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Kann auch LeBron die Lakers nicht retten?

Kann auch LeBron die Lakers nicht retten?

LeBron James ist zwar zurück aus der Verletzungspause, was bei den L.A. Lakers in seiner Abwesenheit los war, kann dem NBA-Superstar aber nur beunruhigen.
Bei den Los Angeles Lakers läuft es bislang nicht rund
Bei den Los Angeles Lakers läuft es bislang nicht rund
© Imago
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von SPORT1

Coach Frank Vogel versuchte gar nicht erst, um den heißen Brei herumzureden.

„Das ist hart. Ich verstehe die Enttäuschung der Fans“, sagte der Trainer der Los Angeles Lakers in dieser Woche über das bevorstehende Ende einer Ära.

Nur noch ein paar Wochen wird das berühmte Team aus Hollywood im Staples Center spielen. So heißt die 20.000 Zuschauer fassende Arena seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1999. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)

Doch an Weihnachten ist es damit vorbei. Die Halle in Downtown Los Angeles wird dann in Crypto.com Arena umbenannt. Eine asiatische Plattform für Kryptowährungen hat sich nach Medienberichten die Namensrechte an der Arena für die nächsten 20 Jahre für 700 Millionen Dollar gesichert.

„Aber“, so Vogel, „das ist nun mal der Lauf der Dinge.“ Darauf könnten er und seine Mannschaft keinen Einfluss nehmen.

Allerdings ist dieses Problem nur das kleinere bei den Lakers in diesen Tagen.

Lakers schwächeln ohne LeBron

Das größere Problem ist ein rein sportliches. Das Team um Superstar LeBron James, das vor Saisonbeginn mit den Verpflichtungen der Altstars Russell Westbrook und Carmelo Anthony für Aufsehen gesorgt hatte, kommt einfach nicht in Fahrt. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)

Das 108:130 bei Erzrivale Boston Celtics - mit dem von King James‘ Hof gejagten deutschen Ex-Kollegen Dennis Schröder - war die dritte Pleite in Serie. Die derzeitige Bilanz: 8:9. Nicht gerade das, was man von einem Superstar-Ensemble gewohnt ist.

Vor ein paar Wochen noch schien die Traditions-Franchise auf einem guten Weg zu sein. Drei Spiele in Folge gewannen die Lakers Ende Oktober und Anfang November - zwei davon allerdings gegen die Houston Rockets, das schlechteste Team der Liga.

Auf den kleinen Lauf folgten acht Partien Pause für LeBron James wegen einer Bauchmuskelverletzung. Gegen Boston feierte er sein Comeback, noch ohne erlösende Wirkung.

Die Spiele in seiner Abwesenheit hatten davor deutlich aufgezeigt, wie abhängig das Team von dem alternden Regenten ist. Sie gingen teilweise in so jämmerlicher Art und Weise verloren, dass sich Co-Star Anthony Davis Ende vergangener Woche zu einer aufsehenerregenden Wutrede veranlasst sah.

Davis: Wir sind kein Meister-Team

„Wir müssen uns jetzt irgendwann mal entscheiden, was wir sein wollen. Ein Meister-Team? Das sind wir derzeit sicherlich nicht“, ärgerte sich der Big Man nach der peinlichen 83:107-Niederlage gegen die Minnesota Timberwolves und warnte: „Wenn wir so weiterspielen, werden wir keinen Titel gewinnen.“

Diese mahnenden Worte werden durch Zahlen eindrucksvoll bestätigt. Bis einschließlich des Spiels gegen die Timberwolves hatten die Lakers im dritten Viertel eine Bilanz von -83 Punkten. Das war laut den Statistikern von ESPN Stats & Information zu diesem Zeitpunkt der Saison die schlechteste Viertel-Bilanz aller 30 Teams in der NBA.

Gegen Boston ging das dritte Viertel nun mit 21:33 verloren. Ergibt eine verheerende Gesamt-Bilanz von derzeit -92 Punkten. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)

Westbrook ist die personifizierte Inkonstanz

„Die mangelnde Konstanz ist ein Problem“, benannte Neuzugang Westbrook eine weitere Schwachstelle - die er selbst mit am besten verkörpert.

Der nach der Pleite in Boston sogar von einem lokalen TV-Grafiker verspottete 44-Millionen-Mann zaubert zwar auch im Lakers-Trikot noch das eine oder andere Triple Double aufs Parkett. Dafür aber ist die Anzahl seiner Ballverluste teilweise haarsträubend. Sieben oder gar acht Turnover sind bei ihm keine Seltenheit.

Was die Lage nicht einfacher macht: Die Harmonie im Team hat offensichtlich unter den zahlreichen Rückschlägen gelitten.

„Was wir nicht tun dürfen, ist mit dem Finger auf andere zu zeigen“, mahnte Davis mach der Niederlage gegen Minnesota: „Wir müssen zusammenbleiben und dürfen uns nicht selbst schlagen.“ Ob diese Worte bei allen Teamkollegen angekommen sind, ist nach den jüngsten Niederlagen zu bezweifeln.

Alle Hoffnungen der Lakers ruhen nun darauf, dass James‘ Comeback Fahrt aufnimmt und er sein Team wieder in die Spur bringt. Doch selbst, wenn sich diese Hoffnung erfüllt: Das Maß der Abhängigkeit von dem 36-Jährigen, das ohne ihn offenbart wurde, kann für heißere Saisonphasen kein gutes Omen sein.

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