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WM 2022: DFB-Geste reicht den deutschen Fans nicht

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WM 2022: DFB-Geste reicht den deutschen Fans nicht

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DFB-Geste reicht den Fans nicht

DFB-Geste reicht den Fans nicht

Die WM sorgt für etliche Kontroversen. Die Spieler müssen einen Spagat zwischen sportlichen Höchstleistungen und gesellschaftlicher Verantwortung hinlegen.
Die Armbinde des DFB-Kapitäns war in den vergangenen Tagen DAS Thema. Immerhin setzte das Team vor dem Abpfiff ein Zeichen. Manuel Neuer erklärt, warum.
. SPORT1
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von SPORT1

Eine große Mehrheit der deutschen Fußballfans hat die Protestaktion der Nationalmannschaft bei der WM in Katar begrüßt - als ausreichend wird sie allerdings nicht angesehen.

Das DFB-Team hatte bei der Auftaktniederlage gegen Japan mit einer viel beachteten „Mund-zu-Geste“ gegen die FIFA protestiert, die zuvor das Tragen der „One Love“-Binde verboten hatte. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

72 Prozent der Fußball-Interessierten fanden diese Aktion gut. Das geht aus einer Umfrage von bundesligabarometer.de, Deutschlands größtem repräsentativem Sport-Umfrageportal, hervor.

Aber: Eine noch größere Mehrheit (75,8 Prozent) der Fans ist auch der Meinung, dass das Zeichen nicht ausreichend war. Die WM in Katar wird von etlichen Diskussionen um Menschenrechtsverletzungen begleitet. Immerhin 62,2 Prozent der 5.321 befragte Fans erwarten daher weitere Protestaktionen vom DFB-Team.

Fans: DFB hätte auf „One Love“ setzen sollen

Ob es diese aber geben wird, ist offen. Auch weil die Partie gegen Japan verloren ging, forderten Spieler wie Joshua Kimmich „Fokus aufs Sportliche“. Selbst Protagonisten von konkurrierenden Mannschaften wie Eden Hazard und Louis van Gaal rieten dem DFB-Team zur Konzentration aufs Turnier. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Sicher ist: Die Situation bleibt sehr vielschichtig, wie weitere Umfrageergebnisse zeigen: 74,2 Prozent der Fans befinden, dass der DFB trotz Verbot weiter auf die „One Love“-Binde hätte setzen sollen.

Gleichzeitig sind aber auch 85,1 Prozent der Befragten der Meinung, dass es nicht richtig ist, die Spieler für Versäumnisse von FIFA und nationalen Verbänden verantwortlich zu machen.

Und die meisten Fans erklärten, dass die Spieler maximal eine Gelbe Karte als Strafe hätten akzeptieren sollen. Punktabzug oder gar ein WM-Ausschluss hätten die DFB-Spieler dagegen nicht in Kauf nehmen sollen, meinten viele Fans.

Diskussionen lassen WM-Interesse sinken

Apropos FIFA: Hier herrscht große Einigkeit. Überwältigende 97 Prozent der Anhänger sehen die Notwendigkeit für eine Reform des Fußball-Weltverbandes. Und fast genauso viele (95,1 Prozent) meinen, dass die WM niemals an Katar hätte vergeben werden dürfen. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Ist sie aber - und sorgt nun für viele negative Schlagzeilen sowie wichtige, aber auch unschöne Diskussionen. Weshalb bei vielen Fans das Interesse am Turnier zurückgeht.

Knapp über die Hälfte der Fans (51,8 Prozent) gab an, aufgrund der anhaltenden Debatten weniger WM-Spiele im TV zu verfolgen. 58,1 Prozent erklärten zudem, dass sie Berichte zu sportlichen Themen sehen wollen - und nicht zu politischen.