Gladbach blamiert sich im Rheinderby

Gladbach blamiert sich im Rheinderby

Borussia Mönchengladbach hat sich im Derby gegen den 1. FC Köln blamiert. Die Fohlen kassierten eine unerwartete Heimpleite und verlieren Boden im Kampf um die CL-Plätze.
Ein Video aus dem Bus des 1. FC Köln sorgt vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach für Wirbel. Ein Spieler bezeichnet die Fans als "Spacken".
"Solche Spacken!" Köln-Profi beleidigt eigene Fans
01:02
. SPORT1
von SPORT1
am 7. Feb

Mit sieben neuen Spielern ist Borussia Mönchengladbach ins Rheinderby gegen den 1. FC Köln gegangen - heraus kam eine unerwartete 1:2-Heimpleite.

Der Doppelpack von Elvis Rexhbecaj (3., 55.) war für die schwachen Gastgeber letztlich zu viel. Florian Neuhaus mit einem abgefälschten Schuss hatte den Fohlen in der 16. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich beschert. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Der CHECK24 Doppelpass mit Nils Petersen, Heribert Bruchhagen und Markus Babbel am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

"Die zwei Gegentore dürfen wir so nicht bekommen", sagte Gladbach-Trainer Marco Rose. "Beim ersten waren wir in klarer Überzahl, beim zweiten schenken wir den Kölnern den Ball. Die Leistung hat nicht gereicht, um das Spiel zu gewinnen. Köln war uns bei der Haltung voraus, und wir schenken zwei Tore her. Jetzt müssen wir Boden gut machen."

Eine Mitschuld an der Niederlage durch die Mega-Rotation sah Rose nicht.

"Wir haben immer gesagt, dass wir einen breiten Kader haben und viele Spieler, die es verdient haben, auf dem Platz zu stehen", sagte er. "Das war nicht der Grund. Wir haben heute viele Kleinigkeiten nicht gut gemacht. Heute hat es nicht so gut funktioniert, aber nicht wegen der Rotation, sondern wegen einzelnen Dingen." 

Gisdol: "Das war ein verrückter Tag"

Im Kampf um einen Champions-League-Platz war die Pleite ein herber Rückschlag für die Elf von Rose, die auf Platz 7 drei Punkte Rückstand auf Rang 4 hat. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Dagegen feierte Köln im Abstiegskampf einen echten Befreiungsschlag und liegt jetzt vier Zähler vor dem Relegationsplatz. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

"Das war ein verrückter Tag. Für uns war es sehr wichtig, dass wir ein dominantes Zweikampfverhalten an den Tag legen", sagte FC-Trainer Markus Gisdol. "Das Motto war: Raus aus dem Druck. Wir sind gar nicht unverdient der Sieger."

Von Beginn an entwickelte sich ein rassiger, hart geführter Fight. Schon nach 59 Sekunden sah Gladbachs Kapitän Lars Stindl nach einem Foul an Rexhbecaj die erste Gelbe Karte.

Köln zieht sich weit zurück

Nur zwei Minuten später gab Rexhbecaj die passende Antwort: Nach einem klugen Zuspiel von Ondrej Duda zog der Leihspieler des VfL Wolfsburg aus 16 Metern ab, der leicht abgefälschte Ball schlug unhaltbar im Eck ein. Gladbach kassierte damit erstmals in dieser Saison ein Gegentor in der ersten Viertelstunde.

Die frühe Führung spielte dem FC zunächst in die Karten, das Gisdol-Team zog sich nun weit zurück. Die Borussia biss sich die Zähne aus, ehe es Neuhaus aus der Distanz versuchte - und die nötige Portion Glück hatte. Diesmal war es Jorge Mere, der dem Ball eine entscheidende Richtungsänderung gab.

Bis zur Pause blieb die von vielen Zweikämpfen geprägte Begegnung auf überschaubarem Niveau. Gladbach bemühte sich vergebens, Köln ließ die wenigen Kontermöglichkeiten ungenutzt.

Für Ärger hatte vor Anstoß ein im Internet aufgetauchtes Video aus dem Kölner Mannschaftsbus gesorgt. Darauf ist zu hören, wie Offensivspieler Dominick Drexler FC-Fans als "Spacken" bezeichnet, die bei der Abfahrt des Busses Pyrotechnik gezündet hatten. Drexler entschuldigte sich später. Der "Support hat uns alle sehr gefreut", wurde er auf der Klubhomepage zitiert.

Nach der Pause setzte heftiger Regen und später sogar Schneefall ein, das Spiel blieb intensiv und von Fouls geprägt. Ein dicker Patzer führte zur erneuten FC-Führung: Stefan Lainer passte den Ball in den Fuß des lauernden Rexhbecaj, der aus spitzem Winkel Gladbachs Keeper Yann Sommer tunnelte. 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)