Anzeige

Bayern-Gegner erhält Tipp aus Düren

Bayern-Gegner erhält Tipp aus Düren

Der FC Bayern trifft am Abend - live auf SPORT1 - im DFB-Pokal auf den Bremer SV. Der Fünftligist bekommt einen Tipp von einem Trainer, der sich mit der Situation bestens auskennt.
Der FC Bayern hat mit dem Fünftligisten 1. FC Düren Mühe. Neuzugang Eric Maxim Choupo-Moting führt die Münchner letztlich aber zu einem ungefährdeten Sieg.
Reinhard Franke
von Reinhard Franke
25.08.2021 | 14:16 Uhr

Wenn am Mittwochabend der Bremer SV den FC Bayern im Nachholspiel der ersten Runde des DFB-Pokals empfängt (Mittwoch, ab 18.30 Uhr: Bremer SV - FC Bayern, LIVE im TV und im Stream), wird Giuseppe Brunetto mit seiner Frau daheim auf der Couch sitzen und dem Fünftligisten beide Daumen drücken. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)

Der 48-Jährige kennt solche Pokalabende und weiß, wie sich jeder Bremer fühlt. Brunetto hat es im vergangenen Oktober selbst erlebt, als er mit seiner Mannschaft den Rekordmeister in der ersten Pokalrunde empfing. Gut, am Ende hieß es 0:3, aber der 1. FC Düren schlug sich gegen den Rekordmeister tapfer.

“Raten will ich den Bremern nichts, das ist aus der Ferne immer schwierig. Ich würde ihnen lieber etwas wünschen, nämlich das zu spielen, was wir damals auch versucht haben umzusetzen. Für unsere Verhältnisse ging das gut auf”, sagt Brunetto im Gespräch mit SPORT1. (NEWS: Alle aktuellen Infos zum DFB-Pokal)

Düren-Trainer Giuseppe Brunetto (li.) erzählt eine Anekdote aus der Bayern-Kabine
Düren-Trainer Giuseppe Brunetto (li.) erzählt eine Anekdote aus der Bayern-Kabine

Kleiner Rat von Brunetto

Einen kleinen Rat hat der Fußballlehrer dann aber doch parat. “Wenn den Bremer SV auszeichnet, gegen Mannschaften tief zu stehen und über das Umschaltspiel zu kommen, dann würde ich das genauso machen. Wenn sie aber ähnlich wie wir strukturiert sind, dann sollten sie nach vorne spielen und den Gegner hoch anlaufen.”

Wichtig aber sei, das betont Brunetto: “Die Bremer sollen sich nicht aus dem Konzept bringen lassen und an ihre eigenen Stärken glauben. Die Spieler des großen FC Bayern sind auch nur Menschen.”

Arrogant oder genial? Bayerns Alphonso Davies strotzt im DFB-Pokal nur so vor Spielwitz. Gegen Düren tunnelt er allein in einer Halbzeit fünf Gegenspieler.
00:37
Fünf Tunnel in einer Halbzeit! Davies führt halbe Mannschaft vor

Man habe “eh nichts zu verlieren. Die Bremer sollen einfach an ihre eigenen Stärken glauben”.

Köln-Spiel als Mutmacher?

Die Münchner sind noch nicht so in Tritt wie gewünscht, wie der mühsame 3:2-Heimsieg am vergangenen Sonntag gegen den 1. FC Köln zeigt. Eine Chance für den großen Außenseiter?

“Ich glaube, dass die Bremer ähnlich wie wir damals realistisch in das Spiel reingehen werden”, sagt Brunetto und fügt an: “Wir wollten das Spiel einfach nur genießen, das ist uns gelungen. Die Bremer werden nicht allzu große Hoffnungen haben auf ein Weiterkommen.” Er glaubt, dass die Bremer versuchen werden “das Spiel so gut es geht offen zu gestalten. Ich werde den Jungs beide Daumen drücken”.

In Düren ist der ein Jahr zurückliegende Pokalhit gegen die Bayern noch allgegenwärtig. “Dieses Spiel gegen die Bayern nimmt uns keiner mehr. Davon werden wir noch unseren Enkelkindern erzählen”, sagt Brunetto.

“Das habe ich als Spieler nie gebraucht”

Er ist übrigens keiner, der nach Spielen gegen große Gegner ein Trikot als Andenken haben muss. “Das habe ich auch früher als Jugendlicher oder später als Spieler nie gebraucht. Meine Spieler haben nach dem Bayern-Spiel tatsächlich viele Trikots bekommen.”

Von einer “ganz tollen Geschichte” berichtet er in dem Zusammenhang: “Unser Kapitän Philipp Simon hat vor dem Spiel damals den Thomas Müller gefragt, ob er hinterher sein Trikot haben könne. Müller sagte ‘Ja klar, das kriegst du’.” Doch nach der Partie kam alles anders. “Da sind meine Jungs dann ausgelassen in die Bayern-Kabine gestürmt. Hansi Flick war total sympathisch und hat alle Trikots verteilt. Philipp fragte Thomas Müller nach dessen Trikot, doch der sagte nur: ‘Es tut mir von Herzen leid, aber das hat der Trainer schon verschenkt.”

Müller schickt Trikot

Müller fragte dann aber nach der Adresse von Simon und einige Tage später bekam dieser Post aus München. Der Inhalt: Müllers Trikot. “Das war in einem Karton mit Ernie und Bert darauf und einer Karte mit der Aufschrift ‘Schönen Gruß, Thomas Müller’”, erzählt Brunetto und lacht. Simon war glücklich.

Das wollen auch die Bremer nach dem Spiel gegen die Bayern sein.