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Deutsche Medaillenhoffnung kriselt

Deutsche Medaillenhoffnung kriselt

Denise Herrmann peilt bei Olympia eine Medaille an. Doch keine vier Wochen vor dem Start der Spiele befindet sie sich in einer Krise, im Schießen klappt fast nichts.
Im „SKI & BERGE: Das DSV Magazin“ auf SPORT1 spricht Ruth Hofmann mit Weltmeister Simon Schempp über das Thema Wintersport in all seinen Facetten.
SID
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von SID

Nach ihrem Albtraum von Oberhof brodelte es in Denise Herrmann.

„Die Emotion ist hoch, es ist eine extreme Unzufriedenheit da“, betonte die deutsche Hoffnungsträgerin für die Olympischen Spiele: „Ich bin nicht hierher gefahren, um solche Platzierungen zu machen und eine solche Leistung an den Stand zu bekommen.“

Einmal Rang 26 mit drei Fehlern, dann der absolute Tiefpunkt mit acht Fehlern als 41. in der Verfolgung - für Peking schrillen die Alarmglocken.

Biathlon: Olympia in Peking rückt näher

Denn die Zeit wird knapp, in nicht einmal vier Wochen stehen für die Biathletinnen die ersten Wettkämpfe an. Doch statt besser wird ihre Form derzeit immer schlechter. Herrmann befindet sich zur Unzeit in einer Krise, gerade am Schießstand klappt nahezu nichts. (DATEN: Weltcup-Stände im Biathlon)

Nach gutem Saisonstart schoss sie in den letzten drei Rennen zusammengerechnet 17 Fehler. Das entspricht einer Trefferquote von gerade einmal 66 Prozent, nur bei einer ihrer letzten zehn Schießeinlagen stand die Null - nicht medaillenreif.

„Ich weiß, dass ich es anders kann und dass ich es besser kann“, gibt sich die Verfolgungsweltmeisterin von 2019 kämpferisch. Der anstehende Weltcup in ihrer Wahlheimat Ruhpolding soll neue Kräfte und frisches Selbstvertrauen freisetzen. (DATEN: Alle Biathlon-Rennen im LIVETICKER)

Herrmann will zwischen Heim-Weltcups Resetknopf drücken

„Definitiv helfen zwei Tage im eigenen Bett. Da kann man schon eine andere Energie schöpfen, als wenn man die ganze Zeit im Hotel unterwegs ist“, sagte Herrmann.

Für Denise Herrmann lief der Weltcup in Oberhof überhaupt nicht rund
Für Denise Herrmann lief der Weltcup in Oberhof überhaupt nicht rund

Sie werde einmal „den Resetknopf drücken“. Das ist auch dringend nötig. Denn eigentlich wollte die Sportsoldatin gemächlich in den Winter starten und sich langsam in Richtung Olympia steigern.

Die Rennen im November und Dezember seien „nur der Weg zum Ziel und Mittel zum Zweck“, hatte sie angekündigt. Doch seit ihrem dritten Platz gleich zum Auftakt läuft es in die falsche Richtung.

Laufen hui, Schießen pfui

Lediglich im Laufen stimmt der Formaufbau, trotz der vielen Strafrunden und einer Erkältung kurz vor Weihnachten war die Oberwiesenthalerin am Rennsteig auf Tuchfühlung mit den Schnellsten. „Die Grundkörpersituation passt“, bilanzierte die 33-Jährige. Im Schießen habe sie da schon einen deutlich „weiteren und schwierigeren Weg“ vor sich. (DATEN: Weltcup-Kalender der Biathlon-Saison)

„Ich bin überzeugt, dass sie sich bei den Olympischen Spielen stark präsentiert“, hatte Bundestrainer Mark Kirchner jüngst noch einmal betont. Auch ARD-Expertin Kati Wilhelm glaubt an Herrmann. „Ich traue der Denise zu, sich nochmal zu berappeln“, sagte die fünfmalige Weltmeisterin. Die ehemalige Langläuferin habe Spitzenleistungen weiter „absolut drin“.

Das will sie schon am Mittwoch im Sprint von Ruhpolding beweisen (14.30 Uhr im LIVETICKER). „In unserem Wohnzimmer kennt man die Scheiben vielleicht ein bisschen besser“, sagte Herrmann mit einem Schmunzeln: „Ich hoffe, dass ich da den Flow langsam aufbaue.“

Viel Zeit bleibt schließlich nicht mehr.