Alabas Österreicher im Achtelfinale

Alabas Österreicher im Achtelfinale

Österreich zieht zum ersten Mal in seiner Geschichte in eine K.o.-Runde der EM ein - jetzt kommt ein Brocken. David Alaba leitet den Sieg der Alpenrepublik ein.
Österreich steht im Achtlefinale der EM 2021
Österreich steht im Achtlefinale der EM 2021
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. SPORT1
von SPORT1
am 21. Juni

Kapitän David Alaba hat Österreich erstmals in seiner Fußball-Geschichte ins Achtelfinale der EM geführt. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Gegen die zuvor punktgleiche Ukraine siegte Austria mit (1:0) und zieht als Zweiter aus Gruppe C in die Runde der letzten 16 ein. Dort trifft die Mannschaft des deutschen Trainers Franco Foda am Samstag (21.00 Uhr) in Wembley auf den viermaligen Weltmeister Italien. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Der Hoffenheimer Christoph Baumgartner hatte Austria, das erstmals seit der WM 1982 die Vorrunde bei einem großen Turnier überstand, in der 21. Minute nach einer Ecke von Ex-Bayern-Star Alaba in Führung gebracht. Im Fünfmeterraum stocherte der offensive Mittelfeldspieler die scharfe Alaba-Flanke über die Linie. (Tabellen der EM)

"Das fühlt sich sehr gut an, wir sind extrem happy, dass wir das geschafft haben", freute sich Alaba in der ARD und erklärte mit Blick auf den Achtelfinal-Kracher gegen Italien: "Man hat gesehen, was sie für eine überragende Gruppenphase gespielt haben. Aber wir sind hier, um zu träumen."

Alaba kurbelt für Österreich Spiel an

Für Alaba war seine Torvorlage auch ein Stück Wiedergutmachung, nachdem er im 2. Gruppenspiel gegen die Niederlande (0:2) noch einen Elfmeter verursacht hatte. Der langjährige Bayern-Star, einer von neun Bundesligaspielern in der Startelf, hatte zuvor von einem "Finale" gesprochen: "Wir wollen gewinnen, um Geschichte zu schreiben."

Er selbst begann erstmals bei diesem Turnier auf der linken Seite. In den ersten beiden Gruppenspielen gegen Nordmazedonien (3:1) und gegen die Niederlande (0:2) hatte Foda den künftigen Profi von Real Madrid überraschend in die Innenverteidigung beordert, seine offensiven Akzente fehlten so. 

Auch diesmal war der 28-Jährige in der Defensive gefragt - als Gegenspieler des Ex-Dortmunders Andrej Yarmolenko, der schon zweimal für die Ukraine getroffen hatte. Doch Alaba, sonst in der Nationalmannschaft vorwiegend im Mittelfeld eingesetzt, kurbelte mit an.

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Österreich begann offensiv, weil für Platz zwei ein Sieg nötig war. Für mehr Durchschlagskraft im Angriff sollte Rückkehrer Marko Arnautovic sorgen. Der Angreifer war nach einer verbalen Entgleisung beim 3:1-Auftaktsieg gegen Nordmazedonien für ein Spiel gesperrt worden und hatte bei der Niederlage gegen die Niederlande (0:2) gefehlt.

Alaba leitete mit seinem fünften Eckball die Führung ein, Baumgartner stand goldrichtig und drückte den Ball über die Linie. Der Lohn für eine starke Anfangsphase, in der die Österreicher eindeutig das Spiel bestimmten.

"Ich kann es noch nicht ganz realisieren. Was noch dazukommt ist, dass mir der Schädel wehtut", sagte Torschütze Baumgartner im ORF: "Ich freue mich für ganz Österreich, ich hoffe, alle haben es genossen. Wir hatten eine schwierige Zeit hinter uns mit dem Corona-Dreck, also genießt es."

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Torschütze Baumgartner tragisch, Arnautovic versemmelt

Bitter für Österreich: Schon in der 33. Minute musste der Torschütze Baumgartner ausgewechselt werden. Bei einem frühen Zusammenprall noch vor seinem Treffer zog sich der Hoffenheimer eine Kopfverletzung zu und wirkte später sichtlich benommen. Er wurde durch den Schalker Alessandro Schöpf ersetzt.

Kurz vor der Pause hatte Rückkehrer Arnautovic gleich zwei Riesen-Chancen zum 2:0 vergeben. Erst setzte er eine Hereingabe des Schalkers Alessandro Schöpf aus 12 Metern neben das Tor (42.), wenig später landete ein missglückter Lupfer ungefährlich in den Armen von Keeper Georgi Bushchan (45.).

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Lainer fast mit Eigentor

Die ukrainischen Fans, die die überwiegende Mehrzahl unter den 13.000 Zuschauern im Nationalstadion ausmachten, durften vor allem nach der Pause einmal hoffen - dank Hilfe von Österreich:

Stefan Lainer von RB Leipzig köpfte eine abgefälschte Freistoß-Flanke auf den eigenen Kasten, Keeper Daniel Bachmann klärte mit einer starken Reaktion.

In der Schlussphase vergab Roman Yaremchuk (87.) aus spitzem Winkel noch eine gute Chance für die Ukrainer, die das Spiel aber nicht mehr drehen konnten.

Die Niederlande untermauerten unterdessen durch ein 3:0 gegen Nordmazedonien im Parallelspiel ihren Gruppensieg, die Ukraine muss hoffen, als Gruppendritter noch ins Achtelfinale zu rutschen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)