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Blut-Elfer bringt Kroatien in Not

Blut-Elfer bringt Kroatien in Not

Kroatien verpasst gegen Tschechien den ersten Sieg bei der EM. Ein blutiger Elfmeter bringt den Außenseiter sogar in Führung, Ivan Perisic rettet einen Punkt.
Patrik Schick holte sich erst eine blutige Nase - und revanchierte sich mit einem verwandelten Elfmeter
Patrik Schick holte sich erst eine blutige Nase - und revanchierte sich mit einem verwandelten Elfmeter
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 18. Juni

Vize-Weltmeister Kroatien wartet weiter auf den ersten Sieg bei der EM 2021 - und muss sogar ein blamables Vorrunden-Aus fürchten.

Das Team um Superstar Luka Modric von Real Madrid kam nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen England auch gegen Tschechien nicht über ein 1:1 hinaus. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen sind die Kroaten im Gruppenfinale am Dienstag gegen Schottland zum Siegen verdammt. Die Tschechen stehen mit vier Punkten deutlich besser da, verpassten aber den vorzeitigen Sprung ins Achtelfinale.

Leverkusens Schick trifft schon wieder

Der Leverkusener Patrik Schick (37./Foulelfmeter) brachte die Tschechen sogar in Führung, nachdem ihn der ehemalige Liverpool-Profi Dejan Lovren beim Luftkampf im kroatischen Strafraum mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen hatte.

Schick blutete daraufhin heftig aus der Nase, Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande schaute sich die Szene auf Hinweis des Video-Assistenten am Spielfeldrand an und zeigte auf den Punkt.

Obwohl die Blutung längst nicht komplett gestillt war, durfte Schick zum Strafstoß antreten - und verwandelte mit blutverschmiertem Gesicht eiskalt ins linke untere Toreck. Mit bereits drei Turniertreffern ist Schick bislang bester EM-Torschütze.

Perisic rettet Kroatien ersten EM-Punkt

Der ehemalige BVB- und Bayern-Profi Ivan Perisic (47.) rettete den Kroaten auf Vorlage des Hoffenheimers Andrej Kramaric im nur spärlich besetzten Hampden Park von Glasgow aber zumindest den ersten Punkt.

Der kroatische Nationaltrainer Zlatko Dalic hatte nach dem England-Spiel (0:1) eine offensivere Ausrichtung versprochen, entschied sich bei der Rückkehr zum 4-2-3-1-System aber für nur zwei neue Kräfte. Im Abwehrzentrum begann der zuletzt am Knie verletzte Lovren, der Wolfsburger Josip Brekalo kam auf dem linken Flügel zum Einsatz.

Doch die ersten Signale setzten die selbstbewussten Tschechen, etwa als Tomas Souceks Kopfball nach einer Ecke nur knapp über das Tor strich (5.). Die Kroaten fanden überhaupt nicht ins Spiel, es mangelte an Bewegung, Ideen und Präzision. Auch dem alternden Metronom Modric (35) unterliefen zunächst ungewohnt viele Fehlpässe.

"Der Schlüssel ist, gut zu verteidigen und unsere Chancen für Konter nutzen", hatte Schick vorab über den tschechischen Matchplan verraten. Nach seinem Doppelpack inklusive Weitschuss-Traumtor gegen Schottland (2:0) dauerte es nicht lange bis zum nächsten großen Auftritt des 25-Jährigen.

Blut-Elfmeter von Schick sorgt für Erstaunen

Weil Lovren im Luftzweikampf seinen Ellenbogen in Schicks Gesicht knallte, entschied der spanische Schiri nach Ansicht der Videobilder nachvollziehbar auf Strafstoß. Schick trat zum Erstaunen der Zuschauer direkt nach seiner Behandlung selbst an, und verwandelte noch mit frischem Blut auf der Oberlippe - um dann beim Jubel über die verdiente Führung vor den TV-Kameras seine Muskeln spielen zu lassen.

Die Halbzeitansprache und Umstellungen aber fruchteten bei den Kroaten, die im zweiten Durchgang eine bessere Körpersprache an den Tag legten. Das machte sich sofort bezahlt: Mit einem schnell ausgeführten Freistoß schickte der Hoffenheimer Andrej Kramaric auf der linken Seite Perisic steil, der an den überrumpelten Tschechen vorbei in den Strafraum dribbelte und ins lange Eck traf.

Bei mehr Tempo und gesteigertem Einsatz von Kapitän Modric gelangen auch mehr durchdachte Vorstöße ins finale Drittel. Der EM-Zweite von 1996 aus Tschechien hielt nach Kräften mit beherztem Pressing dagegen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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