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Wladimir Putin wird von Grigorij Rodtschenkow schwer belastet
Wladimir Putin wird von Grigorij Rodtschenkow schwer belastet © Getty Images
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Grigorij Rodtschenkow wirft dem russischen Präsidenten vor, vom flächendeckenden Doping in Russland gewusst zu haben. Er sei vom Ex-Sportminister Mutko informiert worden.

Kronzeuge Grigorij Rodtschenkow hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Staatsdoping-Skandal direkte Mitwisserschaft vorgeworfen.

"Natürlich kam es von ganz oben, vom Präsidenten", sagte Rodtschenkow in einem Telefoninterview mit der ARD für die neueste Ausgabe aus der Doku-Reihe "Geheimsache Doping".  Putin könne "nicht leugnen", über den Plan Bescheid gewusst zu haben.

Der in die USA geflüchtete Whistleblower, einst Leiter des Moskauer Doping-Kontrolllabors und Drahtzieher des Dopingskandals rund um die Winterspiele 2014 in Sotschi, ist überzeugt, dass Putin von Witali Mutko, dem damaligen Sportminister und heutigen Vizepremier, über alle Details informiert worden ist.

"Er wusste alles, weil es eine sehr einfache Kette war: Ich berichtete Nagornich (der damalige Vize-Sportminister Juri Nagornich, d. Red.), Nagornich berichtete Mutko, Mutko berichtete Putin."

Rodtschenkow bestätigte zudem, dass es bereits für die Sommerspiele 2008 in Peking und 2012 in London ein staatlich organisiertes Dopingsystem in Russland gegeben habe. Für 2014 in Sotschi, sagte er, wurde das Staatsdoping dann perfektioniert.

Rodtschenkow, der Ende 2015 aus Russland geflohen ist, befindet sich derzeit im Zeugenschutzprogramm des FBI. Russland fahndet nach ihm mit internationalem Haftbefehl. "Ich genieße jeden neuen Tag, an dem ich lebe", sagte er in dem Interview, in dem er erstmals zu hören ist, seit er unter FBI-Schutz steht.

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