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Hummels und Goretzka schauen Bochum

Hummels und Goretzka schauen Bochum

Der VfL Bochum und der VfB Stuttgart trennen sich torlos. Konstantinos Mavropanos wird zurückgepfiffen.
Das Spiel zwischen dem VfL Bochum und dem VfB Stuttgart endet torlos. Hauptverantwortlich dafür ist der Stuttgarter Schlussmann.
. SPORT1
von SPORT1
26.09.2021 | 17:22 Uhr

Kein Sieger im Duell der Fehlstarter.

Beim 0:0 in Bochum verpasste sowohl Aufsteiger VfL als auch der VfB Stuttgart einen Befreiungsschlag. (Spielverlauf zum Nachlesen) Vor allem Bochum steckt damit früh im Keller der Bundesliga-Tabelle fest.

Acht Tage nach der 0:7-Rekordpleite bei Bayern München kommen die Westfalen nach dem Punktgewinn auf vier Zähler und liegen auf einem Abstiegsplatz. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Die Schwaben, die nur zwei Zähler aus den letzten fünf Partien holten, haben lediglich einen Punkt mehr auf dem Konto. Zumindest konnten beide Teams vor 15.300 Zuschauern ihre Gegentorflut der letzten Wochen stoppen. Offensiv läuft wenig: Ohne den verletzten Stürmer Simon Zoller, der an allen bisherigen vier Toren beteiligt war, fehlt Bochum die Durchschlagskraft. Auch Stuttgart vermisst die Angreifer Sasa Kalajdzic und Silas Katompa Mvumpa schmerzlich.

„Wir haben ein umkämpftes Spiel gesehen. Man hat gesehen, dass beide Teams in der Tabelle nicht gut dastehen“, analysierte Bochums Sebastian Polter bei DAZN: „Wenn man unsere Chancen sieht, dann könnten wir der glückliche Gewinner sein. Wir haben in einer Situation aber auch Glück, dass ihm vor dem Tor der Ball an die Hand springt.“

Auch Stuttgarts Waldemar Anton war zwiegespalten: „Wir sind sehr zufrieden, dass wir zu Null gespielt und wenig zugelassen haben. Vorne hat uns aber die Zielstrebigkeit gefehlt, daran müssen wir arbeiten. Wir haben genug junge Spieler, die das können.“

Hummels und Goretzka auf der Tribüne

„Es gibt 80 Minuten lang gar nichts zu kritisieren, da haben wir ein ganz starkes Spiel gemacht. Das Standard-Tor ist aber zu einfach. Ansonsten haben wir nichts zugelassen“, sagte VfL-Keeper Manuel Riemann, der allerdings eine grundsätzliche Frage aufwirft: „Mich nerven aber die letzten zehn Minuten, da sind wir nicht mehr wach genug. Da musst du vorne das Ding über die Linie drücken, da müssen wir geiler sein, das Tor zu machen. Wenn wir diese Spiele Zuhause nicht gewinnen, wo sollen wir dann unsere Punkte holen?“

Nach der höchsten Bundesliga-Niederlage in der Vereinsgeschichte hatte Bochums Trainer Thomas Reis auf vier Positionen umgestellt - vor allem in der Defensive. Sein VfB-Kollege Pellegrino Matarazzo konnte Abwehrspieler Waldemar Anton nach abgesessener Rotsperre wieder einsetzen, tauschte gegenüber dem 1:3 gegen Bayer Leverkusen insgesamt drei Spieler aus und stellte auf Viererkette um. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

„Die Gegenspieler aufzufressen im Strafraum“, forderte Matarazzo vor dem Anpfiff bei DAZN von seinen Spielern in der Defensive, nachdem er schon unter der Woche nach zwölf Gegentoren in den ersten fünf Partien die „absolute Konsequenz im Verteidigen“ angemahnt hatte. Ein Spiel ohne Gegentor tat dabei wohl gut. „Wir nehmen vom Spiel positiv mit, dass die Null steht. Alle wollten das Tor sauber halten. Wir wollten hier aber drei Punkte holen. In der ersten Hälfte sind wir jedoch nicht klargekommen. In der zweiten lief es dann viel besser, da wir es einfacher gemacht haben“, analysierte Matarazzo nach Abpfiff.

Reis wollte von seinem Team „wieder ein anderes Gesicht“ sehen.Nach der Partie zeigte er sich dabei durchaus zufrieden: „Wir haben die erste Hälfte dominiert, uns fehlt aber das letzte Quäntchen vorne, dass wir etwas effektiver sein können. Es war teilweise von beiden Mannschaften sehr wild. Wir haben leidenschaftlich gespielt und mit der Art und Weise kann man gut leben. Wir müssen mit dem 0:0 leben, da uns die letzte Konsequenz fehlt.“

Tor von Mavropanos zurückgenommen

Auch wenn Stuttgart durch einen Kopfball von Konstantinos Mavropanos die erste Chance hatte (4.), war der Willen zur Wiedergutmachung beim VfL unter den Augen des Ex-Bochumers Leon Goretzka und Mats Hummels, die beide von der Tribüne aus zusahen, zu spüren. Vor allem über den linken Flügel mit dem schnellen Gerrit Holtmann kamen die Bochumer immer wieder hinter die VfB-Kette, doch wie schon beim 1:3 gegen Hertha BSC fehlte den Flanken die Genauigkeit.

Die spielerisch deutlich besseren Stuttgarter hatten mit der Aggressivität der Gastgeber Probleme. Die erste wirklich gelungene Offensivkombination brachte der VfL zustande, doch Eduard Löwen scheiterte an Keeper Florian Müller (18.). Es blieb die einzige in der ersten Halbzeit, trotz immer größerer Spielanteile der Bochumer.

Matarazzo reagierte und brachte zur zweiten Hälfte in Chris Führich und Erik Thommy zwei neue Offensivkräfte. Führich leistete prompt die Vorarbeit zur vermeintlichen Führung, doch der Treffer von Mavropanos wurde nach Videobeweis wegen Handspiels zurückgenommen (55.). Plötzlich häuften sich die Chancen auf beiden Seiten, der Unterhaltungswert stieg.

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