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Krösche über Nachwuchssorgen: "Mittagsschlaf gemacht"

Krösche schlägt Alarm

Der deutsche Fußball habe in den vergangenen Jahren falsche Schwerpunkte in der Talent-Entwicklung gesetzt, sagt Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche.
Eintracht Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche erklärt auf dessen Antritts-Pressekonferenz die Verpflichtung von Albert Riera als neuen Trainer - und offenbart den Verlauf der Verhandlungen.
Der deutsche Fußball habe in den vergangenen Jahren falsche Schwerpunkte in der Talent-Entwicklung gesetzt, sagt Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche.

Sportvorstand Markus Krösche von Eintracht Frankfurt hat die Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball in den vergangenen Jahren kritisiert.

Klubs und Verbände hätten bei der Entwicklung von Talenten zwar keinen „Winterschlaf“, aber „zumindest mal einen Mittagsschlaf gemacht“, sagte der Manager bei der SPOBIS Conference in Hamburg: „Da müssen wir jetzt sehen, dass wir wieder rauskommen und aufwachen und an den wichtigen Themen arbeiten.“

Krösche: „Wir bilden einfach viel zu schlecht aus“

Um mehr Stars hervorzubringen, müsse man sich wieder verstärkt auf die Ausbildung konzentrieren. „Wir müssen sehen, dass wir da Maßnahmen finden und es schaffen, dass die Spieler deutlich mehr Spielzeit“ auf „höchstmöglichem Niveau“ bekommen, „dass wir in der Trainerentwicklung und in der Trainerausbildung wieder den Schwerpunkt setzen.“

Krösche ist Mitglied einer Expertengruppe, die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingesetzt wurde und unter anderem Weichenstellungen für eine sportlich erfolgreiche Zukunft des deutschen Fußballs setzen soll. Eine Maßnahme auf diesem Weg soll die Einführung einer neuen U21-Liga sein.

„Wir bilden einfach viel zu schlecht aus“, sagte Krösche. Umso wichtiger sei es, „einfach mal zu starten, einfach mal zu machen“ und nicht „in irgendwelchen Diskussionen zu verfangen, da kommen wir nicht weiter.“

Kritik auch von Khedira

In die gleiche Kerbe schlug Weltmeister Sami Khedira, der wie Jürgen Klopp ebenfalls der Expertengruppe angehört: „Wir haben tolle Talente, aber wir müssen sie besser fördern. Die Entwicklung von Topspielern darf nicht dem Zufall überlassen werden.“

Die neue U21-Liga soll in ein Final-4-Turnier münden, wie DFL-Geschäftsführer Marc Lenz erklärte. Dabei gehe es aber „nicht in erster Linie um Vermarktbarkeit“, vielmehr stehe die zusätzliche Spielzeit im Vordergrund. Auch deshalb sollen die Spielpläne flexibel gehalten werden.

Im Zuge der Diskussion um die Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga und der rasanten Entwicklung des Transfermarkts für junge Spieler regte Lenz zudem eine stärkere Regulierung des Multi-Club-Ownership an.