Elfer-Krimi! Italien heiß auf Titel

Elfer-Krimi! Italien heiß auf Titel

Was für ein Drama im Wembley-Stadion! In einem spannenden Halbfinal-Thriller wirft Italien Spanien raus. Die Azzurri sind jetzt heiß auf den EM-Titel.
Jorginho verwandelte den entscheidenden Elfmeter
Jorginho verwandelte den entscheidenden Elfmeter
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 7. Juli

Dramatischer Elfer-Thriller im Kampf ums Finale - mit dem besseren Ende für Italien!

Die Squadra Azzurra darf nach einer weiteren magischen Nacht und dank eines 4:2-Siegs im Elfmeterschießen gegen Spanien weiter vom ersten EM-Titel seit 53 Jahren träumen.

"Das ist der Verdienst der Jungs, weil sie vor drei Jahren an all das geglaubt haben, aber es ist noch nicht vorbei", sagte Italiens Trainer Roberto Mancini. "Wir müssen unsere Kräfte bündeln, was davon noch übrig ist, und uns auf das Finale vorbereiten." Elfer-Held Jorginho ergänzte: "Wir haben immer dran geglaubt. Wir haben einen enormen Zusammenhalt im Team, und das kann man sehen."

Der EM Doppelpass mit Uli Hoeneß, Stefan Effenberg und Mario Basler am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Manuel Locatelli war gleich als erster italienischer Schütze vom Punkt gescheitert, aber auch dem ansonsten so starken Dani Olmo versagten die Nerven. Der Spanier schoss drüber. Andrea Belotti, Leonardo Bonucci und Federico Bernadeschi trafen für die Italiener, Gerard Moreno und Thiago glichen jeweils aus.

Doch dann vergab Álvaro Morata gegen Gianluigi Donnarumma. Jorginho verwandelte den entscheidenden Elfer vor der italienischen Fankurve im mit 58.000 Zuschauern gefüllten Wembley-Stadion. Der Rest war Party pur bei den Azzurri.

René Adler analysiert im SNICKERS Fan Talks die Leistungen der Torhüter bei der EM. Vor allem die Abgeklärtheit und das Selbstbewusstsein von Italien-Torhüter Gianluigi Donnarumma imponiert ihm.
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"Das ist brutal!" Adler schwärmt von Italien-Star

Donnarumma: "Brauchen einen Schritt, um Traum wahr werden zu lassen"

"Es ist unbeschreiblich. Ich war entspannt, weil ich wusste, dass ich der Mannschaft helfen kann", sagte Donnarumma bei RAI. "Das Team war fantastisch, ich danke allen, den Leuten auf der Tribüne, wir haben alles gegeben und jetzt brauchen wir einen letzten Schritt, um unseren Traum wahr werden zu lassen. Ich bin abergläubisch, ich werde nicht über das Finale sprechen, wir können morgen darüber reden. Heute Abend feiern wir."

Im Endspiel am Sonntag ebenfalls im Wembley-Stadion wartet der Sieger des zweiten Halbfinales zwischen England und Dänemark (EM-Halbfinale: England – Dänemark, Mittwoch 21 Uhr im LIVETICKER). Die Squadra Azzurra kann dabei ihren zweiten EM-Titel nach 1968 feiern. (Spielplan & Ergebnisse der EM 2021)

Federico Chiesa traf in der regulären Spielzeit zunächst für die Italiener mit einem sehenswerten Schlenzer (60.). Und das fast genau 25 Jahre nachdem sein Vater Enrico bei der EM in England für Italien getroffen hatte.

"Ich kann meine Gefühle kaum im Worte fassen, und jetzt sind wir wieder in Wembley. Es war richtig hart, aber wir wussten, dass wir es schaffen können", sagte Chiesa, der schon sein erstes EM-Tor im Achtelfinae gegen Österreich im Wembley-Stadion erzielt hatte.

