Dänen feiern wilde Achtelfinal-Party

Dänen feiern wilde Achtelfinal-Party

Der Traum von Danish Dynamite reloaded lebt: Dänemark zieht gegen Wales ins EM-Viertelfinale ein - weil Kasper Dolberg an alter Wirkungsstätte glänzt.
Dänemark feiert mit seinen mitgereisten Fans den Sieg gegen Wales
Dänemark feiert mit seinen mitgereisten Fans den Sieg gegen Wales
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 27. Juni

"Fire nul. Fire nul. Fire nul", sangen die mitgereisten dänischen Fans nach Abpfiff. Dänemark hat den Traum von einer Neuauflage von Danish Dynamite eindrucksvoll befeuert.

Das Team von Kasper Hjulmand fertigte im Achtelfinale der EM 2021 Wales mit 4:0 (1:0) ab und steht erstmals seit dem sensationellen Titelgewinn bei der EM 1992 im Viertelfinale. Dort wartet in Baku am Samstag (18 Uhr) der Sieger der Partie Niederlande gegen Tschechien. (Spielplan & Ergebnisse der EM 2021)

Dänemark dank Dolberg-Doppelpack im Viertelfinale

"Es ist verrückt!", sagte Matchwinner Kasper Dolberg dem TV-Sender DR. "Ich weiß nicht wirklich wie ich mich fühle. Es fühlt sich völlig verrückt an."

Auf den Tag genau 29 Jahre nach dem EM-Finaltriumph gegen Deutschland in Göteborg ebnete der frühere Ajax-Stürmer Dolberg (27., 48.) den Dänen in Amsterdam mit seinen ersten beiden Toren bei einem großen Turnier überhaupt den Weg in die Runde der besten Acht. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Achtelfinal-Kracher gegen England! Der EM-Doppelpass mit u.a. Stefan Effenberg und Wolfgang Niersbach am Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1

"Es ist ein bisschen surreal", kommentierte Dolberg das Gefühl, an alter Wirkungsstätte zu spielen. "Genau hier hat alles angefangen. Hier noch einmal vor dieser Kulisse zu spielen, war verrückt, und in einem solchen Spiel hier zu treffen, ist etwas Besonderes."

Heimspielatmosphäre: Dänen-Party nach Abpfiff

Die Kulisse in Amsterdam hatte sich am Samstagabend vom gewohnten Orange der niederländischen Fans ins Rot der Dänen verwandelt. Unter den 16000 zugelassenen Zuschauer waren fast nur dänische Fans vorzufinden. Zwar war Christian Eriksen auch in Amsterdam nicht im Stadion, dafür aber erneut das riesige Trikot mit der "10" - ebenso wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen.

Die Heimspielatmosphäre nutzen die dänischen Spieler und feierten nach der Partie ausgiebig den Einzug ins Viertelfinale. Die Torschützen Dolberg und Maehle drehten einzeln Ehrenrunden und wurden von den mitgereisten Anhänger frenetisch bejubelt. Auch Torwart Kasper Schmeichel erhielt besondere Ovationen vom rot-weißen Anhang.

Zum Abschluss versammelten sich Spieler und Betreuer vor dem größten Fan-Block zum gemeinsamen Foto, um den erfolgreichen Abend bildlich festzuhalten. 

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Hjulmand lobt Dolberg: "Er war fantastisch"

Doppeltorschütze Dolberg war für den angeschlagenen Yussuf Poulsen in die Startformation gerutscht. "Ich hatte das Gefühl, er könnte etwas bewirken", sagte Trainer Hjulmand. "Er ist ein fantastischer Torjäger und an seiner alten Wirkungsstätte hätte man es nicht besser schreiben können. Er war heute fantastisch."

Joakim Maehle (88.) machte in der Schlussphase alles klar. Für ein Frustfoul am Torschützen sah Harry Wilson kurz darauf noch die Rote Karte (90.) - eine harte Entscheidung des deutschen Schiedsrichters Daniel Siebert. In der Nachspielzeit traf sogar auch noch Martin Braithwaite (90.+6), nachdem der Treffer minutenlang wegen einer möglichen Abseitsposition gecheckt wurde.

Bale muss mit Wales frühzeitig alle Hoffnungen begraben

Für Bale und Co. ist der Traum von einer Wiederholung des Erfolgs bei der EM vor fünf Jahren dagegen geplatzt - damals waren die "Drachen" bei ihrer Premiere sensationell erst im Halbfinale gescheitert.

"So sollte das Spiel nicht laufen", gab Bale bei der BBC zu, "so auszuscheiden, wie wir es gemacht haben, ist enttäuschend, die Jungs sind frustriert und verärgert - verständlicherweise."

Bei Dänemark war der Glaube an einen Turnierverlauf, den nicht wenige unmittelbar nach Eriksens Zusammenbruch kaum mehr für möglich gehalten hatten, nach dem Gruppenfinale nochmals gestiegen.

"Der Hunger und die Träume sind groß", betonte Kapitän Simon Kjaer. Doch in Eriksens alter Heimat Amsterdam, wo der Mittelfeldmann vier Jahre im Ajax-Trikot gespielt hatte und zum Star gereift war, taten sich die Dänen gegen das körperlich robuste Team von Trainer Robert Page zunächst schwer. Den ersten Warnschuss setzte Bale (10.) knapp vorbei. 

Hjulmand stellt um - Wales findet keine Lösung

Erst nach rund 20 Minuten, als Hjulmand auf 4-3-3 umstellte und Andreas Christensen an der Seite des Dortmunders Thomas Delaney und des früheren Münchners Pierre-Emile Höjbjerg ins Mittelfeld rückte, agierten die Dänen strukturierter - mit Erfolg. Dolberg, der den angeschlagenen Leipziger Yussuf Poulsen im Sturmzentrum vertrat, erzielte von der Strafraumgrenze die Führung. 

Hjulmands Elf setzte gleich nach und drückte umgehend auf den zweiten Treffer - immer mittendrin: Dolberg. Auf der Gegenseite blieb Bale dagegen blass, der Anfangsschwung der überforderten Waliser war spätestens nach dem Rückstand verpufft. Maehle (45.+1) traf kurz vor der Pause das Außennetz.

Zuschauer feiern Matchwinner Dolberg

Dänemark blieb spielbestimmend und erwischte einen perfekten Start in den zweiten Durchgang. Dolberg profitierte von einem fatalen Fehlpass des Walisers Neco Williams und vollstreckte aus kurzer Distanz eiskalt. Proteste bei Siebert von Bale, der ein Foul in der Entstehung an Kieffer Moore gesehen haben wollte, blieben wirkungslos.

Mit der komfortablen Führung im Rücken kontrollierten die Dänen clever die Partie - und blieben mit einem Fernschuss von Mathias Jensen (66.), der nach einer Stunde für Delaney gekommen war, gefährlich. Bale und Co. fiel in der Offensive dagegen wenig ein, einzig Joe Allen (67.) tauchte noch einmal im dänischen Strafraum auf. 

Als kurz darauf Matchwinner Dolberg unter donnerndem Applaus den Rasen verließ, hatten sich die Waliser bereits aufgegeben. Die beiden späten Treffer der Dänen durch Maehle (88.) und Braithwaite (90.+6) versetzten die Fans der Skandinavier noch mehr in Feierlaune.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)