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Labbadia machten Kapitän Vedad Ibisevic (51.), Dodi Lukebakio (52.), Matheus Cunha (61.) und Dedryck Boyata (77.) perfekt.

Rundum zufrieden präsentierte sich Herthas Vladimir Darida nach Schlusspfiff bei DAZN: "Die zwei schnellen Tore haben uns geholfen. Auch die erste Halbzeit war in Ordnung, der Sieg war verdient. Wir sind sehr laufstark und haben in der Pause auch viel gearbeitet."

Der CHECK24 Doppelpass mit André Schubert und Peter Neururer am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Hertha hält sich an Hygienekonzept

Nach der Aufregung um den Torjubel beim Sieg bei der TSG Hoffenheim am vergangenen Samstag (3:0) hielten sich Herthas Spieler nach den Treffern dieses Mal an die Abstandsregeln des Hygienekonzeptes. (Die Tabelle der Bundesliga)

Stellvertretend dafür stand Ibisevic, der seine Mitspieler nach seinem Tor diesmal bewusst auf Distanz hielt, nachdem er in der Vorwoche selbst auffällig geworden war.

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Bilder des Restarts: Sterile Liebe für das Spielgerät

"Ich bin froh, dass es bei mir und meiner Mannschaft so gut läuft", erklärte der Goalgetter. "Wir haben eine gute Mannschaft mit viel Qualität. Letzte Woche wurde sehr viel über unseren Jubel diskutiert – deshalb habe ich mich diesmal für diesen Jubel entschieden. Bruno Labbadia und ich haben ein korrektes Verhältnis, wir kennen uns aus Stuttgarter Zeiten, er gibt mir Selbstvertrauen."

Nix also mit Küsschen, Abklatschen und zerwühltem Haar des Teamkollegen - Hertha hielt sich beim Feiern züchtig und entledigte sich mit dem Dreier bis auf Weiteres seiner Abstiegssorgen.

"Die Art und Weise, wie wir in der zweiten Halbzeit eine top-organisierte Mannschaft bespielt haben, war klasse", erklärte Labbadia. "Wir sind natürlich happy, weil das ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf waren."

Union richtet Blick nach unten

Union dagegen muss den Blick in seiner Bundesliga-Premierensaison weiter nach unten richten, hat aber noch ein gutes Polster.

"Für uns ging es die ganze Zeit nur um den Klassenerhalt, das ist nach dem Spiel nicht anders. Wir orientieren uns klar nach unten", analysierte Unions Grischa Prömel.

Beim 3:0-Auswärtssieg von Hertha BSC gegen Hoffenheim fielen die Berliner durch gemeinsamen Torjubel auf, den es laut Hygienekonzept der DFL eigentlich zu vermeiden galt. Hertha-Coach Bruno Labbadia bezieht dazu Stellung.
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Labbadia verteidigt Herthas Jubel-Verstoß

Unions Trainer Urs Fischer schlug vor allem der zweite Durchgang auf den Magen. "Die erste Halbzeit war gut, aber über die zweiten 45 Minuten müssen wir uns noch mal unterhalten, man darf nach Gegentoren nicht völlig den Kopf verlieren, aber genau das haben wir getan", monierte Fischer. "Wir haben Hertha eingeladen. Jetzt gilt es aber aufzustehen, wir haben ein Spiel verloren, nicht mehr und nicht weniger."

Labbadia setzte bei seiner Heim-Premiere erneut auf eine 4-2-3-1-Grundordnung, berief aber Rückkehrer Darida für Maximilian Mittelstädt in die Startelf. Fischer, der am vergangenen Wochenende aufgrund eines Trauerfalls in der Familie nicht auf der Bank gesessen hatte, stellte auf vier Positionen um, unter anderem saß Abwehrspieler Neven Subotic zunächst nur auf der Bank.

Ein Skandal-Derby wie am 2. November 2019, als Spielabbruch und Platzsturm drohten, war im Vorfeld wegen der fehlenden Zuschauer ausgeschlossen. Spielerisch hatte das Duell lange aber ähnlich wenig zu bieten wie das damalige Aufeinandertreffen.

Gastgeber tun sich zunächst schwer

Die Hertha, die wegen der Coronakrise mit empfindlichen Einbußen rechnet, war um Kontrolle bemüht, tat sich gegen die körperlich robust und taktisch diszipliniert verteidigenden Köpenicker aber schwer. Union agierte seinerseits häufig mit langen Bällen, mit der Herthas Defensive wenig Schwierigkeiten hatte. Auch die Konter der Gäste verteidigte Hertha gut.

Nach der zähen Anfangsviertelstunde kamen die Gastgeber zur ersten Torchance. Lukebakio sprintete auf Unions Torhüter Rafal Gikiewicz zu, scheiterte aber aus spitzem Winkel (18.). Kurz darauf prüfte Cunha den Polen per Hacke (27.). Herthas Kreativspieler Lukebakio und Cunha setzten sich auf den Außenbahnen aber viel zu selten in Szene.

Das Derby blieb zerfahren, Nickligkeiten und Fouls störten den Spielfluss. Union wartete bis kurz vor der Pause auf die erste Möglichkeit: Robert Andrich zielte bei seinem Freistoß aus rund 20 Metern aber knapp zu hoch (44.).

Ibisevic bricht den Bann

Nach dem Seitenwechsel brachte Hertha die Führung merklich mehr Selbstvertrauen.

Ibisevic, der erneut den Vorzug vor Winter-Millioneneinkauf Krzysztof Piatek erhielt, traf mit einer Kopie seines Treffers in Hoffenheim. Lukebakio schloss einen Konter mustergültig ab, nach Cunhas Treffer war das Spiel entschieden. Boyata legte nochmals nach.