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Quade: "Wir stehen da, wo wir uns gesehen haben"

Quade: "Wir stehen da, wo wir uns gesehen haben"

Für Karl Quade, Chef de Mission des Team D, kommt die durchwachsene deutsche Medaillenausbeute bei den Paralympics in Tokio nicht überraschend. "Wir stehen im Medaillenspiegel ungefähr da, wo wir uns gesehen haben. Das Team ist im Vergleich zu Rio kleiner. Es findet international eine zunehmende Professionalisierung statt, da haben wir Nachholbedarf. Es gibt bei uns nur wenige Sportler, die sich zu 100 Prozent auf den Sport konzentrieren können", sagte Quade am Tag vor dem Abschluss der Spiele.
Beucher sieht positive Entwicklung beim Thema Teilhabe
Beucher sieht positive Entwicklung beim Thema Teilhabe
© AFP/SID/INA FASSBENDER
SID
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von SID

Für Karl Quade, Chef de Mission des Team D, kommt die durchwachsene deutsche Medaillenausbeute bei den Paralympics in Tokio nicht überraschend. "Wir stehen im Medaillenspiegel ungefähr da, wo wir uns gesehen haben. Das Team ist im Vergleich zu Rio kleiner. Es findet international eine zunehmende Professionalisierung statt, da haben wir Nachholbedarf. Es gibt bei uns nur wenige Sportler, die sich zu 100 Prozent auf den Sport konzentrieren können", sagte Quade am Tag vor dem Abschluss der Spiele.

In Rio 2016 hatte die deutsche Mannschaft als Sechster des Medaillenspiegels 57 Medaillen gesammelt, darunter 18 goldene. Nach dem vorletzten Wettkampftag waren es in Tokio dagegen nur 43 Medaillen, davon 13 Goldmedaillen. Im Medaillenspiegel lag Deutschland damit auf Rang elf. Zum Abschluss am Sonntag gibt es nur noch eine Medaillenchance.

"Wir sind sehr stark von der Leichtathletik und dem Radsport abhängig, da konnten wir uns aber nicht steigern. Das konnten wir nicht kompensieren", sagte Quade, DBS-Vizepräsident Leistungssport. Immerhin habe das Team D "eine starke zweite Woche gehabt, nachdem es zunächst nicht so toll lief".

Grundsätzlich, so Quade, hätten sich die Qualifikationskriterien aber bewährt: "Es haben fast alle auf höchstem Niveau abgeliefert. Sehr erfreulich war, dass wir direkt hinter den Medaillen sehr gute Platzierungen geschafft haben, vor allem waren das viele sehr junge Sportler."

134 Sportlerinnen und Sportler plus drei Guides hatten sich für Tokio qualifiziert. In Rio waren es noch 155 gewesen, in London 2012 151. Bei den Paralympics 2024 in Paris "möchte ich nicht noch weniger dabei haben. Wir müssen die Basis deutlich vergrößern. Wie wir das hinbekommen, müssen wir schauen", betonte Quade.

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), freute sich bei "völlig anderen Spielen", dass nicht wie befürchtet das Thema Corona im Mittelpunkt stand. Es war kein Superspreader-Event, der Sport war das Zentrum." Auch im Team D gab es bis Samstag keinen positiven Coronafall.

Zudem hätten die Paralympics einmal mehr gezeigt, stellte Beucher heraus, "dass sie für Nachhaltigkeit sorgen. Wenn wir sehen, wie viel sich in anderen Ländern entwickelt hat, dann hat die Teilhabe stattgefunden. Diese Botschaft nehmen wir mit. Es wird ein Stückchen eine bessere Welt geschaffen."

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