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Bobic deutlich: „Gehört sich nicht“

Bobic deutlich: „Gehört sich nicht“

Fredi Bobic bezeichnet die Impfdebatte im Profifußball als „Symbolpolitik“.
Jude Bellingham zeigte bei den Sports Personality Awards eine noble Geste und appellierte sich impfen zu lassen.
SID
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von SID

Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic vom Bundesligisten Hertha BSC hält die Impfdebatte im Profifußball für „Symbolpolitik“. Sich als „Politiker oder Medium öffentlich den Fußball oder einzelne Spieler herauszupicken, um für Klicks zu sorgen oder vom eigenen Versagen abzulenken, das gehört sich nicht“, sagte Bobic dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

„Meine Tochter arbeitet in der Pflege. Die hat einen Hals, wenn sie weiß, dass Kollegen sich nicht impfen lassen. Sie arbeitet mit Menschen zusammen, die vulnerabel sind“, erklärte Bobic: „Das sind doch die Themen, die wirklich wichtig sind in der Gesellschaft und nicht, ob Joshua Kimmich geimpft ist oder nicht.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Auch bei Hertha versuche man Spieler, die noch nicht geimpft seien, "mit guten Argumenten zu überzeugen, sich impfen zu lassen".

Bezüglich der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Transfermarkt glaubt Bobic, dass es „immer noch große Transfers geben“ wird, „weil es immer noch Menschen mit sehr viel Geld gibt“. In Deutschland werde man allerdings „sehr sorgfältig damit umgehen und eher runterfahren“. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Bobic: Man muss Verbände hinterfragen

Bobic sieht derweil bei der Diskussion um die WM in Katar die Politik und die Verbände in der Verantwortung. „Man muss die Verbände hinterfragen, warum sie die Entscheidung treffen, dahin zu gehen“, sagte Bobic: „Die müssen sich positionieren, nicht die Spieler.“

Man könne „auf politischer Ebene“ auch darauf aufmerksam machen, erklärte Bobic: „Das finde ich gut, aber die Spieler selbst wollen ihrem Sport nachgehen und haben auf diese Themen auch gar keinen Einfluss. Deswegen: Lasst sie Sport machen.“

Nach der Entlassung Pal Dardai bei Hertha BSC stellte Manager Fredi Bobic den neuen Trainer Tayfun Korkut vor. Der 47-Jährige übernimmt den Big City Club und soll der Alten Dame aus dem Tabellenkeller helfen.
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Neuer Hertha-Trainer Korkut: "Hat keine Strahlkraft!"

Auch beim Confed-Cup 2013 habe es „Unruhen und Korruptionsvorwürfe in Brasilien“ gegeben: „Ein Jahr später sind wir da Weltmeister geworden und alle fanden es super und es hat keinen mehr interessiert.“

Generell sei er der Meinung, dass man als Deutscher nicht das Recht habe, „immer über alles zu urteilen“. Stattdessen solle man „erstmal bei uns schauen, ob wir alles richtig machen“.