Ex-Kapitän tritt gegen PSG nach

Ex-Kapitän tritt gegen PSG nach

Thiago Silva äußert sich über seinen Abgang von Paris Saint-Germain und beklagt mangelnden Respekt. Für seinen Wechsel zu Chelsea war Frank Lampard verantwortlich.
Thiago Silva wechselte vor der Saison nach acht Jahren bei PSG zum FC Chelsea
Thiago Silva wechselte vor der Saison nach acht Jahren bei PSG zum FC Chelsea
© Imago
Lisa Obst
von SPORT1
am 10. Feb

Der Stachel sitzt wohl noch tief!

Nach acht Jahren bei den Franzosen wechselte Thiago Silva ablösefrei von Paris Saint-Germain zum FC Chelsea. Dass der Abgang nicht ganz ohne Misstöne vonstatten ging, daraus machte der Brasilianer im Gespräch mit FourFourTwo keinen Hehl.

Es herrsche beim französischen Vorzeigeklub ein "beunruhigender" Mangel an Respekt vor. Insgesamt feierte der Defensivstar mit PSG sieben Meistertitel und fünf französische Pokalsiege. Dennoch haben sie ihm "nie etwas angeboten", als der Vertrag auslief.

Vielmehr wurde ihm von seinem Landsmann Leonardo, Sportdirektor bei PSG, mitgeteilt, dass der Vertrag nicht über die Saison 2019/20 hinaus verlängert werde. Lediglich um drei Monate wurde sein Kontrakt ausgeweitet, um die durch Corona erzwungene Verlängerung der Spielzeit auszugleichen.

Diesen Affront kann Silva bis heute nicht vergessen. "Sie haben mir nie etwa angeboten. Nicht einmal 'Thiago, akzeptierst du einen Euro, um bei uns zu bleiben?' Absolut nichts! Das war sehr ärgerlich", machte er seinem Ärger Luft.

Thiago Silva: "Hätte mehr Respekt verdient gehabt"

Nicht einmal einen würdigen Abschied ermöglichten sie ihm oder Edinson Cavani, der vor dieser Saison ebenfalls ablösefrei zu Manchester United wechselte. "Selbst mitten in einer Pandemie hatten sie drei Monate Zeit, um einen Abschied zu planen, aber es wurde nichts getan."

Vor allem die lange Zeit, die er bei PSG verbracht hatte, macht dieses Verhalten für ihn so unverständlich: "Ich war nicht nur eine Saison oder ein paar Monate da - es waren acht Jahre als Kapitän, der eine Reihe von Trophäen im Verein geholt hat. Ich hätte viel mehr Respekt verdient als das." (Alles Wichtige zur Ligue 1)

Einen Tag nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München traf er PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi im Aufzug. Dieser verriet ihm, dass sich Leonardo nach der Rückkehr nach Paris doch noch einmal mit ihm treffen wolle. Bei diesem Treffen fragte der Sportdirektor ihn, ob er schon bei einem anderen Verein unterschrieben habe.

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Er antwortete, dass er Chelsea sein Wort gegeben habe und das sei "mehr wert als alles Geld." Damit war auch aus Silvas Sicht die Tür bei PSG zu. Dennoch erinnerte er sich auch mit Freude an seine Zeit in Paris: "Trotzdem bin ich sehr dankbar für die Dinge, die ich dort erlebt habe. Abgesehen von der letzten Sache war ich glücklich und wurde von allen immer gut behandelt."

Frank Lampard lotst Silva zum FC Chelsea

Für seinen Wechsel zum FC Chelsea zeigte sich vor allem der damalige Trainer Frank Lampard verantwortlich. Dieser kämpfte mit aller Macht um ihn - sogar ein Bild von einem Länderspiel zwischen England und Brasilien, auf dem sie sich die Hand schütteln, habe er ihm geschickt.

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Auch der aktuelle Trainer Thomas Tuchel ist von den Fähigkeiten des 36-Jährigen überzeugt. Daher will er den Defensivkünstler, der aktuell an einer Oberschenkelverletzung laboriert, so schnell wie möglich wieder im Kader haben.

"Ich kenne Thiago, er wird alles tun, um so schnell wie möglich bereit zu sein", weiß der Deutsche, schränkt aber auch ein: "Aber es ist eine Muskelverletzung, da kann man kein Risiko eingehen." (Alles Wichtige zur Premier League)