Der eingewechselte Morata (80.) erzwang nach Vorarbeit des starken Leipzigers Dani Olmo in der Schlussphase die Verlängerung. Die Spanier mussten damit auch im dritten K.o.-Spiel bei diesem Turnier über 120 Minuten gehen. Morata rückte mit seinem sechsten EM-Tor zu Spaniens Rekordtorschützen bei Europameisterschaften auf. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Es ist schade, wir haben ein gutes Turnier gespielt, haben uns immer weiter gesteigert. Aber wir sind stolz darauf, was wir geschafft haben", sagte Sergio Busquets.

Spinazzola meldet sich nach EM-Aus
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Spinazzola meldet sich nach EM-Aus

Enrique baut Angriff um - Emerson ersetzt Spinazzola

Spaniens Coach Luis Enrique überraschte vor dem Anpfiff, denn im Sturm fehlten sowohl Álvaro Morata als auch Gerard Moreno. Dafür rückten Leipzig-Star Dani Olmo und Mikel Oyarzabal neu in die Startelf. Der angeschlagene Pablo Sarabia (Adduktoren) fehlte im Kader.

Bei den Italienern ersetzte Emerson den verletzten Leonardo Spinazzola, der im Viertelfinale gegen Belgien (2:1) einen Achillessehnenriss erlitten hatte.

Barella wird zurückgepfiffen

Und Spinazzolas Ersatz leitete den ersten Aufreger der Partie ein. Nach einem Pass des Chelsea-Profis probierte es Nicolò Barella aus spitzem Winkel mit einem Heber gegen Unai Simón, traf aber nur den Pfosten (4.). Ein Treffer hätte ohnehin nicht gezählt, da Schiedsrichter Dr. Felix Brych die Situation wegen einer Abseitsstellung Barellas zurückpfiff. (Alle News & Infos zur EM 2021)

Auf der anderen Seite tauchte Oyarzabal nach einem Traumpass von Pedri plötzlich frei vor Gianluigi Donnarumma auf, doch der Stürmer von Real Sociedad brachte den Ball nicht unter Kontrolle (13.).

Es entwickelte sich ein taktisch geprägter Schlagabtausch. Die Spanier zogen ihr dominantes Passspiel auf, die Italiener konzentrierten sich aufs Verteidigen, große Torchancen blieben aus. Ein Fernschuss von Ferran Torres (15.) rauschte um einige Meter am italienischen Kasten vorbei.

RB-Star Olmo immer wieder gefährlich

Die Azzurri konnten sich dann etwas vom spanischen Druck befreien, agierten aber in der Offensive nicht entschlossen genug. Nach einer Unsicherheit in der spanischen Abwehr zögerte Barella (21.) etwas zu lang mit dem Abschluss.

Der starke Olmo zwang auf der anderen Seite Donnarumma mit einem Flachschuss aus etwa elf Metern zu einer Glanzparade (25.). Kurz vor der Pause hatten auch die Italiener die erste Großchance zu verzeichnen. Emerson traf aus spitzem Winkel nur die Latte (45.).

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie von beiden Teams etwas offener geführt. Erst rettete Giovanni di Lorenzo vor dem einschussbereiten Torres (50.), dann schlenzte Sergio Busquets knapp über den Kasten (52.). Im Gegenzug prüfte Federico Chiesa mit einem Flachschuss Simón (53.). Sein Gegenüber Donnarumma packte gegen Oyarzabal (58.) sicher zu.

Dann schlug Chiesa mit seinem zweiten Turniertor zu. Nachdem Immobile zunächst hängen geblieben war, schlenzte der 23-Jährige den Ball von halblinker Position aus sehenswert ins lange Eck.

Die Spanier reagierten mit wütenden Angriffen auf den Rückstand. Aber sowohl Oyarzabal (65.) als auch Olmo (67.) verfehlten in aussichtsreichen Positionen. Doch auch Italien setzte weiter Nadelstiche. Simón verhinderte einen zweiten Chiesa-Treffer (68.). In der Schlussphase brachte Morata (80.) mit seinem Ausgleich die Spanier zurück ins Spiel. Die Verlängerung war vom Abwarten geprägt.  

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)