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So steht es finanziell um die Eintracht

So steht es finanziell um die Eintracht

Die Coronakrise hat die Transfererlöse der Bundesligisten deutlich sinken lassen. Die Verkäufe von Sportvorstand Fredi Bobic und Trainer Adi Hütter waren daher ein wichtiger Faktor für die Eintracht.
Eintracht-Keeper Kevin Trapp legte mit etlichen spektakulären Paraden den Grundstein für den Frankfurter Sieg in der Allianz Arena.
Christopher Michel
Christopher Michel
von Christopher Michel

Vor Ausbruch der Corona-Krise vermeldete Eintracht Frankfurt Jahr für Jahr neue Rekordzahlen. In der Saison 2019/20 peilte der Klub einen Umsatz von über 300 Millionen Euro an, das Stadion war regelmäßig voll und die Transfererlöse sprudelten in die Kasse.

Für Sébastien Haller und Luka Jovic bekam der Klub über 100 Millonen Euro von West Ham United und Real Madrid. The Sky is the limit, Grenzen schienen keine mehr gesetzt.

Eintracht hat Ablöse für Hütter und Bobic schon kassiert

Doch dann kam Corona. Finanzvorstand Oliver Frankenbach hat nun die Zahlen aus dem aktuellen Geschäftsbericht der Hessen eingeordnet. Der Umsatz hat sich beinahe halbiert und liegt inzwischen bei 160,4 Millionen Euro - was auch mit der Nicht-Teilnahme an der Europa League zu tun hatte. Der Verlust nach Steuern betrug zuletzt 36,1 Millionen Euro. Vor einem Jahr noch erfreute sich der Klub einen Gewinn in Höhe von 18,7 Millionen Euro. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Die Einbußen schmerzen, wenngleich die Eintracht handlungsfähig bleibt. Daran haben auch Ex-Sportvorstand Fredi Bobic und der frühere Trainer Adi Hütter ihren Anteil - und zwar nicht nur auf, sondern auch neben dem Feld.

Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach haben insgesamt rund 10 Millionen Euro für das Erfolgsduo nach Frankfurt überwiesen und dem Klub somit wertvolle Einnahmen beschert.

Für diese Spieler gab es Ablöse für die Eintracht

Wie SPORT1 weiß, fließt das kassierte Geld für Hütter und Bobic mit in die Rechnung der Transfererlöse, die insgesamt bei 26 Millionen Euro liegen, ein. Sie machten also knapp 40 Prozent der Erlöse aus. Da die Verträge noch im Juni 2021 endeten, sind die Gelder in den Bericht der vergangenen Saison eingerechnet. Die Ablöse für André Silva (rund 25 Millionen Euro bleiben bei der Eintracht) der erst im Juli nach Leipzig wechselte, wird erst im kommenden Geschäftsbericht auftauchen.

Des Weiteren gab es Ablösen für Ante Rebic (AC Mailand), Lucas Torró (CA Osasuna), Bas Dost (FC Brügge), Mijat Gacinovic (TSG Hoffenheim) und Leihgebühren für Danny da Costa, Dominik Kohr (beide Mainz 05) und Goncalo Paciencia (FC Schalke 04). Der Blick auf diese Summen verdeutlicht, dass deutlich weniger Geld im Umlauf ist. Jeder Cent wird zweimal umgedreht, das Jahr der Geisterspiele hat viele Klubs ausgebremst.

Bei Kostic konnte die Eintracht hart bleiben

Bei Kostic konnte die Eintracht hart bleiben, dennoch musste die Eintracht neben Silva keinen weiteren Superstar verkaufen. Daichi Kamada, Evan N‘Dicka und vor allem Filip Kostic hätten zwar für Überschüsse sorgen können.

Doch auf SPORT1-Nachfrage stellte Frankenbach klar: „Kostic fünf Tage vor dem Ende der Transferperiode für zehn Millionen Euro zu verkaufen, macht keinen Sinn. Gemessen daran, was möglich wäre, würde uns das wirtschaftlich nicht wirklich viel bringen, die Mannschaft sportlich aber derart schwächen, dass die Folgen möglicherweise viel deutlicher wären.“

Vor einem Jahr hatte die Eintracht noch 53 Millionen Euro Eigenkapitel, welches aber wegen Stopfung von Finanzlöchern geschmolzen ist. Durch eine Kapitalerhöhung von 22 Millionen Euro konnte sie einige Verluste und abfedern. Das Eigenkapital liegt daher noch bei 39 Millionen Euro.

Die Eintracht kann, aber sie muss ihre Stars nicht verkaufen. Ein wichtiger Fakt inmitten einer schwierigen Zeit, in der auch Bobic und Hütter einen auch wirtschaftlich wichtigen Teil zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen konnten.

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