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Wintersport und Sustainability
Wintersport und Sustainability © Tobias Graser
Lesedauer: 4 Minuten
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Machen wir uns nichts vor: Wintersport ist oft nur schwer mit nachhaltigen Konzepten zu verbinden. Aber es geht.

Darum präsentieren wir dir hier fünf Gedankenanstöße, die deinen ökologischen Fußabdruck reduzieren. 

1. Equipment

Wenn wir ehrlich sind, haben die meisten von uns schon alles, was sie brauchen. Bei jedem, der ernsthaft Ski oder Snowboard fährt quillt der Keller über vor Brettern, die vom Powder bis zum Streetrail alle Eventualitäten abdecken – oder abgedeckt haben. Denn das Design ist mittlerweile einfach nicht mehr up to date.

Ähnlich verhält es sich mit den Klamotten. Schließlich ist der Style einer Hardshellkombi meist deutlich kurzlebiger als ihre Funktion. Anders ausgedrückt: So gut wie niemand braucht zwingend neue Ausrüstung, um seinen Sport ausüben zu können. Trotzdem will so gut wie jeder sein Equipment updaten. Verständlich, aber vielleicht nicht unbedingt nötig. Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, ganz bewusst zwischen Wollen und Brauchen zu unterscheiden und vielleicht die eine oder andere Investition aufzuschieben. Wer nicht auf fabrikneues Equipment angewiesen ist, findet auf dem Gebrauchtmarkt die Möglichkeit, die Lebensdauer eines Produktes zu verlängern. Und wenn es doch eine Neuanschaffung wird, warum dann nicht ein vergleichbares Teil in den Warenkreislauf zurückgeben, damit jemand anderes seine Freude daran hat?

2. Urlaub 

Geht’s um den perfekten Ski-Trip fallen schnell die Sehnsuchtsorte Kanada, Alaska oder Japan. Kurz danach kommt der Wunsch nach trockenem Powder, hochalpinem Terrain und einem Heli. Mit #skilocal hat Ortovox dagegen eine Initiative ins Leben gerufen, die den Fokus wieder auf die Möglichkeiten legt, die jeder vor der Haustür hat. Und die sind in Süddeutschland durchaus enorm. Auch ohne stundenlange Anreise kannst du hier wilde Tourenabenteuer und breite Pisten erreichen. Selbst wenn die Erlebnisse dort anders sind als in Übersee, haben sie durchaus ihren eigenen ganz speziellen Reiz.

3. Flexibilität

Ja, der Winter 19/20 wird nicht als Jahrhundertwinter in die Geschichtsbücher eingehen. Es hat extrem wenig Schnee, da gibt’s nichts dran zu rütteln. Wesentlich mehr Spielraum bietet aber die Entscheidung, wie du mit dieser Situation umgehst. Fährst du auf den nächsten Gletscher, weil im Januar schon seit Jahren Skifahren auf dem Programm steht oder gehst du ganz flexibel eine Runde Mountainbiken oder Laufen oder Klettern oder, oder, oder – es liegt bei dir.

4. Anreisen 

Wintersport ist Motorsport – zumindest in den meisten Fällen. Verständlich, denn das schwere Skiequipment mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren, ist nicht ganz einfach. Darum empfehlen wir dir hier auch nicht pauschal mit der Bahn anzureisen. Wenn du das hinkriegst, um so besser, aber falls nicht, dann bieten Skibusse einen gewissen Kompromiss aus Komfort und Umweltschutz. Oft werden hier Skipass und Anreise zu äußerst attraktiven Konditionen angeboten und alles, was du dafür aufgibst, ist ein bisschen Individualität. Willst du dagegen um vier Uhr morgens eine Bike&Hike Tour im Karwendel starten, ist der PKW vermutlich die einzige Lösung. Aber auch hier reduzieren Fahrgemeinschaften den ökologischen Fußabdruck.

5. Umdenken 

Muss es denn immer der nächste Superlativ sein? Macht uns nur die längste Abfahrt vom höchsten Gipfel im größten Skigebiet glücklich und erfolgreich? Oder können wir auf unseren Social-Profilen auch mit einer kleinen Skitour ganz ohne Beschneiungsanlage, Pistenraupen und Seilbahntrassen punkten? Vielleicht sogar nur mit einem Spaziergang? Eine Frage, die wichtiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Denn täglich begegnen uns tausende Bilder vom perfekten Turn bei perfekten Bedingungen mit perfektem Schnee, perfektem Wetter und perfekter Location. Das Problem dabei: Wenn wir zu viele solcher Bilder konsumieren, werden sie irgendwann zur Normalität. Bedingungen zu akzeptieren, die dieser „Normalität“ nicht entsprechen, fällt uns dann zunehmend schwerer. Doch es gibt durchaus Alternativen zu den großen Skigebieten mit ihrem Feuerwerk an Attraktionen. Und diese Alternativen können deutlich umweltfreundlicher und nachhaltiger sein.

Siehst du das ähnlich? Oder ganz anders? Schreib mal!

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