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Bochum-Trainer: „Bin sehr erzürnt“

Bochum-Trainer: „Bin sehr erzürnt“

Hertha-Trainer Pal Dardai kann aufatmen: Beim VfL Bochum präsentiert sich die Alte Dame sehr effizient. Suat Serdar trifft in der ersten Hälfte doppelt.
Kevin-Prince Boateng soll Anführer und Führungsspieler bei der Hertha sein. Kann er diesem Anspruch Gerecht werden? Stefan Effenberg hat seine Zweifel.
. SPORT1
von SPORT1
12.09.2021 | 20:04 Uhr

Mit dem ersten Doppelpack seiner Karriere hat Suat Serdar Hertha BSC vor einem totalen Fehlstart in der Fußball-Bundesliga bewahrt.

Der Neuzugang führte die effektiven Berliner zum 3:1 (2:0) beim Aufsteiger VfL Bochum und sicherte ihnen im vierten Spiel den ersten Sieg und die ersten Punkte. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Der Ex-Schalker, für geschätzte acht Millionen Euro verpflichtet, traf vor 14.000 Zuschauern im Ruhrstadion zunächst nach einem Solo (37.), dann profitierte er von einem Abwehrfehler (43.). Der 24-Jährige beruhigte damit fast im Alleingang die aufgeregte Stimmung beim hochambitionierten Hauptstadtklub. Simon Zoller gelang der Bochumer Anschlusstreffer (59.), der eingewechselte Myziane Maolida (78.) antwortete.

Bochum-Trainer Reis nach Abpfiff bedient

„Ich bin stolz auf die Mannschaft. Das Ergebnis ist schön und effektiv. Aber auch mit schönen herausgespielten Torchancen“, freute sich Hertha-Trainer Pal Dardai nach dem Spiel bei DAZN. Sein Gegenüber, Thomas Reis, war sichtlich bedient über die unglückliche Niederlage: „Die Niederlage tut sehr weg, wir haben sehr guten Fußball gespielt. Wir haben aktiv gespielt und eine hohe Intensität gezeigt. Wir wurden drei Mal bitter bestraft.“

Vor allem über ein vermeintliches Foul vor dem 2:0 der Hertha regte sich der Bochum-Coach auf: „Ich bin immer noch sehr erzürnt, weil es meiner Meinung nach vor dem 2:0 ein klares Foulspiel gab. Unser Spieler wird rumgerissen und dadurch spielt er den Ball zum Gegner. Durch das 2:0 sind wir natürlich ins Hintertreffen geraten.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Dardai defensiv - Bochum beginnt mutig

Nach zehn Gegentoren in ersten drei Spielen stellte Dardai auf eine Fünferkette um, „wir wollen nach vorne verteidigen“, kündigte er an und meinte: „Unsere Abwehr fühlt sich dann sicherer.“

Gegenüber dem 0:5 vor der Länderspielpause beim Rekordmeister Bayern München hatte der Coach sein Team auch personell umgekrempelt: Gleich auf sechs Positionen veränderte er die Startelf. Beim VfL kam Hertha-Leihgabe Eduard Löwen ausgerechnet gegen den Stammklub zu seinem ersten Einsatz von Beginn an.

„Die Unsicherheit bei der Hertha ausnutzen“ wollte VfL-Trainer Reis - und seine Mannschaft begann aggressiv und attackierte früh. Die Berliner hatten damit durchaus Probleme, von der Bank gab Rückkehrer Kevin-Prince Boateng lautstark und gestenreich Anweisungen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Die erste Großchance hatte folgerichtig Bochum: Nach einer Flanke von Elvis Rexhbecaj köpfte Zoller aber am Tor vor bei (19.). Den Gästen gelang im Vorwärtsgang wenig, das hohe Pressing behagte ihnen nicht. Dem VfL fehlte allerdings die Präzision im und um den gegnerischen Strafraum.

Serdar sorgt mit Einzelaktion für die Führung

Eine Einzelaktion brachte die überraschende Hertha-Führung: Serdar ließ mit einem Haken gleich drei Gegenspieler ins Leere laufen und schlenzte den Ball ins lange Eck. Der Ex-Schalker legte gleich das 2:0 nach. Die Bochumer Innenverteidiger Armel Bella Kotchap und Vasileios Lampropoulos behinderten sich am Fünfmeterraum gegenseitig, Serdar nutzte die Verwirrung aus.

„Wir sind ganz schwer ins Spiel reingekommen, dann hat der Trainer umgestellt. Mit der Doppel-Acht lief es besser“, analysierte Doppelpacker Serdar nach der Partie. „Ich bin froh über die ersten drei Punkte“, erklärte der ehemalige Schalker, der nach einem „turbulenten Jahr auf Schalke“ auf eine ruhige Woche hoffe.

Bochum steckte trotz des unglücklichen Rückstands nicht auf, suchte in der zweiten Hälfte noch mehr sein Heil in der Offensive. Zunächst vergab Danilo Soares nach einem Solo (57.), dann traf Zoller nach grandioser Vorarbeit von Gerrit Holtmann. Danach wuchs der Druck stetig, die Gäste rangen um Entlastung - die brachte Last-Minute-Verpflichtung Maolida rund 20 Minuten nach seiner Einwechslung per Solo.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)