Tragisches EM-Aus für Lewandowski

Tragisches EM-Aus für Lewandowski

Bayern-Star Robert Lewandowski scheitert mit Polen dramatisch bei der EM - nicht nur ins Tor trifft der Stürmer doppelt. Die Hoffnung wird in der Nachspielzeit endgültig zerstört.
Robert Lewandowski brachte gegen Schweden diesen Ball nicht im Tor unter
Robert Lewandowski brachte gegen Schweden diesen Ball nicht im Tor unter
© Imago
Lisa Obst
von SPORT1
am 23. Juni

Tragisches EM-Aus für Superstar Robert Lewandowski vom FC Bayern und seine Polen! (Der Spielverlauf zum Nachlesen im TICKER)

Ratlos blickte der Weltfußballer Robert Lewandowski in den Abendhimmel von St. Petersburg, ehe er sich zum kurzen Abklatschen mit Spielverderber Emil Forsberg schleppte. Schließlich hatte der Schwede im letzten Gruppenspiel mit dem zweitschnellsten Treffer bei einer EM-Endrunde die Hoffnungen des starken, aber völlig erschöpften und enttäuschten Polen auf das Achtelfinale zerstört. (Tabelle & Gruppen der EM 2021)

Lewandowski warf zwar beim 2:3 (0:1) in der entscheidenden Partie alles rein, die beiden Treffer des Superstars vom FC Bayern München im zweiten Durchgang (61./84.) reichten der polnischen Nationalmannschaft allerdings nicht, um das bittere Vorrundenaus bei der EM zu verhindern. In Gruppe E belegte Polen nach einer völlig enttäuschenden EM-Gruppenphase mit nur einem Punkt den letzten Platz. (Spielplan & Ergebnisse der EM 2021)

"Ich hatte nicht die Fähigkeiten, dieses Spiel zu gewinnen und im Turnier zu bleiben. Es hat nicht gereicht", sagte ein geknickter Lewandowski. Vielsagend, dass er dabei von sich sprach. Aus dem Team bekam der Superstar das gesamte Turnier über zu wenig Hilfe. Nur ein Punkt aus drei Spielen sei für die Polen "eine große Enttäuschung", meinte auch Piotr Zielinski bei TVP Sport.

Schweden Erster vor Spanien, Polen raus

Die Schweden, die ohnehin bereits für das Achtelfinale qualifiziert waren, feierten dagegen sogar den Gruppensieg - vor allem dank Forsberg.

Es fühle sich "fantastisch" an, sagte der Angreifer von RB Leipzig. Erst erzielte er ein Blitztor nach 81 Sekunden, dann schlug er nach der Pause zum dritten Mal bei diesem Turnier zu (59.). Viktor Claesson (90.+4) setzte den Schlusspunkt.

"Emil macht bei uns den Unterschied. Es ist eine fantastische Sache, dass wir die Gruppe gewonnen haben. Jetzt haben wir ein paar Tage mehr Pause", sagte Schwedens Trainer Janne Andersson. Im Achtelfinale geht es für die Skandinavier am Dienstag (18 Uhr) in Glasgow gegen einen der besten Gruppendritten.

Spanien zog durch seine 5:0-Gala im Parallelspiel gegen die Slowakei Gruppenzweiter ins Achtelfinale ein und trifft dort auf Vize-Weltmeister Kroatien. Die Slowaken sind als Gruppendritter mit nur drei Punkten und einer Tordifferenz von -5 raus.

Zweimal Latte! Lewandowski verzweifelt

Bayern-Knipser Lewandowski hatte die Hoffnung seiner Polen mit beiden Treffern noch am Leben gehalten - und war am Ende doch der tragische Held.

Der Stürmerstar des FC Bayern, der in der Bundesliga mit 41 Saisontoren den ewigen Rekord von Gerd Müller geknackt hatte, verzweifelte in der ersten Halbzeit vor dem Kasten.

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In der 17. Minute köpfte der 32-Jährige den Ball nach einer Ecke erst per Aufsetzer an die Latte - und auch den Abpraller setzte die Tormaschine wieder per Kopf an den Querbalken!

Forsberg schockt Lewandowski und Polen früh

Die Hoffnungen hatten natürlich schon vor dem Anpfiff auf Lewandowski geruht, schließlich war auch er es, der den Polen gegen Spanien (1:1) mit seinem Treffer den überlebenswichtigen Punkt gerettet hatte. Die Bedeutung der Partie war ohnehin bereits klar: "Man spielt um sein Leben", sagte der polnische Torhüter Wojciech Szczesny.

Doch alle Pläne der Mannschaft von Trainer Paulo Sousa wurden bereits früh über den Haufen geworfen. Gleich mit der ersten Offensivaktion erwischte Forsberg Lewandowski und Co. mit einem Flachschuss ins Eck eiskalt - die Rückkehr von Grzegorz Krychowiak nach Gelb-Rot-Sperre änderte nichts am orientierungslosen Start der polnischen Defensive.

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Dass die Polen zwingend einen Sieg zum Weiterkommen benötigten, war in der Anfangsphase kaum zu bemerken. Lewandowski hing in der Luft, bekam kaum Unterstützung von seinen Mitspielern und musste mitansehen, wie die polnische Abwehr mehrmals in die Bredouille geriet. 

Die schwedische Elf von Trainer Janne Andersson beschränkte sich auf das Nötigste, hatte aber auch mit den meist harmlosen Flanken des Gegners aus dem Halbfeld keine Probleme. Bis auf Lewandowskis Doppelchance und einen Distanzschuss von Piotr Zielinski (45.+1) blieben die Polen vollkommen ungefährlich.

Polen dreht nach der Pause auf

Erst nach der Pause wurden die Polen mutiger, setzten durch Zielinski (47.) und Krychowiak (52.) Warnschüsse ab, scheiterten aber jeweils am starken schwedischen Schlussmann Robin Olsen.

Doch die offensivere Ausrichtung bescherte der schnellen Offensive um Forsberg und den Ex-Dortmunder Alexander Isak ein ums andere Mals große Räume zum Kontern.

Einen dieser schnellen Gegenangriffe vollendete erneut Forsberg. Doch die Polen steckten nicht auf und gaben die schnelle Antwort, als Lewandowski den Ball traumhaft ins lange Eck schlenzte.

Als dem Stürmerstar sogar der Ausgleich gelang, wurde es in den letzten Minuten dramatisch - doch das für Polen erlösende dritte Tor wollte nicht fallen.

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Mit SID (Sport-Informations-Dienst)

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