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Hamilton: „Gekommen, um Blut zu sehen“

Hamilton: „Gekommen, um Blut zu sehen“

Lewis Hamilton schildert seine Eindrücke vom Duell mit Max Verstappen und vergleicht dessen Jugend mit seiner eigenen. Er sagt, Verstappen sei „nicht unverwundbar“.
Der Titelkampf in der Formel 1 zwischen Hamilton und Verstappen spitzt sich zu. Marc Surer äußert sich zur Favoriten-Frage.
. SPORT1
von SPORT1
vor 7 Tagen

Lewis Hamilton hat vor dem Türkei-GP an diesem Wochenende seine Gedanken zum aktuell Titelkampf mit Max Verstappen offenbart - und dabei den Niederländer mit sich selbst in früheren Jahren verglichen.

„Als ich in die Formel 1 gekommen bin, da war ich auch noch nicht voller Respekt für die anderen Fahrer“, sagte der Mercedes-Pilot in der Süddeutschen Zeitung über seine eigene Jugendzeit - und zog damit den Vergleich zu Verstappen. „Ich war ein billiger Scharfschütze. Ich war gekommen, um Blut zu sehen.“ (Formel 1 in der Türkei: Das Qualifying ab 14 Uhr im LIVETICKER)

Verstappen sei ihm da ähnlich - und sei deswegen auch ein völlig anderer Charaktertyp als Sebastian Vettel: „Sebastian zeichnet sehr viel Mitgefühl aus, auch Empathie. Er ist nicht nur auf sich selbst fokussiert im Bestreben, der beste Fahrer zu sein. Er ist ein Familienmensch. Ihn sorgt die Zukunft seiner Kinder. Und ihn beschäftigt auch der Einfluss, den er auf den Planeten hat.“

All das seien Eigenschaften, die man noch nicht habe, „wenn du Mitte 20 bist“, führte Hamilton weiter aus. So alt also wie der 24-jährige Verstappen. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Katar und Co.: Hamilton hofft auf Verbesserungen

Hamilton, wie Vettel ebenfalls sehr engagiert bei gesellschaftlichen Themen, äußerte sich in dem Interview auch zu dem moralischen Spagat, dass die Formel 1 viele Geschäfte macht, die Menschenrechten keine Beachtung schenken.

Der 36-Jährige meint hierzu, dass er die Hoffnung habe, in Katar, Saudi-Arabien und Co. „positive Entwicklungen“ anzustoßen: „Nicht nur in den vier Tagen, in denen wir dort sind. Sondern langfristig. Manchmal hilft es doch schon, die Kompassnadel ein kleines bisschen neu auszurichten. Das könnte das Erbe der Formel 1 an solchen Orten sein. Ich glaube, dass wir durchaus positiven Einfluss haben können. Aber vielleicht ist das auch naiv.“

Den Wert solcher Gedanken hatte Ex-Formel-1-Fahrer Marc Surer im AvD-Magazin auf SPORT1 erst jüngst in Frage gestellt und konstatiert, „dass viel geredet wird, aber sie fahren überall. Sobald sie im Auto sitzen, sind sie Rennfahrer und dann spielt das alles keine Rolle mehr.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Hamilton: „Daran kann ich nichts ändern“

Was den Vergleich mit Michael Schumacher betrifft, hält sich Hamilton - der in den Interview auch über Idole wie Michael Jordan und Tom Brady spricht - eher zurück.

Er könne sich „den Moment noch nicht konkret vorstellen“, in dem er Schumacher nach Titeln überflügeln würde. Ob er mit dem achten Titel auch in den Debatten am ehemaligen Ferrari-Piloten vorbeiziehen würde, sei indes komplett offen. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

„Die Frage nach dem GOAT, dem Greatest of all time, wird auch in der Formel 1 für immer bleiben“, sagte Hamilton. „Daran kann ich nichts ändern. Also setze ich mich einfach weiter ins Auto und versuche, an jedem einzelnen Tag das Beste aus mir herauszuholen.“

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