Kohfeldt zählt eigenen Spieler an

Kohfeldt zählt eigenen Spieler an

Der FC Augsburg gewinnt den Abstiegs-Krimi gegen Werder Bremen. Werder-Trainer Kohfeldt ist bedient - und kritisiert seinen eigenen Spieler öffentlich.
Der FC Augsburg gewinnt den Abstiegs-Krimi gegen Werder Bremen. Werder-Trainer Kohfeldt ist bedient - und kritisiert seinen eigenen Spieler öffentlich.
Explizit vor Platzverweis gewarnt! Kohfeldt kritisiert eigenen Mann
01:26
. SPORT1
von SPORT1
am 15. Mai

Florian Kohfeldt war bedient!

Der Trainer von Werder Bremen stellt sich normalerweise schützend vor seine Spieler. Doch nach der 0:2-Pleite der Bremer beim FC Augsburg sprach Kohfeldt Klartext: "Wir brauchen nicht drumherum zu reden. Ich breche den Stab nicht über 'Grosso'. Aber das ist natürlich die dümmste Gelbe Karte der Saison", kritisierte der 38 Jahre alte Trainer seinen sechs Jahre jüngeren Routinier bei Sky. (Der Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

Was war passiert? Erst in der 43. Minute hatte Groß die Gelbe Karte gesehen, nachdem er den Augsburger Florian Niederlechner umgegrätscht hatte. Vier Minuten nach dem Seitenwechsel flog der Sechser mit Gelb-Rot vom Platz. Beim Stand von 0:0 ging Groß an der Seitenlinie – erneut gegen Niederlechner – äußerst hölzern in einen Zweikampf. Schiedsrichter Robert Schröder schickte ihn frühzeitig duschen. Die Überzahl nach dem Augsburger Platzverweis gegen Ruben Vargas war dahin.

Der CHECK24 Doppelpass mit Kevin Großkreutz, Patrick Helmes und Friedhelm Funkel am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Platzverweis kostet Bremen Überzahl

Der Platzverweis kostete Bremen die Überzahl, nachdem Ruben Vargas in der 13. Minute mit Rot runter musste. Er hatte gegen Gebre Selassie nachgetreten. Die Bremer schafften es nicht, die zahlenmäßige Überzahl in Zählbares umzumünzen. Groß erwies seiner Mannschaft dann einen Bärendienst.

Auch Werder-Kapitän Niklas Moisander haderte mit dem Platzverweis: "Wir haben mit einem Mann mehr gespielt und Torchancen gehabt, aber nicht gescored. Es darf uns nicht passieren, dass wir dann eine Gelb-Rote Karte nehmen." Für Werder wird es nach der achten Niederlage in den vergangenen neun Partien immer enger.

Es droht der erste Fall in die Zweitklassigkeit seit dem Jahr 1980. Die Hanseaten belegen einen Spieltag vor Schluss den Relegationsplatz und brauchen am letzten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach dringend einen Sieg, um zumindest den Relegationsplatz abzusichern. Auch der direkte Klassenerhalt wäre noch möglich. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Augsburg sichert Klassenerhalt

Augsburg wird dagegen in der nächsten Saison in seine elfte Bundesligasaison in Folge gehen.

Die Treffer für die kampfstarken Gastgeber erzielten Rani Khedira (57.) mit einem Kullerball nach einer Ecke und Daniel Caligiuri (90., Foulelfmeter). Khediras Treffer ist als Abschiedsgeschenk zu verstehen. Der Mittelfeldspieler wird den FCA nach der Saison in Richtung Union Berlin verlassen und absolvierte sein letztes Heimspiel.

"Es ist eine riesige Erleichterung. Das wir das Spiel nach dem Spielverlauf noch geholt haben, das ist unglaublich. Wir sind überglücklich", sagte Khedira nach dem Abpfiff bei Sky. Der Augsburger Retter heißt auch Markus Weinzierl, der den Klassenerhalt mit dem Team bei seinem Heim-Comeback klarmachten. 

"Die Mannschaft hat es super gemacht und toll gefightet. Das in der Situation und in dem Stress nach Hause zu holen, das ist aller Ehren wert", freute sich Weinzierl. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

"Das ist sehr bitter. Wenn du frühzeitig in Überzahl bist und so viele Möglichkeiten hast, dann musst du ein Tor schießen. Wenn du das nicht schaffst, dann ist es zu wenig", sagte Bremens Leonardo Bittencourt bei Sky: "Wir nutzen unsere Chancen nicht und kriegen dann auch noch ein Standard-Tor. Das ist einfach nur zum Kotzen."

Bei Augsburg kam der Sieg nach zuvor fünf Niederlagen zur rechten Zeit: Die Mannschaft von "Feuerwehrmann" Markus Weinzierl hätte den Verbleib in der Bundesliga bei Bayern München sicherstellen müssen, kann sich nun aber vorzeitig auf ein elftes Jahr in der Erstklassigkeit einrichten. Den Ausgleich für Bremen verhinderte nach einem Gewaltschuss von Leonardo Bittencourt der Pfosten (72.). 

In der kampfbetonten Partie erwies Vargas den Augsburgern früh einen Bärendienst: Nach einer Rempelei mit Theodor Gebre Selassie trat der Schweizer nach. Schiedsrichter Schröder zeigte ihm nach einer Rudelbildung Rot und stand auch nach Inaugenscheinnahme der TV-Bilder zu seiner Entscheidung - zu Recht.

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Werder hat keine Antwort parat

Die Bremer waren danach optisch überlegen, erspielten sich auch gute Chancen, die Schüsse von Josh Sargent (21./28.) wurden jedoch geblockt oder gingen neben das Tor (44.). Den Bremern fiel aber insgesamt zu wenig ein, um den verbissen verteidigenden FCA dauerhaft unter Druck zu setzen.

Tatsächlich gelangen den Gastgebern immer wieder Entlastungsangriffe, die auch gefährlich waren. So musste Jiri Pavlenka im Bremer Tor einen Schuss aus spitzem Winkel von Marco Richter entschärfen (45.+2). Nach Gelb-Rot für Groß legte Augsburg sofort zu und nutzte nach einer Ecke die Verwirrung in der Bremer Abwehr zur Führung.

Die Antwort der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt war wenig überzeugend. Bis auf Bittencourts Pfostenschuss kam zu wenig.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)