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Bayer-Boss fällt bitteres Urteil zur Bundesliga

Bayer-Boss fällt bitteres Urteil zur Bundesliga

Fernando Carro sieht die Entwicklung der Bundesliga mit Sorge. Mit Bayer Leverkusen kann er nicht mal gegen englische Aufsteiger mithalten.
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von SPORT1

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro sieht die Entwicklung der Bundesliga mit großer Sorge.

Die Kluft zwischen den deutschen Topteams und vor allem den Vereinen aus England sei gravierend. Ein passendes Beispiel für seine These lieferte der 57-Jährigen im Interview mit dem Guardian gleich selbst. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Wir haben im Sommer versucht, einen Spieler zu kaufen, und am Ende war ein Aufsteiger aus der Premier League in der Lage, mehr Geld und ein höheres Gehalt zu zahlen als wir, eine der vier besten Mannschaften in Deutschland“, sagte Carro. Darunter leide man natürlich.

Bei der angesprochenen Personalie geht es wohl um Innenverteidiger Kristoffer Ajer, der von Celtic Glasgow zu englischen Aufsteiger FC Brenford ging. Rund 16 Millionen Euro soll der Transfer teuer gewesen sein. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Möglichkeiten, die Lücke zu England zu schließen, sieht Carro kaum: „Die größte Veränderung bei den Einnahmen kann also durch den sportlichen Erfolg in den europäischen Wettbewerben erzielt werden. Die einzige andere Möglichkeit sind Transfers.“

Das Problem mit den TV-Geldern

Mit hohen Ablösen könne man zwar Geld generieren - da habe aber natürlich auch Auswirkungen auf sportliche Geschicke. „Englische Vereine bezahlen für die Transfers, wir bekommen das Geld, aber dann ist die ganze Bundesliga nur noch eine Entwicklungsliga für die Premier League.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Selbst Borussia Dortmund müsse seine Spieler verkaufen, Carro nannte Jadon Sancho (ging zu Manchester United) als Beispiel. Nur der FC Bayern könne mit den ganz Großen im europäischen Geschäft mithalten.

Grund für die großen Unterschiede sind bekanntlich die nicht nur in England deutlich höheren TV-Einnahmen. Carros bitteres Urteil: „Ich denke, dass wir uns im Allgemeinen nicht so gut vermarkten wie andere Ligen. Wenn man sich Spanien anschaut, dann verdienen die 860 Millionen Euro mit den TV-Rechten im Ausland, während wir nur etwa 200 Millionen Euro einnehmen.“

Selbst bei einer Verdopplung der eigenen Einnahmen würde man noch klar hinterherlaufen.

Kein Wunder, dass er die Entwicklung der Liga mit Sorge sieht.

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