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Wird Rangnick Newcastles Architekt?

Wird Rangnick Newcastles Architekt?

Newcastle United hat dank eines neuen Investors große Ambitionen. In der Premier League und in Europa sollen Titel her - doch wer soll das neue Superteam bauen? Ein Kandidat kommt offenbar aus Deutschland.
Ralf Rangnick wird nicht bei Eintracht Frankfurt anheuern. Immer wieder wurde sein Name bei verschiedenen Aufgaben gehandelt, am Ende wurde nichts draus. Woran liegt das?
. SPORT1
von SPORT1
am 11. Okt

Newcastle United hat einen neuen Besitzer. Einen höchst umstrittenen, aber vor allem auch steinreichen Besitzer.

Im Anschluss an die Übernahme des englischen Erstligisten durch ein Konsortium unter dem Einfluss des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman häuften sich die Schlagzeilen und Spekulationen.

Welchen Superstar schnappt sich der Klub als erstes auf dem Transfermarkt? Große Namen wie Ousmane Dembélé und Philippe Coutinho wurden schnell gehandelt, der eine oder andere Fan dürfte sogar von Lionel Messi geträumt haben.

Nun wird mit Ralf Rangnick auch ein Mann für eine Rolle abseits des Platzes gehandelt. Wie der englische Chronicle berichtet, soll der ehemalige Bundesliga-Trainer der neuen Klubführung vorgeschlagen worden sein. Der aktuelle Trainer Steve Bruce werde demnach im Lauf der Woche seinen Hut nehmen müssen.

Rangnick angeblich offen für Newcastle-Rolle

Rangnick, der in Deutschland nicht nur Trainer, sondern vor allem auch Manager und Klub-Stratege war, genießt auch im Ausland einen exzellenten Ruf. Er wurde schon mit dem AC Milan, aber auch englischen Klubs wie Manchester United und Tottenham Hotspur in Verbindung gebracht.

Sein Name steht für die Entwicklung einer Klub-Philosophie, einer Spielidee. Dies stellte er bei der TSG Hoffenheim und später in verschiedenen Rollen im RB-Imperium unter Beweis. Rangnick hatte sich im Sommer als Berater für Vereine selbstständig gemacht. Derzeit arbeitet er bei Lokomotive Moskau als „Head of Sports and Development“ und hat dort gerade erst Markus Gisdol als neuen Trainer verpflichtet. Laut Chronicle soll er für die Rolle bei Newcastle aber angeblich offen sein.

Rangnick: Trainer nur bei „besonderem Angebot“

Rangnick wollte nach Gründung seiner Firma nur noch in Ausnahmefällen als Trainer oder Sportdirektor in den Fußball zurückkehren. „Ich habe gerade das Gefühl: Mit dem Gesamtpaket an Rundumbetreuung, das wir künftig anbieten, kann ich dem Fußball etwas zurückgeben. Mich von dieser Aufgabe wieder wegzuholen - das müsste dann schon ein ganz besonderes Angebot sein“, hatte er erklärt.

Im Frühjahr hatte er die deutsche und englische Liga noch als mögliche Ziele ausgegeben.

Vorstellbar ist die Zusammenarbeit zumindest theoretisch, schließlich könnte Rangnick bei Newcastle ob der neuen finanziellen Möglichkeiten fast nach Belieben schalten und walten. Mehr als einer von vielen Kandidaten dürfte der 63-Jährige im Moment aber noch nicht sein.

Der Telegraph und die Daily Mail bringen neben Brendan Rodgers, Steven Gerrard, Paulo Fonseca und Frank Lampard auch Lucien Favre ins Spiel. Der ehemalige Coach von Borussia Dortmund hatte nach seiner Entlassung beim BVB im vergangenen Dezember im Sommer Girondins Bordeaux und Crystal Palace abgesagt.

Staveley: Sportliche Leitung zeitnah Thema

Amanda Staveley, die den Verkauf des Klubs entscheidend vorangetrieben hatte, gab am Donnerstag bekannt, dass sich Newcastle mit der Position des sportlich Verantwortlichen zeitnah beschäftigen wolle.

Zunächst müsse man aber andere Investitionen tätigen. „Man kann den besten Sportdirektor der Welt holen, aber wir haben keine Infrastruktur.“ Es gelte zunächst, bei der medizinischen Abteilung sowie den Trainingsgegebenheiten anzusetzen.

Soll heißen: Erst muss ein Fundament für den angestrebten Erfolg gelegt werden - ob Rangnick, Favre oder keiner von beiden dann beim sportlichen Angriff auf Europa dabei sein wird, steht in den Sternen.