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Nach 47 Jahren: Deutscher Gold-Teenie schreibt Geschichte

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Nach 47 Jahren: Deutscher Gold-Teenie schreibt Geschichte

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Deutscher Teenie historisch

Deutscher Teenie historisch

Darja Varfolomeev hat den ersten deutschen WM-Titel in der Rhythmischen Sportgymnastik seit 1975 geholt. Das Ausnahme-Talent wanderte vor drei Jahren mit ihrer Mutter nach Deutschland aus.
Darja Varfolomeev hat für den größten deutschen Sportgymnastik-Erfolg seit Jahrzehnten gesorgt
Darja Varfolomeev hat für den größten deutschen Sportgymnastik-Erfolg seit Jahrzehnten gesorgt
© Imago
SID
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von SID

Dass sie nach 47 Jahren den ersten Weltmeistertitel für Deutschland in der Rhythmischen Sportgymnastik holen konnte, verdankt Darja Varfolomeev ihrem bemerkenswerten Trainingsfleiß, ihrem außergewöhnlichen Talent - und ihrer Mutter.

Darja Varfolomeev holt erstes deutsches WM-Gold nach 47 Jahren

„Wegen ihr habe ich auch einen deutschen Pass. Und deshalb sind wir vor drei Jahren zu zweit nach Deutschland gekommen“, berichtete die 15-Jährige schon vor ihrem sportlichen Höhenflug bei den Weltmeisterschaften in Sofia. Dort gewann sie insgesamt fünf Medaillen - darunter Gold mit den Keulen und Silber im Mehrkampf.

„Das ist ein sehr schöner Moment für mich und für ganz Deutschland“, sagte Varfolomeev. „Ich bin froh, dass ich gut durch alle Geräte gekommen bin und das geschafft habe. Ich kann gar nicht mehr sagen, denn meine Gefühle sind am höchsten Punkt angekommen.“

Für den Deutschen Turner-Bund (DTB) sicherte die im westsibirischen Barnaul geborene Gymnastin einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Zweite Plätze mit dem Ball und dem Team sowie Bronze mit dem Band rundeten das herausragende Abschneiden ab.

Letzte deutsche Gold-Gewinnerin war 1977 Carmen Rischer mit drei Titeln in Madrid. An Rischers Erbe hat lange niemand anknüpfen können, auch nicht der 26-maligen Deutschen Meisterin Magdalena Brzeska, die der Sportart in den Neunzigern zu einem gewissen Boom verhalf.

„Darja hat Nerven aus Stahl“

„Darja hat Nerven aus Stahl“, lobte Teamchefin Isabell Sawade: „Dass wir nach Verpassen der Qualifikation für die Spiele von Tokio jetzt schon so früh einen Quotenplatz für Paris haben, ist ein Riesenerfolg, der dem ganzen Team extrem gut tut und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Den Weg nach Deutschland haben mittlerweile auch Varfolomeevs Vater, ihr Bruder und der Familienhund gefunden, gemeinsam mit der Mutter und der Ausnahmegymnastin leben sie in Fellbach bei Stuttgart. Nur die Großeltern väterlicherseits sind in Sibirien geblieben. Und nehmen doch großen Anteil am Erfolgsweg ihrer Enkelin. Varfolomeev: „Vor jedem Wettkampf rufe ich meine Oma an, damit sie genau weiß, wann sie die Daumen drücken muss.“

Nicht nur wegen noch vorhandener Probleme mit der deutschen Sprache mag sich Varfolomeev zur Situation ihrer früheren Trainingskolleginnen im Zusammenhang mit dem russischen Überfall auf die Ukraine nur ausweichend äußern, direkte Kontakte gibt es wegen der verhängten Startverbote nicht: „Ich lese, dass es ihnen schlecht geht - aber so ist es nun mal.“

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