Hummels befürchtet Horrorszenario

Hummels befürchtet Horrorszenario

Borussia Dortmund verliert die Champions-League-Plätze zunehmend aus den Augen. Gegen Eintracht Frankfurt muss der BVB kurz vor Schluss eine Pleite hinnehmen.
Mats Hummels prangert nach der Pleite gegen Frankfurt technische Probleme in den eigenen Reihen an. BVB-Trainer Edin Terzic nimmt Stellung.
Technisch zu schlecht? "Ich kann sagen, wen Mats gemeint hat!"
01:18
Lisa Obst
von SPORT1
am 3. Apr

Borussia Dortmund droht erstmals seit sechs Jahren das Millionenspiel Champions League zu verpassen.

Die Mannschaft von Trainer Edin Terzic unterlag im wegweisenden Duell gegen Eintracht Frankfurt mit 1:2 (1:1) und liegt sieben Spieltage vor Saisonende der Bundesliga sieben Punkte hinter den viertplatzierten Hessen. (Der Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

Der CHECK24 Doppelpass mit Achim Beierlorzer und Andreas Rettig am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Hummels nach Pleite bedient

Mats Hummels befürchtet bei Sky bereits ein Horrorszenario: "Nicht die Champions League zu erreichen, wäre sportlich und finanziell natürlich eine Katastrophe, und da sind wir jetzt nah dran." (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Der Verteidiger schreibt Platz vier fast schon ab: "Wir müssen einfach schauen, dass wir jetzt unsere Spiele gewinnen. Wenn man realistisch ist, glaube ich, dürfte es selbst mit sechs oder sieben Siegen sehr, sehr schwer werden mit Platz vier, deswegen sollte das jetzt erstmal nicht unser Thema sein, sondern in der Bundesliga einfach Leistung bringen, schauen, was dabei rauskommt, und in den Pokalwettbewerben versuchen, weiterzukommen in den nächsten Wochen."

Auch bei BVB-Sportdirektor Michael Zorc "überwiegt heute die große Enttäuschung. Natürlich sind wir jetzt weit hinten dran, du musst im Prinzip fast jedes Spiel gewinnen, um eine Chance zu haben. Wir geben nicht auf, haben uns das aber ganz anders vorgestellt." (Service: Tabelle der Bundesliga)

Auf der Gegenseite will Sebastian Rode den Ball aber noch flachhalten: "Sieben Spiele sind noch eine Menge, wir wollen den Platz unbedingt verteidigen, und es gilt jetzt, auf Biegen und Brechen durchzuhalten."

Eintracht-Trainer Adi Hütter ist "stolz auf die Mannschaft. Man hat von der ersten Minute an gesehen, dass wir nicht umsonst auf Platz vier stehen. Wir waren mutig. Man hat gesehen, dass wir den Sieg unbedingt wollten."

Slapstick-Eigentor von Schulz

Dem Dortmunder Nico Schulz unterlief ein Eigentor (11.), Hummels traf zum Ausgleich (45.). Für den erster Frankfurter Sieg in Dortmund seit elf Jahren sorgte Andre Silva mit seinem 22. Saisontor (87.) - das vermeintliche Führungstor der Eintracht durch Stefan Ilsanker (65.) war zuvor wegen einer Abseitsposition nach Videobeweis zurückgenommen worden. Der BVB verpatzte damit auch die Generalprobe für das Königsklassen-Viertelfinale am Dienstag bei Manchester City. 

Bei den Gastgebern kehrten Marco Reus und Raphael Guerreiro nach ihren Verletzungen in die Startelf zurück, bei der Eintracht setzte Hütter auf eine Doppelspitze mit Silva und Luka Jovic. Seine Mannschaft verstand das Signal und suchte sofort den Weg nach vorne.

Dieser Mut wurde früh belohnt. Filip Kostic flankte nach einem energischen Vorstoß, und der von Silva bedrängte Schulz köpfte den Ball über Schlussmann Marwin Hitz hinweg ins eigene Tor. 

Die Führung gab den Frankfurtern zusätzliches Selbstvertrauen. Erneut kam Kostic auf der linken Seite bis zur Grundlinie durch, doch Hitz hatte mit Silvas Kopfball keine Probleme (15.).

Die Gastgeber kamen nach rund 20 Minuten besser ins Spiel. Guerreiro bediente Erling Haaland, doch der norwegische Torjäger verzog aus spitzem Winkel (21.). Vier Minuten später scheiterte Haaland nach einem Pass von Thorgan Hazard an Torhüter Kevin Trapp.

Beide Mannschaften kombinierten sich nun immer wieder schnell durchs Mittelfeld, der entscheidende Pass war aber oft zu unpräzise. Es entwickelte sich das von Terzic erwartete "wilde Spiel".

Silva trifft BVB ins Herz

Als die Frankfurter sich schon auf eine Pausenführung eingestellt hatten, schlug der BVB zurück. Nach einer Ecke kam der Ball über Emre Can zu Hummels, der schnell reagierte und aus kurzer Distanz zum Ausgleich traf.

Bei den Gästen ersetzte Daichi Kamada zu Beginn der zweiten Halbzeit den angeschlagenen Nationalspieler Amin Younes. Und die Frankfurter suchten weiter den Weg nach vorne. Im entscheidenden Moment trafen Jovic und Silva aber öfters die falsche Entscheidung. Kostic verzog zudem knapp (52.).

Die Dortmunder hielten kämpferisch dagegen, spielerisch ließ der Auftritt einige Wünsche offen. Immer wieder machte es sich der BVB mit einfachen Ballverlusten schwer. Guerreiros Abschluss war zu zentral (60.). Bei der Ilsanker-Szene hatte der BVB fünf Minuten später noch Glück, dann aber schlug Silva zu.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)