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© SPORT1-Grafik: Davina Knigge/Getty Images
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Die deutschen Eishockeyspieler stehen sensationell im Halbfinale. Rick Goldmann sieht eine reelle Chance auf Edelmetall. Den SPORT1-Experten begeistert die Spielweise.

Liebe Eishockey-Freunde,

wunderbar, der Traum ist wahr geworden! Zu Turnierbeginn habe ich noch davon geschrieben, dass man ja mal träumen darf. Aber wer hat schon so richtig daran geglaubt? Die reelle Chance auf eine Medaille beim Olympischen Eishockeyturnier ist da. Ein Sieg – und du hast eine Medaille. Erstmals seit 1976.

Aber anders als bei den Spielen in Innsbruck gibt es diesmal ein richtiges Halbfinale, keine Endrunde wie bis 1988. Ein Halbfinale gegen Olympiasieger Kanada (Fr. 13.10 Uhr im LIVETICKER) – was willst du als Eishockey-Spieler mehr? Es gibt kaum Größeres.

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Und vergessen wir nicht, die Kanadier sind schlagbarer als in den vorangegangenen Winterspielen. Aber das soll nicht heißen, dass Kanada ohne seine NHL-Superstars automatisch schlagbar ist. SERVICE: Zeitplan des Olympischen Eishockey-Turniers

Aber was ist es, was diese Jungs von einem weiteren Sieg träumen lässt? Diese Mannschaft ist gereift, sie ist zusammengewachsen, hat sich unter Marco Sturm eingespielt und glaubt an seine Worte und sich selbst.

Das sieht man an der Spielweise. Es ist nicht nur reiner Kampf, der die Mannschaft ausmacht, sondern es gibt Spieler wie Dominik Kahun, die Kreativität reinbringen. Es gibt ein Überzahlspiel, das funktioniert. Und auch wenn die Jungs nicht allzu viele Tore schießen - sie schießen sie zum wichtigen, zum richtigen Zeitpunkt.

Hinzu kommen die starken Leistungen der Torhüter. Großes Lob an Danny aus den Birken und Timo Pielmeier zu ihren Vorstellungen im Tor. Das war ja das große Fragezeichen, nachdem bei den vergangenen Weltmeisterschaften unsere NHL-Goalies im Tor gestanden hatten. (SERVICE: Zeitplan & Ergebnisse)

Zwei Siege in Overtime und einer im Penaltyschießen kommen nicht von irgendwoher. Das kommt daher, weil die Jungs an sich glauben, dem Mitspieler vertrauen. Dieses Vertrauen hat sie dadurch, dass sie sich kennen, eingespielt sind. Alle wussten, so ein großes Turnier und dann auch noch olympische Spiele, ohne NHL-Stars, ist eine einmalige Chance zu überraschen. Und sie haben diese Überraschung geschafft!

Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass der Modus uns ein wenig in die Karten gespielt hat. Das Playoff-Spiel gegen die Schweiz  hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Die Jungs konnten sich komplett auf das Schweiz-Spiel fokussieren, gegen einen ebenbürtigen Gegner, einen Prestige-Gegner, der alles abverlangen wird.

Es war die einmalige Chance, zu gewinnen. Sie wussten, wenn sie ihr Bestes geben, können sie ins Viertelfinale einziehen – und das hat den Stein ins Rollen gebracht, der gegen Schweden weitergerollt ist. Jetzt geht es darum, ihn am Rollen zu halten und vielleicht erhält der Stein ja noch eine Legierung in Bronze, Silber oder sogar Gold.

Man darf ja mal weiterträumen...

Euer Rick

Rick Goldmann, 41, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft.

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